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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Ich, Maija. Die Primaballerina des Bolschoi-Theaters erzählt aus ihrem Leben. (Broschiert)
Auf diese Biografie bin ich durch das Buch Die Tänzerin im Schnee: Roman gestossen. Daphne Kalotay hat ihre Figur Nina Rewsekaja auf der Basis von Maija Plissezkaja aufgebaut. Und weil mir dieses Buch so gut gefallen hat, wollte ich das Original lesen.Leider ist das Buch ziemlich verworren und es fehlt - vorallem am Anfang - an Erklärungen. Man quält sich durch das gesamte Buch durch zig-Namen, die für uns Westlichen kaum zum Aussprechen sind, geschweige denn zum Merken. Trotzdem wird man mit Namen gequält, die kaum etwas zur Sache tun. Auch gilt in Russland eine andere Namensgebung als bei uns und Plissezkaja schafft es nicht sich entweder an die östliche oder westliche Variante zu halten. Ständig ist von irgendwelchen "wichtigen" Personen die Rede und die Schreibweise ist ständig eine andere, dass man sich oft fragt "Wer zum Kuckuck ist das?" Im Anhang gibt es zwar ein Namensverzeichnis; das hilft dem Leser aber leider auch nicht weiter, weil wiederum nur die Seitenzahlen genannt sind, wo dieser Name vorkommt und keine Erklärung. Bei 9 Seiten 3spaltig klein gedruckten Namen hätte dies allerdings auch den Rahmen gesprengt. Überhaupt fehlt es viel an Erklärungen... Aber nicht nur das ist fehlerhaft, sondern auch viele andere Begebenheiten. Vorallem anfangs hudelt Plissezkaja derartig, dass sie selbst schon durcheinander kommt und ihren ungeborenen Bruder plötzlich unausgeschlafen und schluchzend neben der zitternden Mutter stehen lässt, als der (namenlose) Vater "abgeholt" wird. Oder ihren Vertrauensarzt "Naturheilerin" nennt und sie 1954 seinen Tod betrauert, um ihn dann eine Seite weiter und plötzlich im Jahr 1958 gelandet meint "Schum war nicht in Moskau. Also musste ich mir einen anderen Arzt suchen." Solche Fehler und Ungereimtheiten sind an der Tagesordnung und würde es den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle aufzählen würde. Auch vom Ballett-Training bekommt man nichts erzählt. Nicht wie es für sie als Kind war, diese stundenlangen Strapazen auszuhalten, wie sie gelernt hat usw. Nur welche Lehrer und Schüler wie verschwunden sind und unzählige Namen...aber ich wiederhole mich. Im Grunde kann man sagen, dass Plissezkaja die Chance genutzt hat mit dem Stalin-Regime und dem nachfolgenden Obrigkeiten abzurechnen. Obwohl sie immer eine von "Oben" war und bei weitem nicht das durchmachen musste, was ihre Landsleute erleben mussten, beschwert sie sich seitenweise und jahrelang, weil sie z.B. keine Auslandsreisen machen durfte. Pathosgefüllte Seiten darf sich der Leser durch Vorwürfe und "was ihr im Leben alles entgangen ist" lesen, um dann festzustellen, dass sie alles bekommen hat, was sie wollte. Als Leser schüttelt man immer wieder den Kopf und denkt sich, ob sie keine anderen Sorgen hatte. Auch zählt nur das Ballett für sie. Nichts im Leben war wichtiger als das Tanzen, welches sie ja sogar bis ins hohe Alter getan hat. Fazit: Eine Biografie einer Prima-Ballerina die man nicht gelesen haben muss, möchte man mehr über das Bolschoi-Theater und das Ballett erfahren. Über Russland und das Stalin-Regime und die nachfolgende Herrschaft erfährt der Leser sehr eindrücklich, weil Plissezkaja in diesen Kreisen ein- und ausgegangen ist. Will man aber eine wirklich spannende Geschichte rund um das Ballett lesen ist man bei der "Tänzerin im Schnee" allerdings weitaus besser aufgehoben. Schade! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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