Kundenrezension

29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen super Buch!, 25. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Jesus von Nazareth: Band II: Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung (Gebundene Ausgabe)
Guten Tag! Habe das Buch heute beendet und finde es super.
Die Grundaussage ist, wie schon in Teil 1: man kann Jesus nur dann verstehen, wenn man sich auf Ihn wirklich einlässt. Und zwar nicht nur mit dem Kopf, sondern mit beidem: Kopf und Herzen.
Papst Benedikt ist ein Mensch, der so, auf Jesus hin, "justiert" ist. Damit meine ich: man erkennt beim Lesen seinen ausgewogenen, ruhigen und liebevollen Glauben, der in keinen Nebenweg abdriftet, wie es halt uns allen leicht passiert.
Wie schon das Interviewbuch "Licht der Welt" empfinde ich das Werk als eine schöne Lektion für all diejenigen, die sich gerne auf Einzelaspekte des Glaubens fixieren, z.B. die "Progressiven", die nur das Revolutionäre an Jesus sehen wollen, oder die "Konservativen", die sich gern an der Vergangenheit festklammern. (ich zumindest habe einige Schwachpunkte in meinem Glauben ausmachen können.)
Papst Benedikt findet zumeist "die goldene Mitte": er schätzt die moderne Wissenschaft hoch. Er erörtert und empfiehlt ausdrücklich auch "kritische" Literatur a lá Bultmann. Er betont die Wichtigkeit der Exegese und der historisch-kritischen Herangehensweise. Aber er schreibt auch, wo die Grenzen der modernen Forschung sind. Wo Wissenschaft aufhört, und wo "Besserwisserei" anfängt. Wo Gott schlicht und ergreifend größer ist als unsere Vorstellungen von Ihm.
Wenn wir hingegen, wie Benedikt, uns einmal an das große Wagnis machen, uns auf Jesus einzulassen, und zwar ohne Vorbehalte und Hochmut - dann ist wirklich Unfassbares möglich. Besonders zum Ende des Buches wird das deutlich.

EINE GUTE LEKTÜRE WÜNSCHE ICH EUCH / IHNEN.

Stefan
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.04.2011 08:52:07 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 22.08.2011 10:51:12 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2011 10:40:41 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 23.02.2014 20:49:25 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2011 10:45:58 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 22.08.2011 10:51:37 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 19.11.2011 01:09:08 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.04.2012 08:44:46 GMT+02:00
H. Ried meint:
Oh Herr Binninger,

wenn Sie nicht glauben, dass Jesus Gottes Sohn war, sind Sie kein Christ und sollten sich daher nicht abfaellig ueber religioese Buecher urteilen. Wenn Sie z.B. nichts von Physik verstehe, bewerten Sie ja auch solche Buecher nicht, nur ueber Religion muss wohl jeder seinen Senf dazugeben :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 19:11:04 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.07.2012 19:13:42 GMT+02:00
gabi busch meint:
Hallo Herr Binninger, an Ihrem Profil und an Ihren Kommentaren ist klar erkennbar, dass Sie Atheist sind bzw. kein Christ sind.
Es ist mir unverständlich, warum Sie solch ein Buch rezensieren.
Lesen Sie vielleicht mal im Neuen Testament was Jesus gesagt hat und sehen Sie nicht nur auf das, was Menschen im Namen Gottes verbrochen haben. Er sagte, wir sollen Gott über alles lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. Wenn ein ungläubiger Mensch über den Glauben redet ist es so, als wenn ein Blinder über Farben spricht.
Viele Grüße, Gabi

Veröffentlicht am 19.10.2012 17:19:40 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2013 02:18:03 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.01.2013 02:19:13 GMT+01:00
Jayanti meint:
Schon seit jeher habe ich mich intensiv mit Mystizismus in der Welt beschäftigt, was mich kürzlich dazu veranlasste, die Spiritualität in der antiken Welt zu untersuchen. (…) Wie die meisten hatte ich nur ein ein sehr ungenaues und antiquiertes Wissen über das Heidentum. Ich hatte gelernt, mir einen primitiven Ableger vorzustellen, der einen Götzen frönt, ihm blutige Opfer bringt, und verknöcherte Philosophen in langen Togen, die dem hinterherstolpern, was wir heute als Wissenschaft bezeichnen. Ich war vertraut mit verschiedenen griechischen Mythen, in denen die sowohl partisanenhafte als auch kapriziöse Natur der olympischen Götter und Göttinnen offenbar wurde.

