Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen stark oder stärker, 4. August 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: It's Only Rock 'n' Roll (Audio CD)
ich finde, man tut den alben der stones in den mittleren siebzigern unrecht: die sind nicht so schlecht (und ich finde "some girls", das angebliche "comeback", dann auch wieder nicht soo gut).

natürlich haben sie ihre allerbeste zeit hinter sich (niemand schafft zweimal im leben eine serie wie "baggar's banquet" bis "exile"). aber sie halten von damals bis heute ein hohes niveau. es mag dienst nach vorschrift sein, aber dieser dienst ist besser als anderer leute schnaps. es gibt kein stones-album, auf dem nicht wenigstens ein paar songs, ein paar momente für die ewigkeit drauf sind.

auf diesem album ist es "time waits for no one", ein damals, aus dem mund von mick jagger, vielleicht auch koketter text, der heute eine ganz andere, auch tragische bedeutung hat - niemand außer mick jagger versucht so hartnäckig, der zeit davonzujoggen. dazu eine wunderbare, gleichzeitig tief traurige UND ganz sachliche melodie, fast lapidar tönen die strophen, bevor das lied in den refrain fällt, von ungeheuer eleganten gitarren begleitet. ABER: dann dieses unglaublich gute, sich windende, nach oben, ans licht kletternde und wieder abstürzende gitarrensolo von mick taylor! das ist ohne zweifel einer der stärksten momente im gesamten schaffen der stones.

der hit des albums ist der titeltrack, mick jagger hat ihn ronnie wood abgekauft oder besser, gegen einen seiner songs eingetauscht. "it's only" wurde ein enormer erfolg, gilt als klassiker und ist stammgast im hit-run-teil der konzerte (und ronnie kriegt keine tantiemen; er hat nur ein credit als "inspiration"). ganz versteh ichs ja nicht: ein netter rocker mit sarkastischem text übers showbiz, aber im kern halt nicht viel mehr als leicht sumpfige rock 'n' roll-routine.

auffälligster titel ist sicher "fingerprint file", tiefschwarzer funk, wie einem blaxploitation-film entnommen, dazu ein gehetzter, bitterer text über paranoia und überwachungsstaat, damals wie heute keineswegs nur fiktion. großartig, wie zwei weiße musiker wie taylor und richards hier durch tiefste wah-wah-sümpfe waten, auch bill wymans bass klingt nicht anbiedernd schwarz, sondern originell und respektvoll.

was hamma da noch? "if you can't rock me" geht heftig ab, groovt aber irgendwie schwammig und bremst sich ständig selbst. "ain't to proud to beg" dagegen groovt sehr fein, und der text ist natürlich, von jagger gesuungen, erstaunlich und/oder ironisch. "till the next goodbye" ist eine dankenswerter weise ganz kitschfreie, ehrlich wirkende ballade. "luxury" stößt erstmals richtung reggae-land vor. "dance little sister" ist ein geschäfter rocksong, der immer nur beinahe und dann doch nie ganz abhebt, irgendwie wirkt das stück außer atem. "if you really want to be my friend" ist ein schwermütiger, aber nicht allzu behäbiger gospel. "short and curlies" ist ein netter boogie.

ein interessantes album mit starken songs, die man vermutlich noch stärker hätte spielen können.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.08.2008 13:49:24 GMT+02:00
V-Lee meint:
also ich mag sie auf albumlänge eigentlich erst ab beggar's banquet, dafür dann aber (fast) durchgehend bis 'undercover' (ja auch das find' ich gut). übrigens: den bass bei fingerprint file (für mich sowieso geilster stones song ever!) hat angeblich keith gespielt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.08.2008 14:05:59 GMT+02:00
guitar meint:
das mit dem keith-bass wäre möglich, das hat er oft gemacht. auf der love you live spielt ihn bill, und da klingt er ähnlich geil-

undercover mag ich gar nicht. als einziges aller stonesalben. dafür mag ich auch die lps vor beggar's sehr. die ersten sind r & b (das damalige r & b), dann kommt reiner pop. between the buttons oder aftermath sind großartig, find ich. und ich mag sogar den wirren psychedelic pop von satanic majesties
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