Kundenrezension

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Ratgeber, sondern ein knappes Informationsheft, 24. Juli 2010
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Rezension bezieht sich auf: Ratgeber Somatoforme Beschwerden und Krankheitsängste: Informationen für Betroffene und Angehörige (Broschiert)
Das Taschenbuch teilt sich in drei Segmente auf. Zunächst wird erklärt was somatoforme Störungen sind, dann was man dagegen unternehmen kann und im Anhang findet man einige Arbeitsblätter für Selbsttests oder Übungen.

Für Angehörige oder generell Leute, die mit diesem Thema überhaupt nichts anfangen können oder gar für jemanden, der ein Referat dazu schreiben will, kann dieses knappe und nicht besonders in die Tiefe gehende Informationsheft einen gewissen Zweck haben. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass Betroffene aus diesem Buch einen größeren Nutzen ziehen können. Insofern ist der Titel "Ratgeber" wie auch der Untertitel "... für Betroffene und Angehörige" kritisch zu sehen.

Die Darlegungen bleiben schlichtweg zu sehr an der Oberfläche, liefern nur wenige tiefergehende Erkenntnisse. Dazu gibt es ein kurzes Fallsbeispiel, bei dem man sich aufgrund der Banalität der Schilderungen schon auf einem recht simplen Niveau bewegt. Des Weiteren werden teilweise Aussagen als Tatsachen verkauft, für die es in der gewählten Einseitigkeit keine Beweise gibt, die also eher in der Kann-Form als in der Ist-Form formuliert hätten sein sollen. Ferner wird man mit einer Art Merk- bzw. Feststellungssätzen, die eine Quintessenz der vorhergehenden Beschreibungen darstellen, torpediert, die man heutzutage auch in der Regenbogenpresse lesen und besprochen sehen kann. Die meisten Kapitel-Überschriften sind in Frageform formuliert, wobei es kaum wirklich weiterhelfende oder nähere Antworten gibt. Die Frage danach, wie eine Behandlung aussieht, wird z. B. damit beantwortet, dass man eine kompetente Diagnostik erhält und der Hausarzt sowie ein Psychotherapeut das Behandlungsteam sind. Das war's.

Das spannende Kapitel zu der Frage, was man gegen somatoforme Störungen tun kann, wird zusammenfassend damit beantwortet, dass man Entspannungstechniken lernen soll (genannt wird ohne ausführliche Erläuterungen, dafür aber mit dem Hinweis, dass diese wissenschaftlich erprobt sei, die Progressive Muskelentspannung). Außerdem bedarf es noch gedanklicher Bewältigungsstrategien (kurze Info und Arbeitsblatt zum ABC" der Gefühle werden angeboten). Dazu sollen Aktivitäten wie Sport aufgebaut werden, man soll am Leben teilnehmen, statt sich zu schonen, und auch "programmierte" Ablenkung wird als gutes Mittel verkauft.

Fazit: Hier handelt es sich nicht um einen Ratgeber, da man kaum einen wirklichen Rat erhält, sondern vielmehr um eine kurze Informationslektüre, für unbefleckte Leser, die einen groben Überblick zum dem Thema Somatoforme Beschwerden wünschen. Dazu werden ein paar Behandlungsoptionen genannt und ein kleiner Auszug aus verhaltenstherapeutischen Methoden angeboten. Für diese eher lieblose Zusammenstellung hätte es zwei bestimmt erfolgreiche und erfahrene Klinik-Therapeuten als Autoren eigentlich nicht gebraucht und letztlich ein Verkaufs-Buch auch nicht unbedingt. Gut, es ist recht günstig, aber Vergleichbares liegt auch schon mal in Arztpraxen aus und es geht thematisch und informativ auch nicht über das hinaus, was man im Internet oder Zeitungsreportagen erhält.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.03.2014 17:17:51 GMT+01:00
Antigone meint:
Zwei Fragen hierzu:
1. rechtfertigt das, was Sie geschrieben haben, eine Bewertung mit nur einem Stern? Klingt ja nicht gerade so als hätte das Buch überhaupt keinen Sinn.
2. Ihrer Rezension kann ich entnehmen, dass eigentlich alles im Buch aufgeführt wird, was state of the art bzgl. der Behandlung somatoformer Störungen ist (also PMR, Aktivität, nicht schonen, Psychotherapie usw.) - ist doch eigentlich das, was Sie sich davon erhofft hatten, also eine Aufführung dessen, was als hilfreich erwiesen ist!?
Daher verstehe ich Ihren Unmut über das Buch nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.04.2014 19:31:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.04.2014 19:32:16 GMT+02:00
Tomate meint:
Hallo Antigone,

Zu 1) Das Buch hat keinen Mehrwert für jemanden, der wirklich somatoforme Beschwerden mit Krankheitswert hat. Daher sehe ich den Mehrwert eher beim Autor im geldwerten Vorteil, nicht beim Leser im Kauf. Ist das der Fall, finde ich bei Themen aus dem Kreis der psychischen Erkrankungen einen Stern für angebracht.

Zu 2) Ich erhoffe mir von Büchern aus diesem Themenkreis keine bloße Zusammenfassung vom "„state of the art". Das bekommt man auch ohne Bücher. Sondern tiefer gehende Erkenntnisse, Gründe, Erklärungen, Thesen usw. Außerdem sehe ich das hier genannte nicht als die Essenz des Entwicklungsstandes, sondern als eine Behandlungsempfehlung, die einfach zu erklären und am besten zu vermarkten ist. Eben Hinweise auf Verhaltensregeln und damit letztlich eine Symptombehandlung. Das kann m. E. nur zu kurzfristigen Erfolgen führen. Hätte all das den Zusatz, es passt, wenn sie nur leichte Probleme haben oder es gehört am Rande und Ende dazu, wäre es ehrlicher.

Ich hatte keine Hoffnung in das Buch, sondern Interesse daran. Und nach Kenntnis vom Inhalt auch keinen Unmut, sondern lediglich die Meinung, dass es für den dargebotenen Inhalt kein Buch braucht. Zumindest nicht für Patienten mit somatoformen Störungen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2014 14:37:03 GMT+02:00
Antigone meint:
Naja, ich verstehe Sie schon. Allerdings kann man von einem "Ratgeber" mit wenigen Seiten meines Erachtens nicht erwarten, dass er "tiefer gehende Erkenntnisse, Gründe, Erklärungen, Thesen und Verhaltensregeln" beinhaltet. Das ist der einzige Grund, weshalb ich den einen Stern für unangemessen halte. Ein Ratgeber (insbesondere wenn explizit auch für Angehörige wie in diesem Fall) ist ein Ratgeber und eben keine Anleitung zur (Selbst-)Behandlung oder wissenschaftliche Abhandlung mit Erklärungen usw. Hierfür gibt es ja sehr viel "tiefergehende" Literatur; darauf zurück zu greifen, würde ich Ihnen dann auch empfehlen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2014 17:12:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.04.2014 17:13:39 GMT+02:00
Tomate meint:
Das sind gute Argumente. Und ich hoffe jetzt mal, dass Sie mit dem Autor nicht verbunden sind, so dass es Sie persönlich trifft. Ich bleibe aber dennoch bei 1 Stern. Durch Ihre Kommentare kann man ja ggf. schon eine ausreichende andere Perspektive einnehmen.
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Tomate "TMW"
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