Alles in allem erschien mir das Heidentum als primitiv und fundamental fremd. Aber nach vielen Jahren des Studiums hat sich meine Meinung radikal geändert.
Heidnische Spiritualität war tatsächlich das verfeinerte Produkt einer hoch entwickelten Kultur. Die Staatsreligionen, wie zum Beispiel die Verehrung der olympischen Götter in Griechenland, waren etwas mehr als nur äußere Pracht und Zeremonie. Die wahre Spiritualität der Menschen drückte sich in der pulsierenden und mystischen „Mysteriumsreligion“ aus. Zunächst noch im Untergrund und als ketzerisches Bewegung abgetan, verbreiteten sich diese Mysterien und erblühten im Gesamten antiken Mittelmeerraum. Sie inspirierten die größten Geister der heidnischen Welt, die diese Mysterien als die ursprüngliche Quelle der Zivilisation bezeichneten.

Jede mit einem Mysterium behaftete Tradition verfügte über fremdartige, von außen kommende Mysterien, gepaart mit durchaus zum Allgemeinwissen gehörenden Mythen. Hinzu kamen Rituale, die jedem offen standen, der daran teilhaben wollte. Es gab auch esoterische innere Mysterien, die ein geheiligtes Geheimnis darstellen, das nur jenen bekannt war, die dem machtvollen Prozess der Einführung vollzogen hatten. Eingeweihte in die innere Mysterien verfügten nicht nur über die mystische Bedeutung der Rituale, sondern es offenbarten sich ihnen auch die den äußeren Mysterien zugrunde liegenden Mythen – ein Prozess, der persönliche Transformation und geistige Erleuchtung hervorbrachte. Die Philosophen der antiken Welt waren die spirituellen Herren der inneren Mysterien (…), hinduistischer Gurus eher vergleichbar als verstaubten Akademikern.

An den bedeutenden griechischen Philosophen Pythagoras etwa erinnert man sich heute fast nur noch wegen seines mathematischen Theorems, den berühmten Satz des Pythagoras.“ Dabei war er viel mehr als ein trockener Theoretiker: ein leuchtender Weiser, der in der Lage gewesen sein soll, auf wundersame Weise die Winde zu stillen und die Toten aufzuerwecken.

Im innersten Kern der Mysterien erkennen wir Mythen, die sich auf einen sterbenden und auferstehenden Gottmann beziehen, den man unter vielen verschiedenen Namen kannte. In Ägypten hieß er Osiris, in Griechenland Dionysos, in Kleinasien (oder Anatolien) Minmor Artis, in Syrien Adonis, in Italien Bacchus, in Persien Mithras. Grundsätzlich verkörpern all diese Gottmänner ein und dasselbe mythische Wesen...Ich möchte diesem beiden Doppelnamen Osiris-Dionysos geben, um seine universell zusammengesetzte Natur zum Ausdruck zu bringen, jedoch seinen wahren Namen nennen, wenn ich mich auf eine spezielle Mysterientradition beziehe.
Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. hatten Philosophen wie Xenopahens und Empedokles über diejenigen gelächelt, die die Geschichten der Götter und Göttinnen wörtlich nahmen. Sie selbst interpretierten diese als Gleichnisse menschlich-spiritueller Erfahrung. Die Mythen von Osiris-Dionysos sollten nicht als faszinierende Märchen verstanden werden, mit der die mythischen Lehren der inneren Mysterien entschlüsselt werden können. Genau aus diesem Grund bleiben die Mythen von Osiris-Dionysos im Wesentlichen unverändert, auch wenn die Einzelheiten im Lauf der Zeiten von den verschiedenen Kulturen weiter entwickelt und angepasst würden.

