Kundenrezension

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der "neue" Reim..., 1. November 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sieben Leben (Audio CD)
Das neue Album von Matthias Reim wurde als das beste seiner Karriere angepriesen. Dem kann ich jedoch keinesfalls zustimmen. Er "driftet" meinem Empfinden nach mehr und mehr in die Ecke des "Normalo-Schlagers" ab. Vieles hat man schon tausendfach gehört und ist im Bezug auf das Genre massentauglich. Überraschungen gibt es wenige. Alte Reim-Titel wurden hier und da schlicht neu verpackt. Vieles wirkt aufgesetzt und wenig innovativ. Meine Kritik im Einzelnen:

Der tragende Rhythmus - sprich die Musik - von "Du bist mein Glück" ist nahezu 1:1 von "Verdammt, ich lieb' dich" kopiert. Nach "Verdammt, ich lieb' dich...immer noch" schon der dritte nahezu deckungsgleiche Song. Die Textzeile "Du schlägst wie ne Bombe in mein Leben" (Song von 1991) trägt das Übrige zum faden Beigeschmack bei.

Das Duett mit Bonny Tyler - "Die Wilden Tränen" - erinnert im Refrain an "Sag mir, dass es wahr ist" mit Annie Moore. "Nie mehr ohne Engel" hat den wenig innovativen und anspruchslosen 08-15-Foxtrott-Schlagerbeat. "Du und ich" mit Azuquita hat den bekannten spanischen Hitmix-No Mercy-Rhythmus, den wir schon von "Te Quiero A Veces" (der spanischen Version von "Verdammt, ich lieb' dich") kennen.

Der Aufbau/die Melodie des Refrains von "Ich lieb nur dich" kennt man von "Rock'N'Roll" und "Träumer". Auch hier wurde die gleiche Idee mittlerweile 3x verwendet. Zudem: Nach "Verdammt, ich lieb' dich", "Verdammt, ich lieb' dich...immer noch", "Ich liebe dich", "Du liebst mich (nicht)" und "Ich bin nicht verliebt" reicht es eigentlich langsam mit dem scheinbar immergleichen Songtitel. Doch hier bekommen wir eine 6. Variante geboten.

Die fehlende Originalität der Titelwahl fällt auch an anderer Seite auf. Nach "Wahre Engel" heißt es diesmal "Nie mehr ohne Engel" und "Ich glaub an Engel". 1991 fragte Matze noch "Warum". Aktuell heißt es "Warum so". Nach "Bleib noch hier" und "Bleib doch" bekommt man diesmal "Du bleibst" geboten.

Die Machotexte, die sich um Bier und Zigaretten drehen, sind auch wieder dabei: "Ich hab versucht, dich wegzusaufen, ich kann auch eigentlich nichts mehr rauchen" und "Möchst' noch'n Bier, tut mir so leid" sind diesmal zu hören.

Musikalisch wirklich neue Reim-Highlights sind für mich lediglich "Deine Liebe", "Warum so" und "Das ist die Hölle". Der Rest ist entweder nur neu verpackt (wie erläutert) oder zu bieder und nicht erwähnenswert.

Matthias Reim war in den 90ern für mich einer der größten deutschen Musikkünstler. In die Schublade des Schlagers konnte man ihn zu dieser Zeit nicht einfach so stecken. Seine ersten Alben wie "Reim", "Reim 2", "Sabotage" und auch "Zauberland" sind für mich auch heute noch herausragende Scheiben auf hohem Niveau. Einheitsbrei fand man damals selten. Jeder Titel hatte seine Berechtigung und die Bezeichnung "Kunst" (von Künstler) auch wirklich verdient. Dies hat sich seit dem neuen Jahrtausend geändert. Seither bekam man mehr und mehr Mainstream-Schlager geboten. Rockigere, charakterstarke und einzigartige Songs, die mit deutschen Größen wie Lindenberg oder Westernhagen mithalten konnten, fand und findet man in den letzten Jahren nur noch selten bis gar nicht. Das Traurige: Die Verkaufszahlen gingen wieder bergauf, da der angesprochene massentaugliche Schlager leider eine Vielzahl anspricht. Und an dieser konventiellen, austauschbaren Musik orientiert sich der alternde Reim vermehrt, was auch irgendwo nachzuvollziehen ist. So bleibt mir als Fan der ersten Stunde nichts weiter, als mich an seinen alten Werken zu erfreuen und das "Sammeln" beim nächsten Album vielleicht mal einzustellen.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.11.2010 19:47:47 GMT+01:00
Die Feldmaus meint:
Neben all dem nichtssagenden Fünfzeilen-Geschreibsel einiger Möchtegern-Rezensenten ist diese Rezension doch mal ein Lichtblick. Danke für diese fundierte und kompetente Auseinandersetzung mit einem, wie auch ich finde, äußerst mittelmäßigen Album.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2010 15:32:48 GMT+01:00
Satcomfunker meint:
Die ersten Reim Alben sind absolut nicht zu vergleichen mit denen von heute. Stimme Ihrer Rezension voll und ganz zu! Die alten Alben höre ich viel lieber an, da sie mich immer noch begeistern. Damals war er einfach Matze und nicht so austauschbar wie heute...schade Matthias!
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