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Kundenrezension

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker der für sich alleine angesehen werden muss, 22. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Rambo - First Blood (DVD)
Rambo - First Blood ist wohl einer der besten, intelligentesten Actionfilme die ich je gesehen habe und gleichzeitig weit mehr als das. Einerseits ist zu bemerken, dass hier das System (die Exekutive/ die Staatsgewalt) vordergründig als unsympathisch und feindlich dargestellt wird, was in geschätzten 95% aller Actionfilme sonst eben genau umgekehrt gezeigt wird. Aus dieser Perspektive betrachtet sympathisiert der Betrachter mit dem unbesiegbaren Kriegsveteranen und Einzelgänger Rambo. Es tut dem einfachen Gemüt nachgerade gut zu sehen wie hier machtbesessene, rücksichtslose, vorurteilsbehaftete Polizeibeamte in ihre Grenzen verwiesen werden und in einer Konfrontation, trotz zahlenmäßigem und bewaffnungstechnischem Vorteil unterlegen sind. Der Zuseher fiebert hier mit dem schier unbezwingbaren Einzelkämpfer Rambo, der trotz allem verletzlich dargestellt wird.

Bei einer zweiten genaueren Betrachtung, in der man die eigenen Männlichkeitsphantasien und die Vorurteile gegen die Polizei hintan stellen sollte, wird aber klar wie unverhältnismäßig die Eskalationen sind die hier aus einer kleinen Alltagssituation entstehen. Eigentlich zeigt sich am Ende, dass Rambo, der eine ganze Kleinstadt verwüstet hat und dutzende Verletzte sowie zumindest einen Toten auf seinem Gewissen hat, zwar als gutausgebildeter Soldat perfekt funktioniert, aber in einer friedlichen Gesellschaft fehl am Platz ist. Er wurde ausgebildet um zu kämpfen zu töten und zu überleben - als Soldat zu funktionieren und reagiert auf einen respektlosen Übergriff der Exekutive mit einem Kleinkrieg, in den er sich wie ein Besessener hineinsteigert. Spätestens als er am Ende wie ein Kind weint und ersichtlich wird, dass er seine Kriegstraumata nie überwunden hat sollte dem geneigten Zuseher klar werden, dass er über die bisherige Laufzeit des Filmes mit einer psychisch schwer angeschlagenen, menschlichen Zeitbombe sympathisiert hat. Dem Entrechteten der ebenso in Schuhmachers "Falling Down" gezeigt wird - wenngleich weit weniger vielschichtig. Einem potentiellen Amokläufer, der hier durch die Polizei angestachelt wird und in einer Friedenssituation den Krieg heraufbeschwört.

Eben wegen dieser Wechselwirkung, der unterschiedlichen Betrachtungsweisen die dieser kluge Plot zulässt erachte ich "Rambo - First Blood" als einen großartigen Film. Hinzukommt freilich die Kritik am Vietnamkrieg und die allgemeine Frage, ob es denn wirklich sinnvoll wenn nicht sogar gefährlich ist, dass Staaten sich Tötungsspezialisten heranziehen. Freilich eröffnet "Rambo -First Blood" anfangs nur die mitreissende Perspektive des unbesiegbaren Einzelkämpfers gegen das spießbürgerliche, ungerechte System, die sehr viel Identifikationspotential beinhaltet. Aber gerade wenn diese Identifikation sich einstellt, sollte sich der Betrachter fragen mit wem er sich da eigentlich identifiziert und ob dahinter nicht der eigene Freiheitsdrang, überzogene Männlichkeitsphantasien oder soziophobische Veranlagungen stehen. Wie das Bonusmaterial offenbart sollte Rambo ursprünglich am Ende willig den Freitod durch die Hand von Collonel Trautman erfahren. Auch im Roman überlebt Rambo diesen Kleinkrieg nicht, soweit mir das bekannt ist. Daher frage ich mich heute oft: Um wie viel besser hätte die Wirkung dieses Films funktioniert, hätte man das ursprüngliche Ende beibehalten? Um wie viel klarer wäre seine Botschaft gewesen? Andererseits ist es vielleicht gerade diese Unklarheit die diesen Film so besonders macht. So ist Rambo für mich eine ebenso kontroverse Figur wie "Taxidriver" Travis Bickle oder Alex aus "Clockwork Orange" - also ein Mensch der trotz offenbar vorliegender psychischer Erkrankung zum Helden stilisiert wird. Nur wirkt dies in "Rambo - First Blood" subtiler und weniger offensichtlich.

