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Kundenrezension

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naturwissenschaftlich top, geisteswissenschaftlich Nachholbedarf, 22. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Pecunia non olet, Herr Reichholf. Das sagt man seit der flavischen Dynastie, seit der gewiefte Kaiser Vespasian seine Finanzen mit der Besteuerung öffentlicher Urinsammelbecken aufzubessern versuchte. Seinem Sohn, der diese Steuer etwas degoutant fand, erklärte der gute Mann ganz realistisch: „Mein Lieber, die Schüsseln machen partytechnisch vielleicht nichts her – aber: Ist mir doch egal, woher das Geld, das ich damit scheffele, kommt! Es kleben ja keine Körperflüssigkeiten dran.“ Das hat nichts, aber auch rein gar nichts mit kranken und daher müffelnden Rindern zu tun. Natürlich bezieht sich das Wort Pecunia auf Vieh; man sollte hier aber nicht überinterpretieren.
Die Passage, in der erläutert wird, wie eine Amazone durch ihr angetane Gewalt doch noch zum braven Frauchen wird (kommentiert in einer Weise, daß man an hämische Freude denken muß), finde ICH übrigens degoutant.
Ebenso die Aufdröselung der Geschichte von Leda und dem Schwan. Dazu ein dezenter Hinweis auf „Das bizarre Sexualleben der Tiere“ von Michael Miersch: Hier findet man eine passende Statistik zum Thema „unnatürliche Tierliebe“. Daß Frauen heutzutage kein gesteigertes Interesse daran haben, mit ihren Haustieren zu verkehren, ist mitnichten auf anerzogene Prüderie zurückzuführen, Herr Reichholf. Wie bei Herrn Miersch nachzulesen, ist diese Form der Tierliebe nur einfach ein Feld, auf dem sich in der überwiegenden Mehrheit Männer betätigen (Verhältnis 90:10), die dann zur Triebabfuhr gerne Säugetiere und Geflügel benutzen, oft auch ungeachtet der Tatsache, ob alternativ eine Frau greifbar wäre oder nicht. Das wird (ebenfalls nachzulesen im o.g. Sachbuch) in der Kunst allerdings ganz anders dargestellt. Gerade in der bildenden Kunst findet man überproportional viele Darstellungen von Frauen (Verhältnis 95:5), die sich mit Hilfe von Tieren bespaßen. Das entspricht jedoch nicht der realen Häufigkeit solcher Kontakte, sondern vielmehr der Phantasie der (männlichen) Künstler. Auch heute stellen Männer sich ja mit Vorliebe vor, daß Frauen Tiere, Gemüse und unbelebte Gegenstände wie Baseballschläger benutzen, um gewisse männliche Körperteile zu ersetzen.
Ein Hinweis: Bitte recherchieren Sie einmal (notfalls auch lediglich unwissenschaftlich durch Befragung in Ihrem eigenen Bekanntenkreis) wieviele Frauen solche Spielchen TATSÄCHLICH anregend fänden. Es werden nicht viele sein. Es ist also unangebracht, in Ihrer Behandlung der schwanliebenden Leda darüber zu jubilieren, daß Frauen und Hirtenhunde sich im alten Griechenland noch ungestört der freien Liebe hingeben konnten, während solche Betätigung den Frauen heutzutage durch moralinsaure Sittenwächter ausgetrieben worden ist. Gehen Sie einfach einmal davon aus, daß ich DESHALB nicht mit meinem Hund kopuliere, weil ich es wirklich nicht will – und nicht etwa, weil es mir so eingeredet worden ist.
Aber genug der Exkurse.
Die naturwissenschaftlichen Erklärungsversuche überzeugen in der Mehrzahl, wenn ich auch die Herleitung des Drachen für zu simpel halte. Drachendarstellungen gibt es weltweit in unterschiedlichster Ausformung, auch in Gegenden, die wohl kaum von erzstehlenden chinesischen Wanderarbeitern besucht wurden. Schlichtweg genial sind die Erklärungen zu Einhorn und Phoenix. Dazwischen finden sich nur gelegentlich weitere Beispiele für Überinterpretation und diese tritt immer dann auf, wenn es in den geisteswissenschaftlichen Bereich hineingeht.
Beispiel „Romeo und Julia“: Für den Biologen mag es ein Ärgernis sein, daß Nachtigallen und Feldlerchen sich im Gesang so grob unterscheiden. Für den Sprachwissenschaftler zählt etwas ganz anderes: Hier ist Empathie gefragt. Statt der beiden Vögel hätten es auch Kuh und Esel sein können, der besorgte Teil des Liebespaars hätte sich im Endeffekt vermutlich auch durch die Behauptung beruhigen lassen, daß der Esel muht. Die Frage nach der Uhrzeit könnte ungewollt herausgeplatzt sein, womöglich war sie drei Sekunden später auch schon gar nicht mehr wichtig, deshalb kann auch die Antwort charmant erlogen sein.
Verliebte erschaffen sich ihre eigene Realität, sie hören, was sie hören wollen. Somit muß die Lerche (obwohl auch diese Erklärung sehr gelungen ist) nun wirklich keine Heidelerche gewesen sein.
Strukturell wären mir weniger Abschweifungen lieber gewesen. Mehr Unterkapitel oder eine andere Aufteilung hätten geholfen, denn wenn man von der Eierlegenden Wollmilchsau liest, will man nicht alle drei Sätze von Betrachtungen über das Fliegende Spaghettimonster und den Unglaublichen Hulk aus dem Lesefluß gerissen werden. Man will irgendwann, nach möglichst null Unterbrechungen durch andere Themen, einmal wissen, ob die Eierlegende Wollmilchsau vielleicht mit dem Schnabeltier verwandt ist – einem Tier, das den erwähnten Wolpertingern schon recht nahe kommt.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.11.2013 18:39:39 GMT+01:00
Artifex meint:
Naja, Frauen treiben schon die seltsamsten Dinge, so gehen sie ja mit den Angehörigen der eigenartigsten Völkern und Rassen ins Bett - warum nicht auch mit Möpsen und Schäferhunden?
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