Die vielfältigen Mythen der verschiedenen Gottmänner der Mysterien haben das allgemein, was der herausragende Mythenforscher Joseph Campbell „dieselbe Anatomie“ nannte. Genau wie jeder Mensch physisch einzigartig ist, ist es doch möglich, von einer generellen Anatomie des menschlichen Körpers zu sprechen. Ebenso verhält es sich mit den verschiedenen Mythen, die sowohl einzigartig als auch grundsätzlich gleich sind. Ein hilfreicher Vergleich mag zum Beispiel das Verhältnis zwischen Shakespeare Romeo und Julia und Bernsteins Westsidestory sein. Ersteres ist eine englische Tragödie über wohlhabende Familien in Italien aus dem 16., Letzteres ein amerikanisches Musical über Straßengangs aus dem 20. Jahrhunderts. Oberflächlich gesehen sind sie völlig verschieden, und dennoch handelt es sich um ein und dieselbe Geschichte.

Ähnlich ist es mit den Geschichten über die Gottmänner der heidnischen Mysterien: Inhaltlich sind sie gleich, obwohl sie sich in verschiedener Form darstellen. Je mehr ich mich mit den verschiedenen Versionen des Mythos Osiris-Dionysos beschäftige, desto klarer wurde mir es, das die Geschichte Jesus über alle Charakteristiken jenes ewigen Märchens verfügt. Von zu Fall erkannte ich, dass es möglich ist, aus mythischen Osiris-Dionysos-Motiven Jesus` vermutliche Biographie zu rekonstruieren:

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Osiris-Dionysos ist von Gott gemachtes Fleisch, ist Erlöser und „Sohn Gottes“. Sein Vater ist Gott, seine Mutter eine sterbliche Jungfrau. Er wurde am 25. Dezember vor den Augen dreier Hirten in einem Stall oder in einem Unterstand geboren. Er bietet seinen Anhängern die Möglichkeit, durch die Riten der Taufe zu neuen Leben zu erweckt zu werden. Auf wundersame Weise verwandelt er bei einer Hochzeitsfeier Wasser in Wein. Im Siegeszug reitet er auf einem Esel in die Stadt, und die Menschen winken ihm zu mit Palmwedeln, obgleich dort vielleicht kaum ein einziger Mensch anwesend gewesen ist. Er stirbt um die Osterzeit, als Opfer für die Sünden der Welt. Da fragt man sich dann warum gibt es das Leid?....Nach seinem Tod steigt er hinab zur Hölle, am dritten Tage aufersteht er von den Toten und fährt glorreich in den Himmel auf. Seine Anhänger warten auf seine Rückkehr als Richter am jüngsten Tag. Sein Tod und seine Auferstehung beim rituellen Abendmahl aus Brot und Wein zelebriert, wobei das Brot sein Fleisch, der Wein sein Blut symbolisiert.
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Dies sind nur einige der Motive, die die Geschichten von Osiris-Dionysos und die Biographie von Jesus gemeinsam haben. Weshalb gehören diese bemerkenswerten Übereinstimmungen nicht zum Allgemeinwissen?. Weil, wie ich später entdeckte, die frühe römische katholische Kirche alles in ihrer Macht stehende Tat zu verhindern, dass wir dies erkannten. Systematisch zerstörte sie in einem brutalen Programm der Mysterien-Vernichtung geheiligte Literatur heidnischen Ursprungs. Sie erledigte diese Aufgabe so gründlich, dass heute das Heidentum als eine „tote“ Religion betrachtet wird. Dabei waren diese Ähnlichkeiten den Autoren der ersten Jahrhunderte nach Christus noch völlig bekannt.

Heidnische Kritiker des Christentums (…) beklagten sich heftig darüber, dass die neu gegründete Religion nichts als eine blasse Kopie ihrer eigenen alten Lehre sei. Frühe „Kirchenväter“ wie etwa Justin Martyr, Tetullian und Irenäus waren verständlicherweise irritiert und verkündeten (…), dass die Ähnlichkeiten das Resultat einer teuflischen Machenschaft sei. Sie (…) beschuldigten den Teufel des „Plagiats durch Antizipation“: Verschlagen, wie er sei, habe er – um die Einfältigen in die Irre zu führen – die wahre Geschichte Jesu, bevor sie sich überhaupt ereignet hatte, vorausgeahnt, und unter die Leute gebracht. (…)

Andere christliche Kommentatoren verkündeten, dass die Mythen der Mysterien nichts anders wären, als „Voraus-Echos“ des tatsächlichen Erscheinens von Jesus Christus. Die ist eine etwas freundlichere Version der teuflischen Machenschaftstheorie, sie erscheint mir jedoch nicht weniger lächerlich. Es ist nichts anderes als ein kulturelles Vorurteil, uns die Jesus-Geschichte als den absoluten Höhepunkt aller seiner mythischen Vorläufer vor Augen zu führen. Unvoreingenommen betrachtet ist sie nur eine andere Version einer alten Geschichte, der die Väter des Christentums dann sogar noch weitere populäre Motive der heidnischen Mythologie hinzufügen.

