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5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Dokumentation zur deutschen Filmgeschichte, 3. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: UFA in Farbe: Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945 (Gebundene Ausgabe)
Die Universum Film AG, besser bekannt als "Ufa", wurde 1917 mitten im Ersten Weltkrieg gegründet, damit Deutschland ebenfalls wie die ausländische Konkurrenz über eine eigene Filmproduktion verfügte. Während des Nazi-Regimes wurde sie von Partei und Staat, vor allem durch das Ministerium für Propaganda und Volksaufklärung, streng kontrolliert.

Meist wird die Ufa-Zeit heute mit den zahlreichen Schwarz-Weiß-Filmen assoziiert, wie etwa "Der blaue Engel" oder "Die Feuerzangenbowle", die noch regelmäßig zum Fernsehprogramm gehören. 1936 aber hatte der IG-Farben-Konzern Agfa sein neues farbfotografisches Verfahren Agfacolor vorgestellt, was auch richtungsweisend für den farbigen Kinofilm in Deutschland wurde. Das Verfahren besaß eine spezielle Farbästhetik und eine etwas dezentere Farbwiedergabe als das bunte Technicolors von Hollywood. Agfacolor - das waren lyrische Farben mit einem Hauch von Noblesse.

Insgesamt dreizehn abendfüllende Farbfilme entstanden in Deutschland zwischen 1939 und 1945. Sie werden in dem vorliegenden Bild-Text-Band zum ersten Mal vollständig dokumentiert und kritisch gewürdigt. Dabei wird ihre Produktionsgeschichte ausführlich und detailliert geschildert. Bis auf den Kriegs- und Propagandafilm "Kolberg" waren es Revue- und Musikfilme, Literaturverfilmungen, melodramatische Liebesfilme und Komödien. Die Frage, inwieweit diese scheinbar unpolitischen Filme doch einen politischen Auftrag hatten, wird bis heute kontrovers diskutiert.

So wandelten Revuefilme wie "Die Frau meiner Träume" (1944 mit Marika Rökk) auf einem zweischneidigen Pfad. Auf der einen Seite hatten sie "Kraft durch Freude" zu spenden, sollten aber nicht die "Nibelungen-Treue" zum Regime in Frage stellen - und das besonders in Anbetracht des "totaler werdenden Krieges" und des bevorstehenden "Opferganges des deutschen Volkes".

Neben den Farbfilmen ließen sich viele damalige Filmstars auch immer wieder auf Farbfotos ablichten, die als Starfotos, Autogrammkarten oder Titelbilder für Illustrierte Verwendung fanden und heute eine Rarität sind. Die knapp 300 Seiten stellen zahlreiche Beispiele vor, die in jahrelanger Arbeit aus privaten Sammlungen zusammengetragen wurden.

"Ufa in Farbe" dokumentiert in Text und Bild Technik, Politik und Starkult der deutschen Traumfabrik zwischen 1936 und 1945. Ein schwieriges Unterfangen (oder heißes Eisen), das nach sieben Jahrzehnten erstmals in größerem Rahmen beleuchtet wurde. Obwohl man sich mitunter kritischere Hinweise zum Gegensatz von schöner Scheinwelt und bitterer Realität gewünscht hätte, besticht der hervorragende Bildband durch die Fülle seiner Informationen und die opulente Illustration mit historischen Fotos (natürlich in Farbe).

Der drucktechnisch beeindruckende Band ist ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Filmgeschichte während des Dritten Reiches. Er fördert das differenzierte Verständnis mit dieser komplexen Thematik. Der Collection Rolf Heyne ist für den verlegerischen Mut zu danken.

Manfred Orlick
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