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Kundenrezension

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Halfway out of the dark..., 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sounds That Can't Be Made (Audio CD)
Selbst harte Fans wie ich geben zähneknirschend zu, daß Marillion nach ihrem Geniestreich "Marbles" ein wenig in ein Formtief gerutscht waren. "Somewhere Else" wirkte wie ein Schnellschuß, bestand noch dazu zum Großteil aus Outtakes der Marbles-Writing-Sessions, "Happiness Is The Road" bestand aus Überbleibseln der "Somewhere Else"-Sessions (die ja ihrerseits schon... siehe oben) und einigen neuen Songs, die ein neuartiges Songwritingkonzept erprobten - nämlich, die Songs nicht im traditionellen Sinne zu schreiben, einzuproben und dann aufzunehmen, sondern alle Jams aufzunehmen und dann die besten Parts zu Songs zu kombinieren.. was zwar ein sehr lockeres, spontanes Feeling brachte, aber eben auch nur selten so richtiges, zwingendes Songmaterial ergab. Nach dem Akustik-Album "Less is More", das mit einer Ausnahme nur altes Songmaterial enthielt, sollte es dann an ein neues Werk gehen - und nach einigen Monaten gab die Band dann bekannt, die Sessions abzubrechen, weil sie nach eigener Meinung nichts Verwertbares zustandebrachten und noch dazu Steve Hogarth von einer Schreibblockade geplagt wurde.

Die Grabreden waren aber natürlich einmal mehr verfrüht, denn beim zweiten Anlauf sollte es schon anders aussehen. Steve Hogarth, Pete Trewavas und Mark Kelly hatten sich mit diversen Soloaktivitäten ausgetobt und in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern neue Inspirationen geholt, und im Vorfeld wurde schon ein Album angekündigt, das "Marbles" und "Brave" blaß aussehen lassen würde.

Nun, dafür reicht es, soviel vorab, meiner Meinung nach dann doch noch nicht, aber es ist dennoch nicht zu übersehen, daß die Talsohle eindeutig durchschritten ist. "Sounds that can't be made" setzt endlich wieder auf schlüssiges Songwriting, clever eingesetzte Dynamik und packende, eingängige Gesangslinien,im Prinzip, das, was man von Marillion erwartet. Auch schon der 17-minütige Opener "Gaza" mit den zum textlichen Konzept passenden, aggressiven, orientalisch angehauchten Synthies und ungewohnt heavy auftrumpfenden Gitarren ruft gelegentlich gar Erinnerungen an Nine Inch Nails und Co hervor - inklusive noisigem Gitarrensolo, bevor es in der zweiten Hälfte wieder ruhiger, atmosphärischer und textlich eher resigniert wird - ganz klar, hier trifft die Band eindeutig den Anspruch, ihren eigenen Klassikern Ebenbürtiges entgegen zu setzen.
Gleiches gilt für das ungewohnt poppige, mit Achtziger-Synthie-Sounds versehen Titelstück, mit einem Hammer-Refrain und Rick Wright-Gedächtnis-Solo von Herrn Kelly, der auf dieser Scheibe mit überraschend vielfältigen Sounds arbeitet und sich nicht wie in den letzten Jahren auf Piano, Hammond und Soundscapes im Hintergrund beschränkt. "Pour My Love", erneut mit starkem Achtziger-Einfluß, klingt von den White-Boy-Soulsängern der Ära (wie den frühen Simply Red, George Michael, Wet Wet Wet) beeinflußt und klingt dennoch ausreichend nach Marillion... "seinerzeit" wäre das ne Single geworden. Leider klingen die Strophen für meinen Geschmack etwas zu stark nach dem eigenen "Fantastic Place", aber das mag auch nur ich so sehen.
"Power" bringt dann den stärksten Refrain der Scheibe, ein absoluter Ohrwurm und hoffentlich auch in Zukunft ein Bestandteil der Livesets - einer der absoluten Höhepunkte. Mit "Montreal" gibt's den zweiten Longtrack, der am Ehesten an den Jam-orientierten Vorgänger erinnert, aber deutlich mehr (kompositorisches) Fleisch auf den Knochen hat. Steve Hogarth rezitiert Erinnerungen aus seinem Tagebuch, dazu untermalt die Band jede einzelne Situation musikalisch - zwar wirkt der Song (unüberhörbar bewußt so gemacht!) eher episodenhaft, aber die Passagen fließen schön harmonisch ineinander und gehen von typischem, Piano-geführten Marillion-Sound der Neuzeit über leicht country-fizierte Akustik-Gitarren bis zu einer Remineszens an die Mittachtziger-Neoprog-Marillion. Auch hier gibt's wieder schöne Hooks, die das Ganze zusammenhalten.

Leider hält das letzte Drittel nicht ganz, was der Start der Scheibe verspricht. Wo Steve Hogarth sich bislang mit erfreulich kraftvollen und eingängigen Gesangslinien wie zu Bestzeiten gezeigt hat, gibt es dann auf "Invisible Ink", "Lucky Man" (das zwar einen ultrageilen Refrain hat, aber insgesamt einfach ein schamloser Rip-Off des "Happiness"-Tracks "Asylum Satellite #1" ist...) und "The Sky Above The Rain" dann wieder jede Menge Thom Yorke-Gedächtnis-Falsett-Jaulereien, die mir zumindest superschnell auf die Nüsse gehen. Auch kompositorisch fällt der Abschluß der Scheibe derbe ab, auch wenn ich weiß, daß "The Sky Above The Rain" von vielen als Highlight empfunden wird... ja, der Refrain ist sehr geil (und klingt absolut nach dem Achtziger-Jahre-Chris DeBurgh - und das ist aus meiner Sicht keine negative Kritik!), aber insgesamt ist der Song ein Stück zu sehr "Marillion by Numbers". In diesem Fall heißt das musikalische Vorbild ganz eindeutig "Neverland"... noch dazu sind die letzten drei Stücke auch alle in einem ähnlichen Tempo gehalten, was bei mir offen gesagt ein wenig Langeweile hervorruft.

Das Fazit also? Es geht wieder deutlich aufwärts mit Marillion, die Durststrecke liegt definitiv hinter uns. So frisch und zupackend klangen Marillion schon lange nicht mehr, Fans können "STCBM" ehedem ohne Bedenken kaufen, und auch Neueinsteigern kann man diesmal wieder guten Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen. Für fünf Sterne reicht es aus meiner Sicht zwar nicht, dafür schleicht sich gegen Ende wieder zu sehr der "Marillion-Standard F48" ein - außerdem kann ich diesem Album nicht ruhigen Gewissens die selbe Punktzahl wie "Marbles" oder "Seasons End" oder auch meinem persönlichen Geheimtipp "Radiation" geben. Die hätte es gegeben, wenn das Album durchweg die Klasse ersten fünf Songs halten würde.
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