Kundenrezension

10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Genialer Klaus Kinski, mehr nicht!, 29. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo - SZ-Cinemathek 7 (DVD)
Die ursprüngliche Idee des Filmes, einen größenwahnsinnigen, aber dafür umso zielstrebigeren Irren am Amazonas von großen Operninszinierungen träumen zu lassen, ist sicherlich zunächst sehr interessant und weckt gespannte Erwartungen. Dieses Machwerk von Werner Herzog lebt jedoch einzig und alleine von Klaus Kinski. Er spielt hier wahrlich meisterhaft und verkörpert einmalig authentisch einen von Besessenheit getriebenen Menschen, der selbst vor unglaublichsten Herausforderungen nicht zurückschreckt. Das war es aber auch schon, was es an Positivem über diesen Film zu sagen gibt. Werner Herzog hat nicht einmal ansatzweise die Fähigkeit, der Thematik des Filmes gerecht zu werden. Seine Bildsprache hat nichts Charakteristisches oder Stilgebendes, vielmehr ist sie vollkommen lapidar und ausdruckslos. Dadurch erreicht der Film fast unerträgliche Längen. Vieles wirkt sogar außerordentlich laienhaft und notgedrungen insziniert. In vielen Bildern soll augenscheinlich eine Botschaft an den Zuschauer übermittelt werden, durch die vollkommen unbeholfene darbietung vermag einem das aber in keiner Weise zu berühren.

Etwa der Handlungsstrang, in dem das Schiff den Urwaldhang hochgezogen wird; das alles ist einfach uninteressant, weil hier auch ganz einfach nur ein alter Dampfer eine Dreckhalde hinaufgezogen und auf der anderen Seite wieder hinuntergelassen wird. Das soll nun eine Metapher sein, zumal am Ende alles umsonst gewesen ist. Man soll nun also an Albert Camus oder an griechische Mythologie denken, schön, das wird man aber ganz sicher nicht, wenn man diesen Film sieht. Da kann man auch selbst irgendwo an einem bewaldeten Hügel mit einer Videokamera filmen, das Resultat wäre etwa dasselbe. Lediglich eben Kinski macht das Ganze dann doch etwas einzigartig, aber auch ist irgendwann nicht mehr in der Lage, dieses filmische Desaster zu retten.

Es scheint eher, als sei Herzog irgendwo in der südamerikanschen Wildnis versauert und habe irgendetwas auf die Beine stellen müssen.

Das erklärt auch, warum Kinski und Claudia Cardinale die einzigen professionellen Schauspieler in diesem Streifen sind und zwischen all den Laiendarstellern seltsam fremd wirken.

Diesen Film braucht man sich nicht auf DVD zu kaufen, man wartet besser, bis er im Fernsehen ausgestrahlt wird. Zweimal sieht man ihn sich ganz sicher nicht von vorne bis hinten an.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.09.2009 02:48:58 GMT+02:00
Balthier9999 meint:
Sicher, jeder kann einen Film anders auffassen. Gerade deswegen will ich doch etwas zu Ihrer Kritik sagen. Zunächst finde ich nicht, dass Kinski in diesem Film dominiert. Sowohl im Film, als auch während der Produktion. Denn in beiden Dimensionen ist der Amazonas mitsamt seiner Natur und Eigenheiten der Star des Films. Die wunderbare Stadt Iquitos, der weite Dschungel, die Ureinwohner, dessen Vorhaben man nie erkennen kann, das Schiff... Alle spielen mit in der Oper. Doch was noch mehr begeistert ist die Analogie zwischen Geschichte und Geschehen. Der Film profitiert davon, dass er tatsächlich im Urwald spielt. In keinem Studio ließe sich der Sound, die Weite und auch die Hindernisse des Amazonas imitieren. Zudem enthält der Film viele Ideen und Dinge, die erst beim Dreh auffielen. Das Drehbuch schrieb also zum Teil der Amazonas. Doch das großartigste am Film ist immer noch das Gefühl des Erfolgs. Diese... wie Herzog es sagte "Eroberung des Sinnlosen", unbeschreibbar.

Dass Herzog nicht gerade für professionellen Dreh bekannt ist, weiß man. Aber erstens: wie ließe sich korrekte Kameraführung im Wald bewerkstelligen? Und zweitens kann man diese amteurhafte Inszenierung durchaus als Stil auffassen. Herzog wuchs abgetrennt von der Welt fern von Kino und Film auf. Er ist Autodidakt, lernte die Dinge selbst und erschuf einen eigenen Stil. Man könnte ihn Dokumentar-Stil nennen, denn seine Filme sind letztlich Dokus über die Natur. Diesen Stil findet man nicht oft. Er ist ja auch quasi genau diese Gegenhaltung zum konventionellen Film, der in Studios mit Kamerakränen und weiß ich nicht was gedreht wird.

Das zu meiner Meinung. Ich respektiere natürlich Ihre Ansicht zum Film; ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass Herzog und Fitzcarraldo durchaus hervorragende Qualitäten haben.

Veröffentlicht am 04.07.2011 14:33:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.07.2011 14:36:08 GMT+02:00
jury meint:
Interessante Rezension, Herr Ochman! Wenigstens wird eine begründete Meinung vertreten und nicht irgendetwas aus der Wand geklopft, um einen Film zu belobhudeln, den sich viele nicht nur nicht zweimal, sondern vermutlich nicht mal einmal ganz(!) angeschaut haben.

Bei mir waren es übrigens zwei ganze und zwei abgebrochene Versuche, wober der letzte auf zeitgemäßem Equipment zum enttäuschendsten geriet, weil die Bildqualität - auch unter Berücksichtigung der Umstände - doch erstaunlich schlecht ausfiel. Das wird sicher noch mehr Zuschauern aufstoßen, wenn die Dampf-Fernseher erst mal ausgetauscht sind. Wo bleiben die angeblich so großen Bilder, wenn man mit der Kamera Dreckschleier durch die Gegend schwenkt?

Im Unterschied zu Ihnen finde ich allerdings, dass auch Kinski weit neben seiner Bestform agiert. In manchen Szenen wirkt er, als könne er nur mit großer Mühe noch halbwegs bei der Sache bleiben.

Wie auch immer - es gibt so viele wirklich gute Filme, dieser hier wird m.E. einfach nur wegen seiner Kuriositäten in Erinnerung bleiben.

Nette Grüße - Jury
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