Diese These wird übrigens auch von vielen christlichen Theologen gestützt, die unter den Trümmern der Mythologie nach dem „realen“ Jesus suchten. In ihren Aussagen gehört etwa die jungfräuliche Geburt nicht wirklich zur Jesus-Geschichte. Sie wird als eine spätere Beifügung angesehen, die nicht wörtlich zu nehmen wäre. Motive wie die jungfräuliche Geburt seien vom Heidentum „ausgeliehen“, wie ja auch heidnische Feste als christliche Namenstage der heiligen in die Kirche Einzug gehalten hätten. Siehe hierzu Vergleich: Katholizismus und Baal-Mithras-Kult.
Nach meiner Meinung kann allerdings von „Ausleihen“ keine Rede mehr sein. Tatsächlich fand ich so viele Ähnlichkeiten, dass kaum noch ein signifikantes Element in der Jesus-Biographie übrig bleibe, das nicht bereits in den Mysterien vorformuliert gewesen wäre. Zusätzlich entdeckte ich, dass nicht einmal seine Lehren von Jesus selbst stammen:
Auch sie waren zuvor bereits von heidnischen Weisen formuliert worden! Wenn es nun tatsächlich einen „wirklichen“ Jesus gegeben hat, musste ich aber nun einräumen, dass wir absolut nichts über ihn wissen können. Denn alles, was von ihm überliefert wurde, scheint heidnischen Ursprungs zu sein. Ein Ergebnis, das mich zunächst selbst sehr irritierte.

Während ich noch über die Entdeckung rätselte, begann ich, das bisher entstandene Bild der frühen Kirche zu hinterfragen und nach neuen Hinweisen zu suchen. Ich entdeckte, dass die frühe christliche Gemeinde weit davon entfernt war, die vereinigte Versammlung aller heiligen und Märtyrer zu sein,. Tatsächlich setzte sie sich aus einem ganzen Spektrum verschiedener Gruppen zusammen, die man grob in zwei unterschiedliche Schulen unterteilen kann: die Buchstabengetreuen und die Gnostiker.

Die Buchstabengetreuen definieren sich dadurch, dass sie die Jesus-Geschichte als buchstabengetreue Niederschrift der historischen Ereignisse begreifen. Genau diese Schule des Christentums wurde im 4. Jahrhundert vom Römischen Reich adoptiert und etablierte sich als römischer Katholizismus mit all seinen nachfolgenden Auswüchsen. Bzw., brutalen, Natur- Tiere-Umwelt und Frauen- Verachtung....
Die Gnostiker )bei den Gnostikern gab es teilweise wenigstens noch vernünftige gelebte Spiritualität, denn sie verehrten u.a die große Mutter in sexuellen Ausschweifungen) waren dagegen radikal andere Christen und wurden von der buchstabengetreuen römischen Kirche mit einer solchen Gründlichkeit verfolgt, dass wir bis vor kurzem kaum etwas über sie wussten.

Und das, was ich wusste, stammte meistens aus den Schriften ihrer Verleumder. Lediglich eine Hand voll Originaltexte der Gnostiker hat die Zeiten überdauert. Die Situation veränderte sich erst im Jahr 1945, als ein arabischer Bauer in einer Höhle von Nag Hammadi über eine ganze Bibliothek gnostischer Schriften stolperte. Von nun an hatten die Gelehrten Zugriff zu vielen Texten, die unter den frühen Christen weit verbreitet waren, aber wohlweislich vom Kanon des Neuen Testaments fern gehalten wurden: Texte, die die taten Petrus` und der zwölf (13) Apostel dokumentieren, Apokalypsen vermutlich von Paulus und Jakobus und einiges andere mehr.

