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Ääsch bän wedärrr dahaaa!....,
25. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Führer erwacht im Berliner Hinterhofdreck, aufdringlicher Benzingeruch hängt noch in der Uniform, von Eva keine Spur.
Man schreibt das Jahr 2011.
Mittel- und orientierungslos, aber zielstrebig wie eh und je macht sich der Herr Hitler auf, um das verlotterte Deutschland aus den Klauen der Demokratie zu befreien und zo beenden, was er damals so erfolgreich angefangen hatte. Freundliche, hilfsbereite und vor allem: geschäftstüchtige Mitmenschen erkennen schnell das Potential des herrlich kauzigen Alten, der gewagt, gewagt, so gar kein Blatt vor den Mund nimmt und seiner Empörung über den Zohstand! därrr Gägenwarrrt freien Lauf läßt.
Kaum daß der zackige Herr seine Uniform aus der Blitz-Reinigung abgeholt hat, bekommt er auch schon einen Sendeplatz in einem Comedy-Format. Als: Adolf Hitler natürlich. Von da aus ist es bis zur medialen Weltherrschaft nur noch ein Katzensprung...
Von der täuschend echt agierenden BILD-Zeitung bis zu überforderten NPD-Würstchen wird schneidig niedergebrüllt, wen man eigentlich als Weggenossen erwarten sollte - aber letzlich nur mit unwürdigem Dilettantismus seiner überlegenen Rhetorik im Weg steht.
Alle Nase lang kann man ein diebisches Vergnügen nicht verhindern, wenn entrüstete Führer fassungslos und fulminant abrechnet: mit Zeitungen und Fernsehen, dem aktuellen Politikbetrieb und seinen Darstellern, "moderner" Architektur, der Mode, mobilen Telefongeräten und anderem nützlichem -und hirnverbrannten Alltagsterror.
Vor dem scharfen Blick des alten Haudegens ist nichts sicher - und die moderne Konsumgesellschaft hat dem alten Adolf offenbar auch wenig gegen zu setzen; im Gegenteil, medialer Zynismus und die unfehlbaren Mechanismen der Marktwirtschaft sind einmal mehr willige Mitspieler.
Der militante Führerduktus ist brilliant wiedergegeben, die Geschichte makellos, die Grundidee großartig.
Dieses Buch macht einen Heidenspaß, der Humor so schwarz und in sich selbst verschachtelt, daß es...nur so eine Arrrt hat.
Im Roman bekommt Herr Hitler irgendwann der Grimme-Preis für seine erfolgreiche TV-Sendung. Timur Vermes hat nicht weniger verdient, finde ich. (Und ich hoffe, es springt für Walter Moers wenigstens ein dickes Abend-Essen raus, oder so. Zum Dank für die Vor-Arbeit mit seinen Adolf-Comics).
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