Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rifflos im Weltall, 23. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Voyage of the Damned (Ltd. Digipak) (Audio CD)
Genau wie ich haben viele andere wahrscheinlich IRON FIRE in ihrer früheren Schaffensphase kennengelernt, in der die Dänen noch den klassisch melodischen Powermetal zelebrierten. Nicht wenige dürften ebenfalls mit dem Longplayer "Blade of Triumph", welcher wohl den Durchbruch der Band markiert, erst auf die Jungs um Frontmann Steene aufmerksam geworden sein. Mit "Voyage of the Damned" schwenken die Kopenhagener nun endgültig in eine neue Stilrichtung, die im weitgefassten Sinne noch immer im Powermetal lokalisiert ist, sich aber deutlich von den früheren Werken IRON FIREs unterscheidet.

ALs erstes fällt auf, dass der Gesang von Martin Steene sich weiterentwickelt hat und sehr viel professioneller klingt als noch auf den alten Scheiben. Auch deckt er jetzt den tieferen Stimmbereich mit ab, was sogar manchmal in lupenreinen Growls resultiert. Das erweiterte stimmliche Spektrum das sich dadurch ergibt, bereichert die Songs ohne Frage und sorgt für Abwechslung. Die handwerkliche Weiterentwicklung des Gesangs sehe ich allerdings nicht 100%ig positiv, da ich den leicht amatuerhaften Gesang auf "Blade of Triumph" mochte, der der Scheibe eine gewisse Individualität gab und zumindest für mich als Markenzeichen von IRON FIRE galt.

Viel schwerwiegender ist der Wandel in der Musik. Wurden bei "Blade of Triumph" noch standardmäßige Power-Melodien zelebriert, zeigt sich "Voyage of the Damned" ein paar Spuren härter. Auffallend ist, dass gerade die Gitarren sehr in den Hintergrund gerückt sind.
Wenn man die Songs genau betrachtet, dann wird die Melodie jedes Stücks in erster Linie vom Schlagzeug und von den Vocals getragen! Bei Tracks wie z.B. "Verge to Collide" klappt das ganz gut, aber dem Großteil des Albums gereicht es eher zum Schaden. Ich vermisse Lead- und Bassgitarre schmerzlich, denn da beide keine große Rolle in den Songstrukturen spielen (abgesehen davon dass erstere in den Solis noch zeigen darf, was sie kann), fällt es den Songs schwer, eine eingängige Melodie zu präsentieren. Genau genommen, muss jeder Track des Albums ohne jegliche Riffs oder Hooklines auskommen! Die Individualität der Tracks leidet darunter leider merklich. Lediglich die progressiven und symphonischen Elemente retten die einzelnen Stücke davor, in einen Einheitsbrei zu driften. Den Stil von "Voyage of the Damned" würde ich am ehesten mit Luca Turillis "Prophet of the Last Eclipse" vergleichen.

Die Lyrics haben auf der neuen Scheibe ebenfalls einen Wechsel erfahren. Haben sich IRON FIRE sonst in den klassischen Power-/Truemetal-Themenbereichen wie Mittelalter/Schlachten/Wikinger/Nordische Mythen/etc. getummelt, heben sie mit "Voyage of the Damned" ab, um ihr Glück in den Weiten des Weltraums zu suchen. Der Sci-Fi-Bereich ist nun nichts absolut Neues im Powermetal, Bands wie z.B. "White SKull" haben durchaus gute Alben in der Thematik produziert. Aber IRON FIRE war meiner Meinung nach im Standard Mittelalter/Fantasy-Bereich besser aufgehoben. Auf "Voyage of the Damned" finde ich keinen Song, bei dem ich wirklich heraushören kann, worum es eigentlich geht und wovon die Lyrics nun genau handeln sollen. Ein allgemeines Schwadronieren über die unendlichen Weiten des Universums und gelegentliches Hinweisen auf die Gefahren die dort lauern reicht nicht, um das Album thematisch spannend zu gestalten.

Obwohl ich bei "Voyage of the Damned" ein kleines Problem mit den Lyrics und ein sehr großes Problem mit den melodiearmen Songstrukturen habe, sehe ich das Album im Großen und Ganzen doch eher positiv. Der härtere Stil in Gesang und Musik ist den Dänen durchaus geglückt, auch die symphonischen Elemente sind in den Songs gut platziert. Zudem muss man dem Longplayer zugute halten, dass er handwerklich einfach sehr gut gelungen ist. Da ich Ohrwürmer wie z.B. das alte "Bridges will burn" aber schmerzlich vermisse, hoffe ich, dass auf der nächsten Scheibe die Melodien in den Songs wieder ein wenig mehr in den Vordergrund rücken dürfen.
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