Nicht das, was man erwartet, aber gut, 17. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein Vampir ist nicht genug: Roman (Taschenbuch)
Das Cover, der Titel und der Klapptext der neuen Serie um die Vampirjägerin Jaz Parks stellten zwei mögliche Szenarien in Aussicht: Entweder ist es seichte Unterhaltung auf dem Niveau von Lynsay Sands, wo jedes Problem mit Witz und Humor angegangen wird oder es ist der Auftakt einer weiteren erotischen Reihe im Stile von Jeaniene Frost, wo sich coole Sprüche, viel Action und jede Menge knisternde Erotik die Klinke in die Hand geben. Letzteres trifft es eindeutig besser, aber doch ist es irgendwie ganz anders als erwartet. Es handelt sich nämlich nicht um eine romantische und/oder erotische Serie und alle die vielleicht genau das suchen, sollten an dieser Stelle abbrechen und sich anderen Büchern zuwenden, denn hier stehen andere Themen im Vordergrund. Jaz Parks ist Vampirjägerin, hat besondere Fähigkeiten und arbeitet für die CIA. Nachdem sie fast ihr gesamtes Team bei einem schlimmer Massaker verloren hat, wird sie als Assistentin einem neuen Boss zugeordnet. Vayl ist ein 250 Jahre alter Vampir, der sich entschlossen hat, auf der Seite der Guten zu stehen und gegen Terroristen, Schurken und anderes böses Getier vorzugehen. Jaz lebt sich recht schnell ein und zusammen gehen sie ihrem bisher größten Fall nach: ein dubioser Schönheitschirurg macht gemeinsame Sache mit dem Raptor, einem ganz hohen Tier unter den Vampiren. Gemeinsam planen sie die Weltherrschaft zu übernehmen und zusammen mit anderen zwiespältigen Personen (auch aus den eigenen Reihen) die Göttin des Chaos in diese Dimension zu beschwören. Natürlich müssen die beiden alles daran setzen, um dies zu verhindern und bekommen dabei Unterstützung von einem Technikfreak, einer Wahrsagerin und einem Mann, der wie Jaz, zu den Empfindsamen gehört. Jaz ist eine echt toughe Frau. Sie ist kampftechnisch sehr bewandert und besitzt die Fähigkeit, andere Vampire zu erkennen. Sie hatte eine ziemliche schwere Kindheit und ist noch stark traumatisiert von dem Vorfall, bei dem ihr gesamtes Team, zu dem auch ihr Verlobter gehörte, starb. Mit ihr selbst ist ebenfalls etwas passiert, denn sie besitzt nun besondere Gaben, die ihr mehr als einmal das Leben retten. Die schlimmen Ereignisse selbst haben sie sehr sarkastisch werden lassen, aber es kommt immer wieder zu Situationen (manchmal sehr brenzlige), wo sie wie ein kleines Schulmädchen in Lachen ausbricht. Ihr gegenüber steht der erfahrene Vayl; er hat in seinem langen Leben schon so einiges durchgemacht. Trotzdem hat es beschlossen, der guten Sache zu helfen und seine Erfahrungen im Kampf gegen das Böse dieser Welt einzubringen. Er ist eindeutig reifer als Jaz, aber nicht arrogant oder allwissend. Gerade ganz alltägliche Dinge wie die Angst vor Schlangen zeigen, dass auch er seine Grenzen hat. Und obwohl ich zu Beginn ja gesagt habe, dass es zwischen den beiden, zumindest in diesem ersten Buch, nicht zu einer Romanze kommt, merkt man doch, dass irgendeine Art Band zwischen ihnen besteht, die über Kolleg- und Freundschaft hinausgeht. Der Fokus allerdings liegt auf der Behandlung der Fälle und ich garantiere, dass nicht an Action und Munition gespart wird. Es tauchen eine Menge Personen und neue Begriffe auf, die recht schnell erklärt werden. In der Welt von Jennifer Rardin ist die Existenz von Vampiren, Werwölfen und anderen übernatürlichen Wesen bekannt. Das hat mich stellenweise an die Sookie-Stackhouse-Reihe erinnert und so unterschiedlich sind sich die Serien in puncto schrägem Humor auch gar nicht. Die restliche Palette an interessanten Charakteren ist ebenfalls nicht zu verachten; da gibt es den paranoiden Computerfreak Bergmann, der seine bahnbrechenden Erfindungen an die CIA verkauft oder die flippige Wahrsagerin Cassandra. Komplettiert wird die kleine Gruppe von dem etwas seltsamen Cole, der ein Auge auf Jaz geworfen hat. Die Bösen in diesem Buch sind dafür etwas eindimensionaler. Sie können nur fies sein und sind an Dummheit manchmal nicht zu