Kundenrezension

29 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Z.T. erfrischende Positionen,z.T. zweifelhaft, 9. Februar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Anmerkungen zu Hitler. (Taschenbuch)
Daß Haffner gelegentlich der Rechten zugeordnet wird, läßt sich anhand dieses Buches oberflächlich häufig rechtfertigen. Wenn er behauptet, der Nationalsozialismus sei deutlich vom Faschismus abzugrenzen, oder von Leistungen Hitlers spricht, begibt er sich zweifellos auf gefährliches Terrain. Sieht man solche Sätze aber im Zusammenhang, wirkt es durchaus erfrischend, wie Althergebrachtes in Frage gestellt wird. Hitlers angebliche Leistungen sieht er nämlich v. a. als Grund dafür, daß die meisten Deutschen ihm so widerstandslos folgten: eben weil sie von diesen "Leistungen" beeindruckt sein mußten. Ob dies als Entschuldung dienen kann, ist aber gewiß mehr als fraglich. So werden aber so manche Selbstverständlichkeiten in der allgemeinen Meinung über die NS-Zeit anders gesehen - keinesfalls einfach "rechts" im Sinne von Aufruf zu oder Legitimierung von unmenschlichem Haß gegenüber Unliebsamen, aber trotzdem anzweifelbar und - in falsche Hände gelangt - ungewollte Nahrung für tatsächlich Rechte. Das sollte aber nicht davon abhalten, das Buch zu lesen, das zumindest interessante, nachdenkenswerte Aspekte aufzeigt und außerdem mit Sicherheit auch "ungefährliche", aber umso deutlichere und richtige Feststellungen und Beschreibungen bietet. Zum Aufbau: Haffner reiht Kapitel zu Hitler aneinander mit (in etwa) den Titeln: Leben, Leistungen,Erfolge,Irrtümer,Fehler,Verbrechen, Verrat. Diese neutal klingende Konstruktion wird verwirren. Aber Haffner sagt z. B. zu den "Leistun gen" sinngemäß, daß dieser Begriff wertneutral sei und keine moralische Aussage beinhalte. Daß Hitler natürlich viel Böses getan hat, behält er späteren Kapiteln vor. - Man kann manches an Haffner kritisieren, etwa daß er zu Hitlers Hauptverbrechen nicht die Auslösung des 2.Weltkrieges zählt (Krieg hält er für ein nach damaliger Zeit allg. akzeptiertes Notmittel)und auch nicht die Judendiskriminierung und -entrechtung, sondern erst den Völkermord an den Juden. Aber i. d. R. sind seine Ausführungen klar, gut begründet und zumindest interessant, vielleicht anregend zu Kritik an seinem Denken, die fundierter ist als so mancher heutiger Protest.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.03.2010 18:41:17 GMT+01:00
Walter meint:
Daß der Zweite Weltkrieg nicht rein durch Hitlers Machtgier ausgelöst wurde, hört man derzeit immer öfters und wenn sie sich mal damit beschäftigen, was zwischen 1919 und 1939 in der Republik Polen alles ablief, wirkt es auch nicht mehr sonderlich überraschend, daß es da gekracht hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.10.2011 04:18:02 GMT+02:00
Max Bernard meint:
Ich empfehle Ihnen Hitlers eigene Bekenntnisse und sein politisches Programm einmal zu lesen, also v. a. "Mein Kampf", dann dürfte auch Ihnen sehr schnell klar werden, dass die Vorherrschaft Deutschlands in Europa und auch in der Welt das Ziel seiner Politik war. Im Unterschied zu Ihnen war Hitler klar, dass sich dieses Ziel ohne Kriege nicht realisieren läßt, weshalb er auch konsequent entsprechend aufgerüstet und die erforderlichen Kriegsgründe gesucht hat. Rechtfertigungsmärchen für dessen Politik sollten Sie sich schenken - etwas anderes ist Ihr schwacher Verweis auf Polen nicht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.01.2013 17:52:55 GMT+01:00
Mona meint:
Wenn man sich mit diesem Thema auch nur halbwegs auseinandersetzt, kann man gar nicht zu der Einschätzung von Walter kommen.
Schlußfolgerung:
a) Walter hat sich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt oder
b) Walters Hobby ist es, braune Kamellen zu platzieren.
Beides spricht nicht für ihn. Wie auch immer, das Kundenurteil ist deutlich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2013 21:41:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2013 21:43:01 GMT+01:00
Bio-Observer meint:
"Halbwegs auseindandersetzen" würde auch den Grundsatz beherzigen: Audiatur et altera pars (lat. für „Man höre auch die andere Seite.“). Kommt aus dem alten Rom und sollte überall gelten, wo Menschen Urteile fällen.

Haffner – im Krieg für die britische Propaganda tätig - haben Sie ja nun gelesen, also wäre es Zeit einmal die Nase in eines der folgenden Bücher zu stecken

Buchanan: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg.
Schultze-Rhonhof: Der Krieg, der viele Väter hatte (Teile auch auf Youtube)
Vielleicht kommen Sie dann sogar einmal zu Stefan Scheil.

Oder Sie schauen sich an, wie das andernorts aussieht, wenn eine Nation die Weltherrschaft in Anspruch nimmt (Brezinski: Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2014 13:53:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.01.2014 13:58:13 GMT+01:00
Santa Claws meint:
Wer den Weg vom kritischen Analysten Sebastian Haffner zum Hitler-Apologeten und Geschichts-Revisionisten Stefan Scheil zurückgelegt hat, ist allerdings weit gekommen - allerdings in eine gefährliche Richtung. Jeder Versuch, die Verantwortung Hitlers und des Nationalsozialismus am 2. Weltkrieg zu relativieren, stellt eine groteske Verdrehung der historischen Tatsachen dar. Haben die späteren Alliierten zu wenig getan, um den Krieg zu verhindern? Haben einige sogar gehofft, von diesem Krieg zu profitieren? Sicher. Aber das ändert rein gar nichts an der Tatsache, dass der Krieg von deutschem Boden ausging und durch nichts provoziert war.
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