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Tragischer Roman über Liebe und Verantwortung, 2. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Vor dem Morgen (Gebundene Ausgabe)
Die grönländische Eskimo-Großmutter Ninioq zieht mit ihrer Großfamilie ins Sommerlager. Die Sippe macht reichlich Beute. Ninioq und ihr geliebter Enkel Manik sind gern bereit, das Fleisch und den Fisch auf einer dem grönländischen Festland vorgelagerten, unbewohnten Insel für den Winter zu konservieren und sich am Ende des Sommers abholen zu lassen. Sie und der Junge verleben eine herrliche, für das Kind spannende und lehrreiche Zeit. Doch dann werden die Tage rasch kürzer, und niemand kommt, um die beiden zurückzuholen. Allmählich wächst in Ninioq die Sorge um die Sippe und selbstverständlich auch um Manik und sich: Auf der Insel können sie den Winter kaum überleben. Als das Wetter rau und die Insel allzu unwirtlich wird, setzen die beiden zum Land über, um nachzusehen, und machen eine bestürzende Entdeckung, die ihnen beweist, dass sie mit der Sippe nicht mehr rechnen können. Zurück auf der Insel, ist sich Ninioq sicher, dass Manik und sie die letzten Menschen in ihrer Welt sind. Der Winter beginnt und mit ihm ein täglicher, grausamer Kampf ums Überleben, der bald tiefe Wunden schlägt. Ninioq, allein mit ihrer tiefen Liebe zu Manik und dem Bewusstsein der Verantwortung für ihn, fällt die einzig sinnvolle Entscheidung. Jorn Riel ist ein meisterlicher Erzähler, in dessen Geschichten ausgelassener Humor und tiefe Tragik eng beieinanderliegen. Was zunächst wie ein romantisch-verklärtes Stimmungsbild aus einer lange vergangenen Zeit wirkt, in der die grönländischen Eskimos nur extrem selten Kontakt mit der "Zivilisation" hatten, nimmt eine zutiefst verstörende Wendung, die Stimmung verdüstert sich bis hin zur Katastrophe, und schließlich sieht sich die lebenserfahrene Großmutter genötigt, aus Liebe zu ihrem Enkel den Fortgang des Dramas auf die einzig mögliche Weise erträglich zu machen.
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Vor dem Morgen 3293003559
Jørn Riel
Unionsverlag
Vor dem Morgen
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Tragischer Roman über Liebe und Verantwortung
Die grönländische Eskimo-Großmutter Ninioq zieht mit ihrer Großfamilie ins Sommerlager. Die Sippe macht reichlich Beute. Ninioq und ihr geliebter Enkel Manik sind gern bereit, das Fleisch und den Fisch auf einer dem grönländischen Festland vorgelagerten, unbewohnten Insel für den Winter zu konservieren und sich am Ende des Sommers abholen zu lassen. Sie und der Junge verleben eine herrliche, für das Kind spannende und lehrreiche Zeit. Doch dann werden die Tage rasch kürzer, und niemand kommt, um die beiden zurückzuholen. Allmählich wächst in Ninioq die Sorge um die Sippe und selbstverständlich auch um Manik und sich: Auf der Insel können sie den Winter kaum überleben.
Als das Wetter rau und die Insel allzu unwirtlich wird, setzen die beiden zum Land über, um nachzusehen, und machen eine bestürzende Entdeckung, die ihnen beweist, dass sie mit der Sippe nicht mehr rechnen können. Zurück auf der Insel, ist sich Ninioq sicher, dass Manik und sie die letzten Menschen in ihrer Welt sind. Der Winter beginnt und mit ihm ein täglicher, grausamer Kampf ums Überleben, der bald tiefe Wunden schlägt. Ninioq, allein mit ihrer tiefen Liebe zu Manik und dem Bewusstsein der Verantwortung für ihn, fällt die einzig sinnvolle Entscheidung.
Jorn Riel ist ein meisterlicher Erzähler, in dessen Geschichten ausgelassener Humor und tiefe Tragik eng beieinanderliegen. Was zunächst wie ein romantisch-verklärtes Stimmungsbild aus einer lange vergangenen Zeit wirkt, in der die grönländischen Eskimos nur extrem selten Kontakt mit der "Zivilisation" hatten, nimmt eine zutiefst verstörende Wendung, die Stimmung verdüstert sich bis hin zur Katastrophe, und schließlich sieht sich die lebenserfahrene Großmutter genötigt, aus Liebe zu ihrem Enkel den Fortgang des Dramas auf die einzig mögliche Weise erträglich zu machen.
Regina Karolyi
2. Dezember 2006
- Insgesamt:
5

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