schlagen, wenn es beispielsweise darum geht, den großen Meisterplan, der durch jahrelange Vorbereitungen hochgezogen wurde, im Eifer des Gefechts bzw. aufgrund übertriebener Arroganz noch vor der Durchführung auszuplaudern. Neben dem eigentlichen Fall werden dem Leser kleine Häppchen aus Jaz Vergangenheit serviert. Auch über Vayl und seine mittlerweile vampirische (Ex-)Frau wird berichtet und Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Der Erzählstil der Autorin ist erfrischend spritzig und lädt zum immer Weiterlesen ein. Es gibt keine überflüssiges Geplänkel und irgendwelches unnötiges Blabla, das die Geschichte in die Länge zieht, sondern es werden nur Fäden gesponnen, die für den Fortgang entscheidend sind oder im weiteren Verlauf der Serie behandelt werden, wie beispielsweise der Tod von Vayls Söhnen und seine nun verzweifelte Suche nach deren Reinkarnationen. Das Einzige, was ich weniger gelungen fand, war das Ende. Das war mir irgendwie zu abgespaced, zu schleimig und zu viel Hokuspokus. Chaos auf beiden Seiten, eine Massenschlägerei und dann dieses eklige Ding mittendrin - und plötzlich ist alles vorbei und statt eines vernünftigen Abschlusses, gibt es ein etwas seltsames Interview von der Autorin selbst mit ihrem Schützling. Ich gehöre zu den Lesern, die es nicht so mögen, wenn sich der eigene Verfasser in der Geschichte tummelt. Ich weiß nicht, ob das einen gewissen Schein von Realität erwecken oder einfach einen netten Gag darstellen sollte. Zumal die paar Seiten wenig aufschlussreich waren und deswegen irgendwie überflüssig wirkten. Sei es drum. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit "Ein Vampir ist nicht genug". Herrlich übrigens sind diese Anspielungen auf diverse James Bond Titel. Der zweite Band liegt übrigens schon griffbereit in der Nähe und wird beizeiten auch voller Freunde, wie ich hoffe, gelesen. Für Vampirfans, die es actionlastiger mögen gepaart mit einer ordentlichen Prise Paranormalem und keinen Bock auf schwülstige Romanzen haben, denen kann ich den ersten Teil von Rardin bedenkenlos empfehlen.
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Ein Vampir ist nicht genug: Roman 3453533119
Jennifer Rardin
Heyne Verlag
Ein Vampir ist nicht genug: Roman
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Nicht das, was man erwartet, aber gut
Das Cover, der Titel und der Klapptext der neuen Serie um die Vampirjägerin Jaz Parks stellten zwei mögliche Szenarien in Aussicht: Entweder ist es seichte Unterhaltung auf dem Niveau von Lynsay Sands, wo jedes Problem mit Witz und Humor angegangen wird oder es ist der Auftakt einer weiteren erotischen Reihe im Stile von Jeaniene Frost, wo sich coole Sprüche, viel Action und jede Menge knisternde Erotik die Klinke in die Hand geben. Letzteres trifft es eindeutig besser, aber doch ist es irgendwie ganz anders als erwartet. Es handelt sich nämlich nicht um eine romantische und/oder erotische Serie und alle die vielleicht genau das suchen, sollten an dieser Stelle abbrechen und sich anderen Büchern zuwenden, denn hier stehen andere Themen im Vordergrund.
Jaz Parks ist Vampirjägerin, hat besondere Fähigkeiten und arbeitet für die CIA. Nachdem sie fast ihr gesamtes Team bei einem schlimmer Massaker verloren hat, wird sie als Assistentin einem neuen Boss zugeordnet. Vayl ist ein 250 Jahre alter Vampir, der sich entschlossen hat, auf der Seite der Guten zu stehen und gegen Terroristen, Schurken und anderes böses Getier vorzugehen. Jaz lebt sich recht schnell ein und zusammen gehen sie ihrem bisher größten Fall nach: ein dubioser Schönheitschirurg macht gemeinsame Sache mit dem Raptor, einem ganz hohen Tier unter den Vampiren. Gemeinsam planen sie die Weltherrschaft zu übernehmen und zusammen mit anderen zwiespältigen Personen (auch aus den eigenen Reihen) die Göttin des Chaos in diese Dimension zu beschwören. Natürlich müssen die beiden alles daran setzen, um dies zu verhindern und bekommen dabei Unterstützung von einem Technikfreak, einer Wahrsagerin und einem Mann, der wie Jaz, zu den Empfindsamen gehört.
