Deine Rezension trifft genau den Punkt! Obwohl ich den Herrn der Ringe dennoch weiterhin als gelungene Adaption betrachte. Trotz der gewaltigen Unterschiede.
Für den Hobbit hätte ich mir einen anderen Mann gewünscht.
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85 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (DVD)
... waren noch nie Peter Jacksons Stärke. Ich bin der Meinung, dass das schon bei der HdR-Trilogie deutlich zu sehen war. Dementsprechend hatte ich in Bezug auf den "Hobbit"-Film keinerlei Erwartungen, war doch die Roman-Vorlage im Vergleich zum HdR schon so viel ruhiger u. voll subtilem Witz & Charme. Wer konnte da nach den HdR-Filmen erwarten, dass Jackson diese Atmosphäre auch nur annähernde rüber bringt? Der Film entspricht weitestgehend meinen Erwartungen und überrascht nur selten.Ich muss mich zwar hier als Tolkien-Purist outen, muss aber gleichzeitig zugeben, dass ich den Film trotz allem unterhaltsam fand u. er sich für mich nicht so in die Länge gezogen hat, wie hier oft zu lesen ist. Trotz aller Kritik-Punkte waren für mich durchaus auch gelungene Szenen dabei, mit denen ich so nicht gerechnet hätte: Erebor u. die Stadt unter dem Berg schauen fantastisch aus, ebenso die unterirdische Stadt der Orks im Nebelgebirge. Der Auftritt von Gollum u. die Rätsel in der Finsternis waren auch sehr gelungen. Außerdem haben mir Dol Guldur u. der auf einer Art monströsem Wapiti-Hirsch reitende Elben-König Thranduil gefallen. Das Peter Jackson absolut kein Gespür für Atmosphäre hat u. der Begriff "subtil" für ihn warscheinlich eine ansteckende Krankheit darstellt ist wahrhaftig nix neues. Jackson kennt nur den Vorschlaghammer - u. nach dem Wahnsinnserfolg der HdR-Filme musste der Hammer hier zwangsläufig noch mal größer werden: immer laut, krachend, schnell, bloß keine Pause, immer Action, immer die volle Pathos-Dröhnung! Sogar die Pan-Flöte dudelt hier ohrenbetäubend, damit auch dem letzten klar wird - Achtung, jetzt wird's total emotional! Sobald Elben auftreten, wird der Zuschauer entweder von 100.000 Wasserfällen ertränkt, von Streichorchestern zersägt oder von der künstlichen Beleuchtung (die einfach volle Kanne mystisch u. bedeutungsvoll wirken soll) verbrannt. Jede Szene, die im Buch allein durch ihre Atmosphäre Spannung erzeugt, haut Jackson mit seinem unerbittlichen Regie-Vorschlaghammer platt. Man könnte meinen, er hält seine Zuschauer für halb blind u. taub u. müsste alles so drastisch u. laut wie möglich inszenieren, damit mans überhaupt wahrnimmt. Nur ein Beispiel: Die drei Trolle Tom, Hucki u. Bert - eine der bekanntesten u. schönsten Szenen der Romanvorlage, völlig klar, dass Jackson hier eine große u. krachende Kampfszene drüberlegen muss, weil er Angst hat, die Handlung des Romans wäre zu langweilig. (Ich bin der Meinung, dass war auch schon bei den HdR-Filmen so, siehe z. B. die Szene mit dem Angriff auf der Wetterspitze im ersten Film - Jackson traut der Geschichte von Tolkien oft nicht, dabei war der meiner Meinung nach der bessere Geschichtenerzähler...) Dabei bleibt die Waaaahnsinns-Action von den Effekten abgesehen immer sehr gewöhnlich: Szenen wie die Steinriesen im Nebelgebirge liegen von der Dramaturgie irgendwo zwischen Indiana Jones und den Duck Tales. Das stört mich persönlich mehr, als das Ergänzen der Handlung um Erzählstränge aus dem Silmarillion bzw. mehr oder weniger erfundene und / oder ausgeschmückte Nebenhandlungen (wie die Geschichte um Radagast oder Azog). Nix für ungut, viele werden jetzt sagen, das ist schließlich ein Film u. ein Buch lässt sich nicht einfach so 1:1 übersetzen, das muss man an das andere Medium anpassen... schon klar, versteh ich, trotzdem zeigen für mich die durchwachsenen Kritiken am Hobbit hier, dass auch bei einem Film Atmosphäre nicht nur mit dem Dampfhammer verbreitet wird u. das die leisen Töne, welche grade die Bücher von Tolkien ausmachen auch in einem Film gut rübergebracht werden könnten. Ein kleiner Ansatz war für mich die Abschlusssequenz mit dem Auge von Smaug - Geil! Was mir auch noch gut gefallen hat, war die Filmmusik, insb. die letzte Nummer! Fazit für mich: Nicht so schlimm wie erwartet, insg. unterhaltsam, man weiß halt, was man für sein Geld bekommt u. was nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-10 von 15 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
22.01.2013 14:44:19 GMT+01:00
X meint:
Deine Rezension trifft genau den Punkt! Obwohl ich den Herrn der Ringe dennoch weiterhin als gelungene Adaption betrachte. Trotz der gewaltigen Unterschiede.
