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4.0 von 5 Sternen Gesellschaftskritik mit grossen Bildern und viel Symbolik, 2. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: La dolce vita (DVD)
Nein, süß ist dieses Leben bei weitem nicht, das der römische Jet Set da Ende der 50er Jahre führt, für den normalen arbeitenden „Kleinen Mann“ eher abstossend, aber der Film könnte genauso in der Jetztzeit in München oder Madrid oder London spielen, Viel hat sich nicht verändert. In der Person des Frauenlieblings und Boulevard-Journalisten Marcello, der aus seinem verkorksten Privatleben (Familie, Verlobte) flieht, werden wir mitgenommen in die inhaltlose, oberflächliche Welt einer gelangweilten und infantilen Schickeria voller Selbsthass, die sich von Amüsement zu Amüsement hangelt, sich darin gefällt, sich öffentlich gegenseitig zu demütigen und zu quälen, dazu eine allgegenwärtige Meute von Paparazzi, die wie ein Schwarm Schmeissfliegen ohne jedwede Hemmung sich auf alles stürzt, was auflagefördernd zu sein scheint, ja selbst vor dem Tod ohne Respekt, Exzesse aus endlosen Partys, Sex ohne Liebe und Alkohol usw.
Allen, die sich einen gewöhnlichen Unterhaltungsspielfilm erwarten, sei gesagt: Dies ist mehr eine dokumentarische Aneinanderreihung von zur damaligen Zeit real passierten skandalösen Szenen des römischen Nachtlebens ohne eigentlichen Handlungsstrang.
Die Charaktere sind fast durchweg unsympathisch gezeichnet, sie kennen keine Moral, noch Selbstrespekt, schwanken zwischen Verzweiflung (Marcellos Braut) und Promiskuität, die Hauptperson Marcello ist ein zerrissener Antiheld. Eigentlich kommen während der fast 3 Stunden nur 2 menschliche Wesen darin vor, die respektabel erscheinen: Steiner, ein wirklicher Intellektueller, ganz im Gegensatz zum Gernegross Marcello voller Seele und Gefühl, der aber innerlich auch voller Ängste ist und keinen Ausweg für sich und seine Kinder sieht ausser dem Freitod und ein junges unverdorbenes engelhaftes Mädchen, welches zuerst Marcellos ewige Lüsternheit weckt und in der sehr surrealistischen Strand-Szene am Schluss (La Strada lässt grüßen!) wie ein Engelswesen von einem anderen Stern plötzlich auftaucht und versucht mit Marcello zu kommunizieren, der aber nach einer weiteren alkoholgeschwängerten Orgie für einen Aussenstehenden nicht mehr erreichbar ist, und das liegt nicht nur am Sturm und Brandung...
Überhaupt ist diese letzte Szene in meinen Augen viel eindrucksvoller, als die immer nur zitierte berühmte Brunnenbadeszene dieses kichernden Film-Starlets (A. Ekberg), das selbst noch zu dumm ist, selbständig auf Reporterfragen zu antworten, nämlich als die restlos verkommene Partygesellschaft aus jungen Adligen, Filmstars, Transvestiten usw. im Morgengrauen an den Strand eilt, um eine weitere vermeintliche Sensation zu begaffen aber dann nur sich selbst sieht, in Form eines toten, schon halb verfaulten Meeres-Ungeheuers (ein riesiger Rochen).
Ein abendfüllender Film voller subtiler Kritik an einer bestimmten Gesellschaftsschicht, toller schauspielerischer Leistungen und grosser Bilder und Symbolik. Aber wie gesagt, nichts zum Mitlachen oder Mitfiebern und schon gar keine „Liebeserklärung des Regisseurs an Rom“ wie man so oft lesen kann.
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