Kundenrezension

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Veränderungen im Hause 'Muse', die Songs lernen das Tanzen, 17. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Black Holes & Revelations (Audio CD)
Wie habe ich auf das neue 'Muse'-Album gewartet und immer wieder hin und herüberlegt, was die drei verrückten Bombast-Rocker aus England auf ihrem neusten Werk mal wieder alles ausgeheckt haben könnten.

Nun hatte ich die glückliche Gelegenheit, das Album die letzten Tage exzessiv unter die Lupe zu nehmen und was soll ich sagen, 'Muse' haben sich tatsächlich mal wieder verändert, allerdings stärker verändert, als ich es je erwartet hätte. Eine Veränderung, die auf sehr zwiespältige Ohren treffen wird...

Sänger Matthew Bellamy gab dazu in den Interviews oft genug an, dass die Band sich bei den nicht gerade geliebten Album-Aufnahmen bewusst weiterentwickeln bzw. wirklich etwas Neues ausprobieren wollte; Wir wissen ja alle, dass 'Muse' in erster Linie eine Live-Band ist.

Die gleichzeitig dezenten Hinweise an den Club-Sound von 'Franz Ferdinand' waren dabei nicht nur eben das, ein dezenter Hinweis (was ich mir eigentlich so dachte), sondern beschreiben tatsächlich gut den "neuen" Sound der Band; Er ist in der Tat viel clubtauglicher!

Schon der Opener 'Take a bow' stellt dies ziemlich unmissverständlich klar, denn das, was man da hört, muss man mit besten Willen als "Techno" bezeichnen. Aber keine Angst, es ist und bleibt trotzdem typisch 'Muse', das merkt man vor allem an dem SEHR dramatischen Songaufbau. Ich würde sogar sagen, dass dieser Song der dramatischste ist, den ich je von ihnen gehört habe. Diese Dramaturgie von sich immer weiter steigernden Gesangs-Oktaven und Synthie-Wellen bis zum explodierenden Schluss hat etwas sehr Orgasmisches...

Jedenfalls ist es die perfekte Überleitung zu der wohl größten Pop-Hymne auf dem Album, 'Starlight'. Das die Band fantastische Hymnen fabrizieren kann ist schon lange klar, aber hier haben sie sich wirklich selbst übertroffen! Sie erinnert von ihrer Songstruktur an 'Bliss' vom famosen 'Origin of Symmetry' Album. Fantastische Strophen, noch fantastischerer Refrain...der Song heftet sich sofort im Kopf fest und bleibt da!

Etwas rockiger wird es dann bei dem wohl schon allseits bekannten 'Supermassive black hole', aber nur ein wenig, denn auch hier wird durch den stoischen Drum-Beat im Hintergrund und dem ziemlich 'Prince'-mäßigen Gesang Bellamys etwas wirklich Tanzbares abgeliefert.

Bei mir persönlich dauerte es bei dem Song etwas; nach mehreren Hörgängen kann ich sagen, dass ich ihn mag, aber nicht sicher bin, ob das lange andauern wird...

Dafür folgt mit 'Map of the proplematiqué' einer der besten Songs des Albums. Ich muss allerdings zugeben, dass er mir bei den ersten Hördurchgängen nicht sonderlich gefiel, da er sehr stark an 'Coldplay' erinnert, eher unpassend für 'Muse'.

Mit der Zeit aber entwickelt er sich zu einer perfekten Mischung aus typischen 'Muse'-Rock und Brit-Pop Elementen, sehr ungewöhnlich aber grandios!

Ruhiger wird's dann zum ersten Mal bei 'A Soldier's Poem', eine sehr jazzig(!) vorgetragene Geschichte über die Gedanken eines Soldaten auf dem Schlachtfeld (Irak-Krieg lässt grüßen).

Die ausgestrahlte "Coolness" weiß zu gefallen, ist allerdings auch nur sehr kurz und nicht mehr als ein Zwischengeplänkel.