Für den Hobbit hätte ich mir einen anderen Mann gewünscht.
Veröffentlicht am
23.01.2013 18:19:00 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.01.2013 09:09:28 GMT+01:00
F. Johst meint:
Gute Rezension, die weitgehend auch meine Meinung wiederspiegelt. Betrachtet man die Filme losgelöst von der Vorlage können sie durchaus unterhalten. Als Adaption versagen sie aber leider weitgehend. Die Schwerpunkte werden einfach falsch gesetzt und Handlungsstränge die Tolkien bewusst einfach gehalten hat, werden unnötig aufgeblasen. Wo im Buch die Schlacht um Minas Tirith lediglich in einem eher kürzeren Kapitel abegahndelt wird, füllt diese gefühlt den halben Film aus. Die bedingungslose Freundschaft zwischen Frodo und Samweis wird dagegen unnötig aufgeweicht. Auch der Realismus, den Tolkien durch seine chronistischen Erzählstil schafft, konnte Jackson nicht adaptieren. Die Geschichte, die Tolkien erzählt, lebt aus sich heraus und nicht, um irgendwelche Spannungsbögen zu schaffen oder kommerziele Ziele zu erreichen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
26.01.2013 13:50:39 GMT+01:00
Steffen Deubel meint:
Das der "Hobbit" als Buchadaption weitgehend versagt, kann ich eigentlich so nicht unterschreiben, weil Jackson zwar Passagen abändert oder auch hinzufügt, er zitiert ja auch einiges aus anderen Tolkien-Werken, wie dem "Silmarillion", die eigentliche Handlung dennoch aber zu weiten Teilen übernimmt, wie z.B. den Beginn in Hobbingen, der fast 1 zu 1 übernommen wurde. Vielleicht erging mir es anderst wie ihnen, ich hab mich auch gar nicht so gestört gefühlt, durch das Abgeänderte und Hinzugefügte, weil mir auch einfach von Anfang an bewußt war, das nicht alles so umzusetzten ist wie im Buch, schon aufgrund der Kurzweiligkeit. Das Buch hat ja auch sehr zähe und langwierige Passagen, in denen Stunden lang nur die Landschaft beschrieben wird. Will man sowas im Kino sehen ? Klar, da geb ich ihnen auch recht, vielleicht ist einiges auch over the top, und einfach zu viel für unser Auge, dennoch hat Jackson mit dem allem eigentlich nur eins versucht, und zwar Epik in den Film reinzubekommen, was ihm meienr Meinung nach auch hervorragend gelungen ist.