Es erschien mir befremdlich, dass eine ganze Bibliothek früher christlicher Dokumente entdeckt werden konnte, die möglicherweise die Lehren Christi und seiner Apostel/innen enthielten, ohne dass alle Gläubigen von ihrem Inhalt erfuhren. Weshalb unternahm nicht jeder Christ alle nur erdenklichen Anstrengungen, um diese neu entdeckten Worte des Meisters zu lesen?. Kann es sein, das die Gnostiker noch immer nicht als legitime Stimme des Christentums anerkannt werden?.

Jene, die die gnostischen Schriften studieren, werden darin eine Form des Christentums entdecken, die der Religion, mit der sie vertraut sind, durchaus fremd gegenübersteht. Was mich betrifft, stieß ich beim Studium auf merkwürdige esoterische Traktate mit Titeln wie Hypstasis der Archons und Der Gedanke Noreas. Ich dachte schon, ich sei in einer Episode von Star Trek gelandet – und in gewisser Weise war ich das auch. Die Gnostiker waren tatsächlich „Psychonauten“, die kühn die letzten Grenzen des inneren Alls erforschten und nach den Anfängen wie dem Sinn des Lebens suchten. Diese Menschen waren mystische und gleichzeitig kreative Freidenker. Auf einmal war mir völlig klar, weshalb sie von den Bischöfen der buchstabengetreuen Kirche so gehasst wurden.
Für die Buchstabengetreuen waren die Gnostiker gefährliche Ketzer. Sie stellten diese als Christen dar die zu den Anfängen der Menschheit zurückgekehrt seien. Sie beschuldigten sie, vom Heidentum, das sie umgab, durchdrungen zu sein und der Reinheit des wahren Glaubens abgeschworen zu haben.

Die Gnostiker dagegen dachten sie verkörperten die authentische christliche Tradition, während die orthodoxen Bischöfe für die „Nachahmer-Kirche“ standen. Die Gnostiker behaupteten, im Gegensatz zu den Buchstabengetreuen die geheimen inneren Mysterien des Christentums zu kennen. Es handelte sich also auch hier um einen Machtkampf – um die Ideologie der reinen Wahrheit.

Denn inhaltlich bedienten sich sowohl die orthodoxen Christen wie die Gnostiker bei heidnischen Überlieferungen. Wie die Philosophen der heidnischen Mysterien glaubten auch die Gnostiker an die Reinkarnation. Sie verehrten die Göttin Sophia, vertieften sich in die griechische Philosophie Platons. Gnostiker wie Buchstabengetreue glaubten, im Besítz der reinen Lehre zu sein. Mit dem entschiedenen Unterschied, dass die Gnostiker in ihre Lehre die Gnosis mit einbeziehen wollten. Ihnen ging es darum, durch Erfahrung unmittelbare „Kenntnis von Gott und der Gemahlin“ zu erlangen, während die Buchstabengetreuen eine Hierarchie aufbauen und die – ihre – Wahrheit „von oben ohne Menschenverstand“ verordnen wollten...
Was mich besonders berührte war, dass die Gnostiker kein besonderes Interesse am historischen Jesus hatten. Sie sahen die Jesu-Geschichte, wie heidnische Philosophen die Mythen um Osiris-Dionysos deuteten – als Sinnbild, um geheime mystische Lehren zu entschlüsseln. Und vielleicht waren ich ja auch nur deshalb so überrascht über die Ähnlichkeiten zwischen der Jesus-Geschichte und den heidnischen Mythen, weil ich selbst noch viel zu sehr im traditionellen Denken verhaftet war.
In einigen Schriften ist Petrus die Personifikation der orthodoxen Ansicht über Frauen. Maria Magdalena fürchtet ihn, weil er „unser Geschlecht hasst“. Und er hat Angst vor ihr. Er ist darum bemüht, dass diese „neue Eva“ nicht zu viel Einfluss bekommt. „Lasst Maria von uns ziehen“, sagt er, „da die Frauen des LEBENS nicht würdig sind.“ Und die Brüder fragt er: „Sollen wir umkehren und könnt ihr zuhören? Hab er sie vor uns erzählt?“.
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