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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In mehr als einer Hinsicht ein aus dem Durchschnitt herausragendes erotisches Historical mit einem sehr ungewöhnlichen Helden, 5. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Kein Lord wie jeder andere (Taschenbuch)
Lord Ian Mackenzi kommt nicht nur aus einer verrufenen, aber mächtigen Familie, er wurde auch von seinem Vater in seiner Kindheit in ein Irrenhaus gesteckt. Lord Ian leidet an einer speziellen Form des Autismusses, nämlich an Asperger. Nur war Asperger damals noch unbekannt und seine seltsamen Verhaltensweisen waren dem Vater, einem schottischen Herzog verhasst. Es gab aber auch noch einen anderen, finsteren Grund für ihn, seinen Sohn in die Nervenklinik abzuschieben.

Zu dem Zeitpunkt, als die Handlung des Buchs beginnt, ist der Vater schon einige Jahre tot und der älteste Bruder Hart holte Ian aus der Klinik, kaum, dass der Vater seinen letzten Atemzug gemacht hatte. Die Erinnerungen quälen Ian immer noch, aber er kann in London ein relatives freies und recht vergnügliches Leben führen. Seine Brüder sind ihm sehr zugetan und er ihnen auch, soweit das für einen Asperger-Autisten möglich ist.

Ian sammelt Ming-Schalen. Beim Ankauf einer dieser Schalen triff er auf den Angeber Lyndon Mather, den er abgrundtief verachtet. Da er sich aber im Laufe der Jahre einige höfliche Umgangsformen antrainiert hat, sagt er ihm nicht frei heraus, was er von ihm hält, sondern lässt sich für den Abend in dessen Loge in der Oper einladen, wo Ian ihm seine Verlobte Beth Ackerley vorstellen möchte. Ian ist angeekelt, weil Lyndon sich mit Beth nur wegen ihres Geldes verlobt hat und sich weiter mit Huren treffen möchte, woraus der keinen Hehl macht.

In der Oper dann ist Ian auf seine ganz spezielle Weise sehr von Beth angetan. Er steckt ihr ein Briefchen zu, in dem er sie vor Lyndon warnt und verschwindet. Beth ist durch ihre bewegte Vergangenheit kein zartes Pflänzchen, die schnell ohnmächtig werden würde, aber der Inhalt des Briefchens setzt ihr schon zu. Sie verlässt die Loge, um Luft zu schnappen, Ian fängt sie ab und geleitet sie in seine eigene, herzögliche Familienloge, wo er ihr einen Whiskey anbietet. Und die Geschehnisse in der Loge sind dann der Startschuss für eine ganz wunderbare, außergewöhnliche Liebesgeschichte.

Auf „Kein Lord wie jeder andere“ bin ich durch den LoveLetter aufmerksam geworden, der in einer Ausgabe die Autorin vorstellt. Ich hatte die Kurzbeschreibung des Buchs zwar auch schon Mal hier bei Amazon kurz überflogen, konnte aber nichts daran erkennen, was mich gefesselt hätte. Da wäre mir beinahe ein toller Roman durch die Lappen gegangen. Ein Asperger-Autist als Held eines historischen Liebesromans! Ich war sofort entzündet von dieser verwegenen Idee und wollte den Roman unbedingt lesen.

Natürlich musste die Autorin diesem Helden eine Frau gegenüber stellen, die eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, Toleranz, Gelassenheit und sanftes Einfühlungsvermögen mit sich bringt. Im Roman wird im Werdegang von Beth gut erklärt, weshalb sie so ist, wie sie ist und es fügt sich, ohne unglaubwürdig zu sein. Der Autismus von Ian nimmt natürlich einen recht großen Raum ein und wird wohl glaubwürdig und immer wieder in kleinen und größeren verschrobenen Verhaltensweisen geschildert. Allerdings konzentriert sich die Autorin mehr auf die eher angenehmen Aspekte von Asperger, irre gutes Gedächtnis, mathematisches Genie, kann Musikstücke nach einmal hören nachspielen. Weniger intensiv geht sie auf die Zwangshandlungen ein, sie kommen vor, aber ich kann mir vorstellen, dass ein Autist selbst unsäglich unter ihnen leidet. Hier hat man das Gefühl, als wäre es für Ian ein Leichtes, seine Zwangshandlungen zu durchbrechen.

Ian schaut niemandem in die Augen. Das ist ein wichtiger und immer wiederkehrender Aspekt in dem Buch. Das war einer von mehreren Gründen, weshalb die Ärzte ihn in der Klinik behalten und mit Elektroschocks „behandelt“ haben.

Ich habe im Laufe meines Leben schon einige Leute getroffen, die mir auffällig nicht in die Augen geschaut haben. Na und? Dann schaue ich ihnen eben auf die Nase oder auf die Wangen oder wo immer mir gerade nach ist. Das juckt mich nicht sonderlich, wenn sich der Blick nicht fangen lässt. Ich nehme das dann als Schüchternheit meines Gesprächspartners und gut ist. Das als einen Grund für die Einweisung in eine Klapse zu verwenden, ist lächerlich (kommt mir aber leider realistisch vor für die damalige Zeit).

Die erste Hälfte des Buchs ist eher leicht und locker. Zunehmend wird die erblühende Liebe von einem nervigen Polizeiermittler überschattet, der Ian in seinem Gerechtigkeitswahn einen Mord unterstellt und ermittelt, obwohl seine Vorgesetzten ihm das verboten haben. Große Missverständnisse zwischen Ian und Beth gibt es deswegen zum Glück nicht. Beth ist keine Frau, die so schnell beleidigt wäre und Ian sagt immer die Wahrheit und ist sowieso frei heraus. Dennoch wird der Kriminalfall spannend aufgebaut und sickert in das Leben der beiden wie ein schleichendes Gift. Spannend!

Erotisch wartet der Roman mit zahlreichen recht deutlichen Liebesszenen auf, die, ganz wunderbar, einem Spannungsbogen folgen, sich im Verlauf des Buchs steigern und deshalb niemals langweilig werden. In einer Szene wird das pöse, pöse Mö…-Wort für ... ach Sie wissen schon ... verwendet, was manchen Rezensentinnen sauer aufgestoßen ist. Mir nicht! Es gibt einen klar erkennbaren dramaturgischen Grund dafür. Die erotischen Szenen sind deutlich und doch schwingt immer eine zärtliche Note mit. Nach der Lektüre der Rezensionen einiger befremdeter Kommentatorinnen hatte ich wunder was Schockierendes erwartet, der Schreck ist bei mir jedenfalls ausgeblieben und ich fand die Liebesszenen ganz entzückend.

„Kein Lord wie jeder andere“ werde ich gewiss noch ein zweites Mal lesen.

Fünf Punkte.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.10.2013 20:34:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.10.2013 20:37:41 GMT+02:00
Boo meint:
Schockierende erotische Szenen? Das ist mir jetzt aber auch neu. Da es nicht so viele Negativstimmen gibt, zähle ich mich mal zu den "befremdeten Kommentatorinnen". Man will ja keine Missverständnisse aufkommen lassen. Das "böse Wort" allein hätte mich zugegeben weniger gestört, wenn mir der Rest gefallen hätte. Und den erkennbaren dramaturgischen Grund habe ich dann wohl überlesen (keine Ironie). Die Romantik/Erotik ist bei mir halt nicht rüber gekommen, alles irgendwie Schema F, und für ein historisches Setting völlig unpassend. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht. Manchmal springt der Funke eben nicht über.
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