Dieser Film ist immer noch eine Vorgeschichte zum HDR und soll deshalb auch keineswegs seine Wurzeln verleugnen, deshalb auch die vielen Querverweise zum HDR, und Jackson hat ja auch angekündigt, das der dritte "Hobbit"-Teil auch eine Brücke schlagen soll zu "Die Gefährten". Auch beim Score benutzt er ja gerade deswegen auch wieder Elemnete aus dem Herr der Ringe- Score, um einfach den Bezug zu diesen Filmen nicht zu verlieren. Gerade deswegen fühlt man sich ja auch wieder sofort zurecht in der Welt Mittelerde. Und soviel unter einen Hut bringen zu müssen, das find ich dann doch eine ganz starke Leistung, die er vollbracht hat. Wenn ich viele Kritiken hier les, dann frag ich mich ehrlcih gesagt manchmal, was für Vorstellungen und Erwartungen doch manche haben, und recht machen kann man es eh nicht jedem. Der Herr der Ringe ist das Schwergewicht der Fantasy-Literatur, der lange Zeit als unverfilmbar galt, dessen großangelegte Romanvorlage aber dennoch ebn deutlich mehr hergab, als die 300 seitenlange "Hobbit"-Lektüre, die ja mehr als Gute-Nacht-Geschichte taugt, denn als Fantasy-Epos. Und sowas auf die Leinwand zu bringen, ist dann halt noch schwerer. Er hätte jetzt natürlich auch was ganz Losgelöstes vom Herr der Ringe auf die Leinwand bringen können, aber so ist es doch eigentlich für den Zuschauer viel besser, da ich mich gar nicht groß umstellen muß, mich in dieser Welt zu recht zu finden, aber dennoch einen eigenständigen Film seh, der vom Grundtenor bei weitem nicht so düster ist, wie der des HDR, was sich auch im fröhlicheren Score und den gut eingefügten Gags bemerkbar macht. Jackson versucht damit beidem gerecht zu werden, den kindlicheren Ansätzen des Romans, aber eben auch ohne seine Wurzeln, sprich den Herr der Ringe zu vernachlässigen oder gar unter den Tisch zu kehren. Für mich persönlich eigentlich der perfekte Weg aus dem Dilemma, der Buchvorlage treu zu bleiben, aber dennoch auch dem Zuschauer, der eben den HDR noch im Hinterkopf hat, auch gerecht zu werden, indem er eine Brücke schlägt. Das sie Atmosphäre jetzt noch anderst definieren, als vielleicht manch anderer, trägt zu ihrer durchschnittlichen Meinung natürlich auch noch bei. Für mich hängt Atmosphäre beim Hobbit, wie auch beim HDR, eigentlich eher mit dem Gegenteil zusammnen als mit vielleicht zu übertriebener Darstellung, die ich eigentlich auch nur in wenigen Szenen teilen würde (Radagast, Trolle). Denn dieses Gefühl von Atmosphäre, sich wohlfühlen, wird gerade durch diese unglaubliche Bildgewalt und den Score, die Jackson und Shore kreiert haben, erst entfacht. Da fallen dann auch Szenen, die vielleicht so zwangsläufig nicht notwendig gewesen wären, gar nicht so auf. Ich find auch das sich durchaus ein zentrales Motiv wie ein roter Faden durch den Film zieht, und zwar das Geühl der Heimatverbundenheit, sowohl der Zwerge als auch bei Bilbo. Und das verleiht dem Film dann doch auch eine gewisse Tiefe und Verbindung zum Zuschauer, die unbeschreiblich schön ist. Da würde ich nicht, wie sie, nur das Oberflächliche sehn, das natürlich auch sein muß, aber auch nicht den ganzen Film ausfüllt und beim Herr der Ringe immer noch ausgeprägter war, denn so viele Schlachten gibts hier dann doch nicht.
Veröffentlicht am
31.01.2013 19:29:22 GMT+01:00
Orlando meint:
Mir spricht die Rezension ebenfalls aus der Seele!
Veröffentlicht am
06.02.2013 12:28:36 GMT+01:00
kete meint:
"Die leisen Töne waren noch nie Peter Jacksons Stärke. Ich bin der Meinung, dass das schon bei der HdR-Trilogie deutlich zu sehen war....Das Peter Jackson absolut kein Gespür für Atmosphäre hat u. der Begriff "subtil" für ihn warscheinlich eine ansteckende Krankheit darstellt ist wahrhaftig nix neues. Jackson kennt nur den Vorschlaghammer....Sobald Elben auftreten, wird der Zuschauer entweder von 100.000 Wasserfällen ertränkt, von Streichorchestern zersägt oder von der künstlichen Beleuchtung (die einfach volle Kanne mystisch u. bedeutungsvoll wirken soll) verbrannt....Jede Szene, die im Buch allein durch ihre Atmosphäre Spannung erzeugt, haut Jackson mit seinem unerbittlichen Regie-Vorschlaghammer platt."
