Kundenrezension

16 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vorsicht Glatteis!, 1. Juni 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Berg: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gleich in der Einleitung offenbart Dan Simmons, dass es nicht sein Roman ist, sondern der Roman von
Jake Perry, einem Bergsteiger und Südpol-Experditionsteilnehmer, den er für seine Recherchen
zu seinem Roman „Terror“ interviewt hat. Am Ende des Interviews bemerkt der betagte Veteran Perry,
dass er selbst eine Geschichte zu erzählen hätte. Jahre später erreicht Simmons eine Postsendung
mit den umfangreichen Aufzeichnungen Perrys. Laut Simmons hat er selbst nur die Rechtschreibung
und ein paar Formulierungen verändert.

Perrys Geschichte handelt von einer Expedition, die ihn 1925 zum Gipfel des Mount Everest führt.
Zu diesem Zeitpunkt wurde der Mount Everest offiziell noch nicht bestiegen. Keinem der vielen
britischen Bergsteiger war es bis dahin gelungen, den Mount Everest zu bezwingen. Viele von ihnen
starben bevor sie den Gipfel erreichen konnten an Entkräftung oder bei einem Lawinenabgang.
In der Todeszone über 7500 Metern beginnt der Körper ohne künstliche Sauerstoffzufuhr langsam
zu sterben und es setzen Halluzinationen ein.

Sehr detailliert und ausführlich beschreibt Perry, wie er als junger amerikanischer Bergsteiger
in Europa auf den Alpen herumklettert und wie es dazu kam, dass er und seine beiden erfahrenen
Kletterfreunde den Auftrag erhielten, am Gipfel des Mount Everest nach der Leiche eines britischen
Lords zu suchen, der im Vorjahr dort den Tod gefunden hatte. Die Expedition wird von der
wohlhabenden Mutter des verunglückten Bergsteigers finanziert und unter der Auflage strengster
Geheimhaltung durchgeführt.

Zwei Drittel des Romans handeln von den Vorbereitungen der Expedition in England, Deutschland,
der Schweiz und Darjeeling, Indien, sowie dem fünfwöchigen Marsch mit tibetanischen Trägern,
Ausrüstung, Ponys und Yaks durch den Himalaja bis hinauf zum Basislager. Nebenbei wird man
hier zum Experten für Kletterausrüstung wie Seile, Lampen, Steigeisen, Anoraks und Sauerstoff-
geräte.

Im letzten Drittel rutscht der Roman dann leider ins Lächerliche ab und wird nun vollkommen
zur Farce. Perry versteigt sich in eine wilde Geschichte um britische Spione und eine absurde
Verfolgungsjagd über den Gipfel des Mount Everest. Nachdem fast alle Expeditionsteilnehmer
getötet wurden, verteidigen sich die fünf Helden gegen eine Horde Nazis, die ihnen ein wichtiges
Kriegsgeheimnis entreißen wollen. Aus dem spannenden und vielversprechenden Abenteuerroman
wird nun plötzlich ein einfältiger, politisch motivierter Hollywood-Stoff, der auf achttausend
Metern Höhe sein vorhersehbares Finale findet.

Nachdem klar wird, dass Perrys Geschichte aus Simmons literarischer Phantasie entsprungen
ist, bleiben am Ende mehr Fragezeichen als Antworten. Auch mit viel gutem Willen macht der
Roman keinen Sinn und wer hier einen phantastischen Abenteueroman im Stile von „Terror“
erwartet, wird enttäuscht werden. Dazu hat der Stoff der ersten Mount Everest Expedition
wohl nicht ausgereicht und der Versuch des Autors, die Geschichte mit britischen Spionen
und albernen Kriegsgeheimnissen aufzuwerten, ist leider daneben gegangen. Schade.

Der Klappentext, sowie auch die Inhaltsbeschreibung mit der das Buch beworben wird, sind
irreführend und wecken Erwartungen, die das Buch nicht erfüllen kann..
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.06.2014 12:24:45 GMT+02:00
fixwienix meint:
Oh oh..... da hat sie Dan Simmons wirklich aufs Glatteis geführt! ;-)
Der GANZE Roman ist Fiktion, das fängt bei der Widmung auf der ersten Seite für Perry und dem Vorwort schon an. Es gibt keinen Bergsteiger Perry, Sorry, alles ausgedacht. Dan Simmons verknüpft in diesem Buch historische Persönlichkeiten und wahre Begebenheiten, wie z.B. die Everest Expeditionen von Mallory und dessen Tod gekonnt zu einem fiktiven Abenteuer. Ich fand das Buch als Abenteuerbuch ziemlich gut, eine Mischung aus Indiana Jones und Karl May. Nur etwas zu arg in die Länge gezogen, viel was man querlesen kann. Aber nichts davon ist wahr.
Wer an das Buch herangeht, in der Hoffnung eine dramatische Everestexpedition zu erleben, realistisch beschrieben, der wird von diesem Buch natürlich enttäuscht sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.06.2014 12:47:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.06.2014 12:52:14 GMT+02:00
abraxas meint:
Ich lasse mich gern aufs Glatteis führen, wenn die Geschichte gut ist.
Leider ist sie das nicht – egal ob es den Bergsteiger Perry nun gab oder nicht.
An der Bewertung des Romans ändert es nichts.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.06.2014 13:31:17 GMT+02:00
fixwienix meint:
Wenn ihnen das Buch nicht gefallen hat, ist die Bewertung doch völlig in Ordnung.
Ich wollte nur darauf hinweisen, das Dan Simmons sich alles ausgedacht hat, (das Interview am Anfang, die verspätete Postsendung mit den Aufzeichnungen von Perry, einfach alles...) da ihre Rezension den Anschein erweckt, sie waren der Meinung, Dan Simmons hat wirklich das Interview mit Perry geführt und nur dessen Aufzeichnungen veröffentlicht.
Das ändert natürlich nichts an der, zugegeben, haarsträubenden Geschichte. Das ist Geschmacksache.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.06.2014 10:58:18 GMT+02:00
Kalle Wirsch meint:
Wenn man die Ablehnung eines Romans zu einem Großteil darauf stützt, dass man sich vom Autor dahingehend getäuscht fühlt, dieser hätte das Werk gar nicht selbst geschrieben, finde ich es ein wenig unfair, wenn man eine Rezension mit falscher Begründung so stehen lässt...Fixwienix hat natürlich Recht, dass die gesamte Story um den fiktiven Perry ausschließlich von Simmons stammt. Wenn Ihnen der Roman unter diesem veränderten Aspekt immer noch nicht gefällt, ist das natürlich Ihre legitime Meinung, nur - Sie führen die Leser Ihrer Rezension damit selbst auf eine falsche Fährte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.06.2014 11:33:25 GMT+02:00
abraxas meint:
Ich habe die Rezension geändert und hoffe, dass es jetzt keine Missverständnisse mehr gibt.
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