Kundenrezension

53 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die erste Milliarde ist immer die schwerste, 4. März 2011
Rezension bezieht sich auf: The Social Network (2-Disc Collector's Edition) (DVD)
Warum lohnt es sich unbedingt, "The social network" gesehen zu haben?

Weil David Fincher hier nach "Zodiac" ein weiteres Mal eine unglaublich scharf gezeichnete, sehr Erkenntnis fördernde Gesellschaftsstudie abliefert: diesmal des globalisierten Kapitalismus im 21. Jahrhundert. Allmählich wird er für mich zur Messlatte modernen Erzähl-Kinos.

Ins Zentrum von "The social network" rückt er, unterstützt durch das unfassbar gute Drehbuch von Aaron Sorkin (die Dialoge!), das US-amerikanische Elite-Collage-Wesen mit seinen narzistischen, nach Macht, Einfluss und optimaler Vernetzung gierenden Sprösslingen des amerikanischen Geldadels. Es gibt hier keine Sympathieträger. Sämtliche der tragenden und durch die Bank männlichen Figuren des Plotts sind Egozentriker und Profilneurotiker. Anzugträger, die man sich ein paar Karrierestufen weiter sämtlichst ausgezeichnet im Oval Office vorstellen kann. Es geht in der ersten Hälfte des Films einzig ums Dazugehören, um das Vordringen zweier Außenseiter in den inneren Zirkel. Die Winklevoss-Brüder sind schon dort. Eduard will dort hin. Und Mark, sein Freund und Programmier-Nerd - ja, was will der eigentlich?

Am Anfang des Films bekommt Mark von seiner in wenigen Augenblicken Ex-Freundin den Kopf gewaschen. Am Ende des Films ist er eine Milliarde Dollar reicher, seinen womöglich einzigen Freund los, trägt eher widerwillig ein Hemd und bekommt von einer jungen Anwältin im Gehen gesagt, dass er tief in sich drin doch kein übler Typ ist. Diese zwei Szenen rahmen den Film. In den hundert Minuten dazwischen gibt es keine weiteren ernstzunehmenden Frauen-Figuren mehr. Nur noch Groopis und Chicks. "The social network" zeichnet ein überaus übles Bild der Collage-Elite. Typen, die nach der ersten selbstverdienten Million lechzen. Und Frauen, die nach dem ersten Selfmade-Millionär lechzen. Absolut finster. Und es gibt kein Innehalten. Mark stolpert mit einer guten Idee die gesellschaftliche Leiter hoch. Auf dem Weg kommt ihm sein Weggefährte Eduard abhanden. Dafür ist in der zweiten Hälfte Sean an seiner Seite, der Verführer, der Türöffner in die wichtigen Zirkel.

Bis zum Ende des Films bleibt uns Mark ein Rätsel. Die Motive aller anderen ihn umgebenden und später verklagenden Figuren sind klar. Nur Mark bleibt eine Sphinx.
Damit wird seine Figur ihrer reellen Vorlage enthoben und zu etwas eigenem. David Fincher hat aus einer Dot-Com-Geschichte, die man bei Wikipedia nachlesen kann, ein Shakespearsches Drama gemacht, das man sich anschauen sollte.

Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg und Justin Timberlake als Sean Parker sind darüber hinaus in dem ausgezeichneten Ensemble (großartig auch die Darsteller der Winklevoss-Brüder) die absoluten Highlights. Und der Oscar für Trent Raznors Soundtrack ist mehr als verdient.

"The social network" ist ein großartiger Ensemble-Film. Es ist ein Dokument der ersten Hochphase des Internets, das wir später mal unseren Kindern zeigen werden. Und es ist ein vollwertiges Drama, das durchaus das Zeug dazu hat, kanonisch zu werden.
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