Jaz ist eine echt toughe Frau. Sie ist kampftechnisch sehr bewandert und besitzt die Fähigkeit, andere Vampire zu erkennen. Sie hatte eine ziemliche schwere Kindheit und ist noch stark traumatisiert von dem Vorfall, bei dem ihr gesamtes Team, zu dem auch ihr Verlobter gehörte, starb. Mit ihr selbst ist ebenfalls etwas passiert, denn sie besitzt nun besondere Gaben, die ihr mehr als einmal das Leben retten. Die schlimmen Ereignisse selbst haben sie sehr sarkastisch werden lassen, aber es kommt immer wieder zu Situationen (manchmal sehr brenzlige), wo sie wie ein kleines Schulmädchen in Lachen ausbricht. Ihr gegenüber steht der erfahrene Vayl; er hat in seinem langen Leben schon so einiges durchgemacht. Trotzdem hat es beschlossen, der guten Sache zu helfen und seine Erfahrungen im Kampf gegen das Böse dieser Welt einzubringen. Er ist eindeutig reifer als Jaz, aber nicht arrogant oder allwissend. Gerade ganz alltägliche Dinge wie die Angst vor Schlangen zeigen, dass auch er seine Grenzen hat. Und obwohl ich zu Beginn ja gesagt habe, dass es zwischen den beiden, zumindest in diesem ersten Buch, nicht zu einer Romanze kommt, merkt man doch, dass irgendeine Art Band zwischen ihnen besteht, die über Kolleg- und Freundschaft hinausgeht. Der Fokus allerdings liegt auf der Behandlung der Fälle und ich garantiere, dass nicht an Action und Munition gespart wird. Es tauchen eine Menge Personen und neue Begriffe auf, die recht schnell erklärt werden. In der Welt von Jennifer Rardin ist die Existenz von Vampiren, Werwölfen und anderen übernatürlichen Wesen bekannt. Das hat mich stellenweise an die Sookie-Stackhouse-Reihe erinnert und so unterschiedlich sind sich die Serien in puncto schrägem Humor auch gar nicht. Die restliche Palette an interessanten Charakteren ist ebenfalls nicht zu verachten; da gibt es den paranoiden Computerfreak Bergmann, der seine bahnbrechenden Erfindungen an die CIA verkauft oder die flippige Wahrsagerin Cassandra. Komplettiert wird die kleine Gruppe von dem etwas seltsamen Cole, der ein Auge auf Jaz geworfen hat. Die Bösen in diesem Buch sind dafür etwas eindimensionaler. Sie können nur fies sein und sind an Dummheit manchmal nicht zu schlagen, wenn es beispielsweise darum geht, den großen Meisterplan, der durch jahrelange Vorbereitungen hochgezogen wurde, im Eifer des Gefechts bzw. aufgrund übertriebener Arroganz noch vor der Durchführung auszuplaudern. Neben dem eigentlichen Fall werden dem Leser kleine Häppchen aus Jaz Vergangenheit serviert. Auch über Vayl und seine mittlerweile vampirische (Ex-)Frau wird berichtet und Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Der Erzählstil der Autorin ist erfrischend spritzig und lädt zum immer Weiterlesen ein. Es gibt keine überflüssiges Geplänkel und irgendwelches unnötiges Blabla, das die Geschichte in die Länge zieht, sondern es werden nur Fäden gesponnen, die für den Fortgang entscheidend sind oder im weiteren Verlauf der Serie behandelt werden, wie beispielsweise der Tod von Vayls Söhnen und seine nun verzweifelte Suche nach deren Reinkarnationen. Das Einzige, was ich weniger gelungen fand, war das Ende. Das war mir irgendwie zu abgespaced, zu schleimig und zu viel Hokuspokus. Chaos auf beiden Seiten, eine Massenschlägerei und dann dieses eklige Ding mittendrin - und plötzlich ist alles vorbei und statt eines vernünftigen Abschlusses, gibt es ein etwas seltsames Interview von der Autorin selbst mit ihrem Schützling. Ich gehöre zu den Lesern, die es nicht so mögen, wenn sich der eigene Verfasser in der Geschichte tummelt. Ich weiß nicht, ob das einen gewissen Schein von Realität erwecken oder einfach einen netten Gag darstellen sollte. Zumal die paar Seiten wenig aufschlussreich waren und deswegen irgendwie überflüssig wirkten. Sei es drum.
Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit "Ein Vampir ist nicht genug". Herrlich übrigens sind diese Anspielungen auf diverse James Bond Titel. Der zweite Band liegt übrigens schon griffbereit in der Nähe und wird beizeiten auch voller Freunde, wie ich hoffe, gelesen. Für Vampirfans, die es actionlastiger mögen gepaart mit einer ordentlichen Prise Paranormalem und keinen Bock auf schwülstige Romanzen haben, denen kann ich den ersten Teil von Rardin bedenkenlos empfehlen.
Sari "Smoked Butterfly"
17. August 2010
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Berlin
Top-Rezensenten Rang: 1.242
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