Amazon.de: Malen Petersonss Rezension von Die Habenichtse
Kundenrezension

 
21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessanter Effekt, aber kein Lesegenuss, 9. Dezember 2006
Es werden drei Handlungsstränge nebeneinander entwickelt: 1. Dave, Sara, Polly (die Katze) und ihre gewalttätigen und die Kinder vernachlässigenden Eltern. 2. Isabelle und Jakob, sowie Alistair, Bentham (Kollegen von Jakob in London) und Andras und Peter (Kollegen von Isabelle in Berlin). 3. Jim und Mae sowie seine Komplizen Ben, Hisham, Albert.
Jakob und Isabelle treffen sich nach 10 Jahren in Berlin wieder, heiraten und ziehen (zum heimlichen Bedauern Andras') ohne großes Aufhebens nach London, wo Jakob in einer Kanzlei arbeitet. Sie wohnen neben Sara und ihrer Familie. Isabelle bekommt, da sie zuhause arbeitet einiges von den Gewalttätigkeiten gegen Sara mit, unternimmt aber zunächst nichts. Jakob fühlt sich derweil zu Bentham, seinem Chef, hingezogen und lebt zusammen mit seinem Kollegen Alistar neben Isabelle her. Es wird wenig kommuniziert und wenn dann nicht über persönliche Themen. Isabelle lernt Jim kennen. Jim hat ein tieferes Seelenleben, ist einerseits gewalttätig und sehnt sich andererseits nach seiner verschwundenen Freundin Mae. Er hat als Kind Gewalt gegen sich erfahren und erfährt sie immer noch wenn er sich dem Einfluss Alberts, dem Anführer der Bande entziehen will. Er wohnt auch in der Lady Margaret Road (in der die drei Handlungsstränge zusammenlaufen) und ist von der glatten Oberfläche Isabelles hinter der er einen kühlen und unnahbaren Menschen erkennt, einerseits angezogen aber auch wieder abgestoßen. Als sie sich ihm zuwendet, demütigt er sie.
Das Buch liest sich nicht besonders gut. Auf den ersten etwa 50 Seiten werden mehr als 20 Personen namentlich eingeführt aber zunächst nur oberflächlich dargestellt. Die Handlungsstränge werden in fast jedem der 38 Kapitel gewechselt und man ist bei den ersten Sätzen meist nicht sicher in welchem man sich befindet. Die Sätze enthalten manchmal Nachsätze, bei denen der Leser nur ahnt was sie bedeuten. Die Sprache ist ziemlich trocken. Die Personen bleiben ohne Tiefe. Sie werden von außen beschrieben und wenn sie aus ihrer Perspektive sprechen erkennen sie sich und die anderen nur undeutlich. Es gibt keine tragfähigen Beziehungen zwischen den Protagonisten, alles bleibt oberflächlich, die Protagonisten öffnen sich kaum und haben mit Ausnahme Jims große Hemmungen oder Widerwillen sich mit den Anliegen anderer Menschen zu beschäftigen.
Der Roman erzeugt weniger durch seinen expliziten Inhalt als vielmehr durch die Sprache und die Art der Erzählung beim Leser genau das Gefühl, an dem die Protagonisten des Romans leiden. Wer diesen Effekt erleben will dem sei dieses Buch empfohlen, den anderen würde ich es nicht empfehlen.
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