Das lässt sich damit erklären, dass er eigentlich als Intro für den folgenden Song 'Invincible' gedacht war, einer wieder einmal dramatisch aufgebauten Hymne mit militärischem Rhythmus, der sich famos zu einem bombastischen Höhepunkt hochschaukelt; Starker Song!

Für alle heftigen Rocker dürfte dagegen 'Assassin' die Erlösung sein. Besonders das Intro erinnert dabei stark an 'System of a Down', nur eben bombastischer. Hier sind dann auch zum ersten Mal so richtig knackige (und äußerst brutale!) Drum- und Gitarrenparts zu hören, trotzdem ist er gleichzeitig sehr tanzbar produziert, besonders im Refrain, eine kuriose Mischung zum Abgehen.

Ab diesem Zeitpunkt erhält das Album dann auch bis zum Ende einen etwas rockigeren Anstrich, was auch gleich das gnadenlos vor sich hin stampfende 'Exo-Politics' beweist ohne dabei die neuen Tanz-Schuhe abzulegen. Vor allem der Gesang Bellamys weiß hier sehr zu gefallen.

Weiterer Höhepunkt ist allerdings das superbe 'City of delusion', das mit einer Akustik-Gitarre beginnt und sich kongenial zu einer mannigfaltigen Rockoper aus mexikanischen Gitarren, Geigen und Trompeten hochschwingt, während Bass und Drums alles zusammenhalten; 'Butterflies & Hurricanes' lässt grüßen.

'Hoodoo' hingegen lässt einen glücklicherweise wieder etwas durchatmen; Sehr ruhige Instrumentierung und geschmeidiger Gesang treffen ab der Mitte auf ein letztes, großes, dramatisches Aufbäumen, bis es am Ende wieder melancholisch abebbt und so hervorragend zum finalen Song und absoluten Höhepunkt hinführt.

'Knights of Cydonia' bietet nämlich den perfekten, epischen Abschluss. Hier findet man einfach alle Elemente wieder, alt wie neu, die 'Muse' ausmachen.

Die erste Hälfte könnte dabei tatsächlich als Titelmusik für einen zeitgenössischen Spaghetti-Western laufen, die zweite Hälfte wandelt sich hingegen zu einem 70-er Bombast-Rock Epos der Marke 'Queen'; Eine äußerst irre Mischung, die einen komplett mitreißt, wow! Hier wandeln 'Muse' auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das neue Album wohl die größte bisherige Entwicklung bei 'Muse' darstellt und sehr ungewohnt daherkommt ohne komplett anders zu klingen.

Wichtigster Punkt ist hierbei, dass die neuen Songs sehr Dance-lastig bzw. elektrifizierter sind und so ohne Probleme in Clubs gespielt werden könnten; Der typische Bombast ist allerdings geblieben.

Dafür wurde die Rock-Schraube zum größten Teil etwas heruntergedreht; Die einzelnen Gitarren-, Piano- Drum- und Bass-Parts stehen nicht mehr so im Vordergrund wie früher, wirken manchmal bewusst verzerrt und fügen sich eher dem Gesamtkontext. Also weniger ein Album zum Abrocken, als zum Abtanzen.

Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass Live ein rockigerer Sound gespielt wird und dem gegenüber das Album neue Schichten im Clubbereich ansprechen wird, sehr geschickt!

Wer also auf dem neuesten Album den unbedingten Rock-Sound von 'Muse' sucht, wird wohl ziemlich enttäuscht sein, das muss ich so klar sagen! Dafür dürfen sich hier Clubgänger und Dance-Liebhaber, auch die, die vorher nicht unbedingte Fans von 'Muse' waren, freudig an dem Album probieren.

Ich persönlich, als 'Muse'-Fan und gleichzeitiger Dance-Liebhaber, bin natürlich begeistert und kann kaum die Live-Aufmachung der neuen Songs abwarten!
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