Selten so gelacht! Und, ja, das sehe ich genauso. Mir hat der Film zwar gefallen, besser als HdR sogar, weil ich mich dem Ursprungsmaterial weniger verbunden fühle und mich der Vorschlaghammer hier daher weniger stört, aber die Kritikpunkte, die Sie vorbringen, sehe ich genauso. Von "weniger ist manchmal mehr" hält PJ überhaupt nix. Weniger ist immer zuwenig und selbst mehr scheint oft nicht genug zu sein. Alles ist zu groß, zu viel, zu laut, von den übertriebenen Haartrachten der Zwerge und ihren wirklich grausamen Tischmanieren über die ungeheure Menge Gold in Erebor bis hin zu den zu bekämpfenden Orcmassen. Ich habe oft den Eindruck, dass PJ zwar ein Fan des ME-Universums ist - die Filme scheinen alle dem Wunschtraum eines Modellbauers entsprungen - jedoch mit Tolkiens Charakteren nicht wirklich etwas anfangen kann. Dazu wird dann noch der feine britische Humor durch PJs banalen Slapstick ersetzt. Nun ja, nach HdR wusste ich was mich erwartet und habe die überdimensionalen Bilder genossen und bei allem anderen nur "Ach, PJ..." gesagt.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
07.02.2013 15:23:01 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.02.2013 15:31:27 GMT+01:00
Sordini meint:
Also was die Wahrnehmung der Jackson-Filme angeht, liegen wir mit unserer "durchschnittlichen Meinung" (sic!) auf einer Wellenlänge. Feiner britischer Humor und Peter Jackson ... der war gut! Oft wird ja behauptet, Tolkien wäre von der Verfilmung seines Buches sicher begeistert gewesen - zu dieser Frage möchte ich mal auf einen Brief Tolkiens hinweisen, der sich im "Tolkien-Lesebuch" ab S. 380 befindet (gab's in den 80ern als DTV-Taschenbuch, jetzt neu bei Klett-Cotta aufgelegt). Dieser Brief richtet sich an einen amerikanischen Regisseur (Forrest J. Ackermann), der bereits in den 1960er Jahren die Verfilmung des HdR plante u. Tolkien einen Drehbuchentwurf schickte. Tolkiens detaillierte Antwort auf dieses Drehbuch, das PJ gut gefallen hätte, trägt den Titel "So darf man den HdR nicht entstellen", zeigt viel von dessen ursprünglicher Intentionen und ist äußerst lesenswert!
Veröffentlicht am
11.03.2013 09:24:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.03.2013 09:25:15 GMT+01:00
Michael Simrock meint:
Auch mir spricht dieses gelungene Rezension aus der Seele. Der Film kam deutlich besser bei denjenigen unter meinen Bekannten an, die Tolkiens Buch nicht kannten und sich unvoreingenommen an einem brachialen Fantasy-Action-Movie erfreuen konnten.
Dem Anspruch einer Literatur-Verfilmung wird Jackson hier wirklich nicht gerecht, da war der HdR noch deutlich näher am Werk - Kunststück, ist die Trilogie ja auch um Einiges düsterer und kriegslastiger. Das flirrende, verspielte, leichte Element des Hobbits wurde brutal plattgebügelt und mit durchweg unnötigen erfundenen Elementen in eine Dimension der Blutrünstigkeit und eben Kampf- und Actionlastigkeit transportiert, die vielleicht einen vergnüglichen Film erzeugen, aber keinen "Kleinen Hobbit". Schade, ich denke immer noch dass sogar ein "Hoppla hier bin ich" Jackson durchaus auch dazu befähigt gewesen wäre, wenn er, wie Sie so richtig schreiben, einfach Tolkiens Erzählkunst mehr vertraut hätte.
Veröffentlicht am
16.03.2013 15:26:24 GMT+01:00
Florian Blaschko meint:
Ich muss dem Rezensenten in vielen Punkten zustimmen und lobe ihn dafür, dass er es auch schafft die - wenn auch wenigen - positiven Seiten zu betonen und somit vermeidet "Jacksons Vorschlaghammer" selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich mag man die Position von Jackson als Regisseur bedauern, aber Jackson hat immerhin das gemacht, was er auch gut kann - eine gewaltige Inszenierung aus technischer Sicht. Dem Rezensenten gelingt so - aus meiner Sicht - eine Kritik, die dem Film ganz gut gerecht wird.
Veröffentlicht am
17.03.2013 05:13:54 GMT+01:00
Elikal meint:
Ich habe es nicht so empfunden, kann aber verstehen wie man zu diesem Urteil kommt. Dennoch wäre es naiv und töricht zu erwarten, ein Tolkien-Fantasy-Film 2012 könnte als "Film der leisen Töne" gedreht werden. Ich hätte es zwar auch anders schön gefunden, aber es stört mich nicht, und in der Weise wie der Kommentator es wünscht wäre der "Hobbit" wohl nur für ein Nischenpublikum etwas geworden. Und die Rätselszene ebenso wie der Anfang im Auenland sind doch vergleichsweise ruhig.
Veröffentlicht am
23.04.2013 22:44:46 GMT+02:00
Jake L. meint:
WOW! Tolle Rezension. Kompliment! Ich hatte große Erwartungen an den Hobbit, aber bin nun ziemlich sicher, dass ich die weiteren Teile nicht im Kino anschauen werde. Hat mich einfach nicht überzeugt.
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