Kundenrezension

37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schöne Bilder, Schwache Verfilmung..., 25. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Jane Eyre (DVD)
Ich hätte mich an meinen Grundsatz halten sollen 'sieh nie eine Literaturverfilmung an, wenn du gerade erst das Buch gelesen hast'. Die Enttäuschung folgte zwangsläufig.

Was ist aus Jane Eyre geworden? Was mich im Buch an Jane am meisten fasziniert ist ihre ruhige Charakterstärke, ihre Empfindsamkeit und ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion. Sie ist zu starken Gefühlen fähig, wirkt anschmiegsam, zart und zerbrechlich und hat dabei eine innere Stärke und ein starkes Bewusstsein für Recht , Anstand und Moral. Sie ist wach und aufmerksam, sie ist bescheiden und leidenschaftlich.
Die ausdrucksstarken Dialoge der Vorlage werden nicht ansatzweise zu Ausdruck gebracht. Man fragt sich in dieser Verfilmung wann , wie und warum sich hier überhaupt jemand verliebt hat. Es wirkt, als wäre Rochester nur 'scharf' auf die kleine Hauslehrerin.
Rochesters innerer Konflikt aufgrund seiner ersten Ehefrau, seine langen Leidensjahre, sein Wunsch nach einer anständigen, ehrlichen, authentischen, gleichwertigen Frau werden nicht deutlich.
Ich hätte mir gewünscht, statt übertriebener, mit schwerer Musik untermalter Moorlandschafts-Wanderei etwas mehr Dialoge oder auch die Gedanken von Jane Eyre vorzufinden.

Fast alle Figuren des Romans werden viel zu oberflächlich abgehandelt. Die Janes Tante, die Geschwister und Janes Leiden in ihrem ersten Heim sind verstümmelt dargestellt. Ebenso ihre Schulzeit, ihre Freundschaft zu Helen , ihr Werdegang zur guten Schülerin und letztlich Lehrerin.
Adéle und ihre Herkunft und ihre Beziehung zu Rochester werden komplett gekürzt.
Im Film wird der Unterschied des ruhigen , intelligenten , ehrlichen Charakters Janes im Gegensatz zum affektierten, oberflächlichen, eitlen gehabe der Miss Ingram nicht ansatzweise berührt.
Es wird nicht deutlich, wieso sich Rochester in Jane verliebt und welcher Art diese Liebe ist.

Die Zeit im Moorland, die Beziehung zu den Rivers wird im Zeitraffer erzählt, die verwandtschaftliche Beziehung komplett ignoriert. Die Charaktere werden nicht ausgebaut.

Der gesamte Film wirkt wie im Zeitraffer erzählt , sprunghaft und oberflächlich. Eigentlich schade, denn die Ausstattung, die Kulissen, die Landschaften sind stimmungsvoll und entsprechen sehr meiner Vorstellung.
Auch die Hauptdarsteller sind sehr gut gewählt, leider gelingt es ihnen aber nicht gut, die gegenseitige Zuneigung zum Ausdruck zu bringen.

Alles in allem fand ich diese Verfilmung von Jane Eyre deprimierend schwach.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.06.2012 18:56:09 GMT+02:00
Jo meint:
ich kann - besonders so kurz nach eindruck des buches - verstehen, dass diverse kürzungen im filmscript bestenfalls gewöhnungsbedürftig sind. aber über weite teile kann ich die obige aufzählung der fehlstellen nicht wirklich nachvollziehen. was ist mit den äußerst anregenden abendlichen gesprächen zwischen jane und rochester, die sorgsam wie ein tischtennismatch ausgearbeitet sind? und zumindest im o-ton (kenne die übersetzung noch nicht) einiges mehr von der kantigkeit brontes sprache aufweisen, als dem zuschauer gewöhnlich bei romanverfilmungen "zugemutet" wird. auch andere kürzungen finde ich bermerkenswert behutsam vorgenommen und charaktäre zwar sehr verknappt aber doch konzentriert skizziert. so sieht man die rivers geschwister vielleicht nur 5 minuten miteinander agieren aber kann sich sehr gut eine vorstellung von ihren unterschiedlichen charaktären machen. die gewissen härte bei st. john, die romantische schwärmerei der zugänglichen mary, die den predigten ihres bruders besonders dann aufmerksam lauscht, wenn sie die verderbtheit babylons vor dem fall in schillernden farben ausmalen oder die geerdete, zurückhaltende aber dennoch fürsorgliche diana rivers.

Veröffentlicht am 23.08.2012 09:58:34 GMT+02:00
Karnickel meint:
Hallo schildmaid,
Sie sprechen mir aus der Seele.
Ich bin großer Jane Eyre-Fan und habe das Buch ebenso gelesen, wie auch schon einige Verfilmungen gesehen, so gestern auch diese... nun, ich stimme Ihnen in allen genannten Punkten zu. Ich war einfach nur enttäuscht, wie man so eine schöne Geschichte so verunstalten kann, was die Verfilmung angeht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.05.2013 20:10:09 GMT+02:00
sunshining_ju meint:
Vielen Dank, ich habe mich schon allein gewähnt mit meiner Enttäuschung über diesen Film!
Fassbender ist viel zu attraktiv, um Rochester zu spielen - der ist nun mal kein "handsome man" sondern seine Attraktivität liegt in seiner Männlichkeit und seinem geistigen Esprit. Mia Wasikowska fand ich persönlich ganz schrecklich. Sie sagt den ganzen Film hindurch fast nichts und bleibt auch sonst eher farblos. Sie hat, um eine Freundin zu zitieren, die Ausstrahlung eines Teebeutels.
Dies ist mit Abstand die schlechteste Verfilmung dieses großartigen Romans die ich kenne!

Veröffentlicht am 28.07.2013 12:44:52 GMT+02:00
LilaLauneBär meint:
Ich kann mich hier nur anschließen und kann die vielen positiven Rezensionen nicht nachvollziehen. Der Film geht komplett an der wahren Geschichte vorbei.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2014 13:17:33 GMT+01:00
Blaurose meint:
Nach mehrmaligem Sehen des Films muss ich mic leider anschließen. Immer mehr Ungenauigkeiten und Schwächen fallen mir auf, die das Verständnis erschweren, zum Roman hin und auch im Vergleich zu anderen Verfilmungen einfach nur schlecht sind.
Angefangen dass Jane sich als Siegerin fühlt, als sie nach Lowood kommt, dass sie in Lowood rehabilitiert wird und wirkliche Freunde in Helen und der neuen Schulleiterin findet über die nicht vorhandenen verwandschaftlichen Beziehungen, die für Jane so wichtig sind!
Die Hocheit! Noch nie fiel mir so deutlich auf, wie sehr Rochester Jane beinahe vor den Altar zerrt! "Meine" Jane hätte so etwas nie und nimmer mit sich tun lassen!
Das Annähern der Charaktäre, das vorsichtige Abtasten und Kennenlernen, die erzwungene Eifersucht auf Blanche Ingram... mir würde noch mehr einfallen!
Von Mal zu Mal gefällt mir der Film weniger gut, weil mir mehr Ungenauigkeiten, Fehler und Verdrehungen auffallen. Traurig!
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