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Rezension bezieht sich auf: Walzer (Audio CD)
Es ist dem englischen EMI-Produzenten Walter Legge zu verdanken, dass uns einige, wenn auch wenige, Tondokumente des rumänischen Ausnahmepianisten Dinu Lipatti (1917-1950) erhalten geblieben sind. So auch die hier in neuer Aufmachung wieder vorgelegten vierzehn Walzer von Chopin, die der Künstler im Juli 1950, wenige Monate vor seinem frühzeitigen Tod, in einem Aufnahmestudio von Radio Genf realisieren konnte.Lipatti war an Leukämie erkrankt und konnte aufgrund der schnell fortschreitenden Krankheit die Strapazen einer Reise nach London, wo sich die berühmten Abbey Road-Studios der britischen Columbia befanden, nicht mehr auf sich nehmen. Also beschloss Legge kurzerhand, mit seinem Aufnahmeteam nach Genf zu reisen. Lipatti verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz. In den kurzen 33 Jahren, die Lipatti vergönnt waren, vollendete sich eine künstlerische Begabung, die man nur als genial bezeichnen kann. Nach abgeschlossenem Studium in seiner Heimat beschließt der 17jährige im Jahr 1934, nach Paris zu gehen. Dort, an der "Ecole normale de Musique", wird der berühmte Alfred Cortot nicht nur sein Lehrer, sondern auch sein großes Vorbild. Cortot war es, der später das Klavierspiel seines Schülers schlicht als "vollkommen" bezeichnete. In Frankreich erwarb Lipatti das geistig-künstlerische Rüstzeug, das ihn befähigte, seine phänomenale Technik ganz in den Dienst der Interpretation zu stellen. Während des Zweiten Weltkriegs siedelte Lipatti nach Genf über. Zu dieser Zeit meldeten sich auch erste Anzeichen seiner todbringenden Krankheit. Trotzdem übernimmt er im Jahr 1944 eine Professur für Klavier am Genfer Konservatorium. Durch den Krieg bedingt, werden Schallplattenaufnahmen für den Künstler erst ab 1946 möglich. Der bereits erwähnte Produzent Walter Legge wird zu einem verständnisvollen Freund, der in den letzten Lebenswochen sogar Plattenaufnahmen in Lipattis Wohnung möglich macht. Auf der hier wieder vorgelegten CD spielt der Künstler die vierzehn Walzer von Frédéric Chopin, in einer von ihm selbst gewählten willkürlichen Reihenfolge. Ihm gelingt eine Wiedergabe von solcher Vollkommenheit, das sie noch heute alle nachfolgenden überstrahlt. Sein Chopin-Spiel ist stets von einem Hauch Unruhe und Melancholie umgeben. Er dringt in das innerste Wesen dieser Musik vor, wie es schlichter und tiefer noch keinem anderen Pianisten gelungen ist. Der französische Komponist Francis Poulenc nannte ihn "einen von göttlicher Spiritualität erfüllten Künstler". Die technische Beschaffenheit der 60 Jahre alten Aufnahmen ist mehr als zufriedenstellend, spielt aber aufgrund der meisterlichen Darbietung nur eine untergeordnete Rolle. Die CD enthält außer den Walzern noch die Barcarolle op. 60 sowie das Nocturne op. 27 Nr.2 und die Mazurka op. 50 Nr. 3, in künstlerisch ebenfalls außerordentlicher Qualität. Walzer und Mazurka wurden, wie schon erwähnt, 1950 in Genf aufgenommen, die Barcarolle 1948 und das Nocturne 1947 in London. Die EMI hat es an einem sehr schönen und informativen Textheft nicht fehlen lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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EUR 17,99
Rezensentin / Rezensent
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