Gleichwohl ob man Rambo nun als komplexen, sozialkritischen Streifen betrachten möchte, so wie ich oder sich von der Identifikation mit dem entrechteten Einzelkämpfer gefangen nehmen lässt. Dieser Film ist ein oft zu unrecht banalisierter Klassiker. Leider haben die Fortsetzungen dazu beigetragen, dass Rambo später ausschließlich als übermenschliche Kampfmaschine angesehen wurde und das Ansehen das "First Blood" verdient hätte fiel diesem Allgemeinbild anheim, dass die action-lastigen, anspruchsfreien Fortsetzungen zeichneten. Rambo2 etwa ist ein stumpfer Film, der dem Wunsch vieler Amerikaner den Vietnamkrieg doch noch zu gewinnen genüge tut. Teil 3 ist ein Propagandainstrument gegen Russland und den Kommunismus in Zeiten des kalten Krieges. Teil 4 ist zwar, dank fehlender politischer, bzw. amerika-patriotischer Botschaft noch am gelungensten und lässt dennoch jeden Anspruch vermissen. Insofern sehe ich "Rambo - First Blood" als kontroversen, sozialkritischen Klassiker an, der durch seine misslungenen Fortsetzungen entwertet wurde.
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Kommentare


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.01.2014 22:16:00 GMT+01:00
Moritz meint:
Stimme zu 100% zu! Die gesamte Rezension hätte von mir sein können ;)

Veröffentlicht am 16.02.2014 21:41:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2014 21:49:53 GMT+01:00
derDETEKTOR meint:
Ich glaube Sie haben den Film falsch verstanden!!! John J. Rambo will nicht kämpfen und dieses macht er auch im Film mehrfach klar deutlich. Er wurde zwar in der Sondereinheit als Spezialist für alle Einsätze ausgebildet, aber er will nicht unbedingt kämpfen und töten.
Er sucht nur seine Überlebenden einzigen Freunde!!!
Erst als er keine Wahl mehr hat und in ihm seine Erinnerungen wieder ins Bewusstsein schießen, sieht er die Ausweglosigkeit in der Gesellschaft, welche für Kriegsveteranen bestimmt ist.
Er wird wie ein Landstreicher behandelt (obwohl er nur etwas zu Essen in einem Lokal wollte), wird von Polizeibeamten misshandelt, bekommt keine Arbeit und das ist der Dank für die Treue zu seinem Vaterland. Er ein aufrichtiger Ex-Soldat wird nicht akzeptiert, obwohl er eigentlich einen festen Platz in der Gesellschaft einnehmen sollte.
Gerade deshalb ist der Film ein Meisterwerk und unerreichbar!!!
In diesem Film wird klar die Realität sowie die Akzeptanz zu Soldaten in der Gesellschaft gezeigt und deren Betrachtungswinkel.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.02.2014 22:42:42 GMT+01:00
Ich denke, das habe ich schon verstanden! Allerdings ist dies nur die Ausgangssituation! Im späteren Verlauf der Handlung scheint mir, dass in Rambo der Wunsch erwacht ist diesen Kampf auch zu gewinnen, anstatt sich rechtzeitig zu stellen und die Waffen niederzulegen! Es ist geradeso als hätte sich dann in Rambo ein Schalter umgelegt und ihn in die Kriegssituation zurückversetzt! Klar hat die USA ihre Veteranen immer wieder schlecht behandelt, aber als Landstreicher hätte die Polizei auch jeden anderen Menschen, ohne Veteranen-Status betrachten können! Viel eher erscheint mir Rambo wie jemand in dem der Krieg und viele unverarbeitete Erlebnisse schlummern und die Polizei erweckt durch ihre respektlose und abwertende Behandlung den mitleidlosen Soldaten, der in ihm wohnt!

Es zeigt sich wieder: Dieser Film lässt sich aus vielen Betrachtungswinkeln sehen & das macht ihn in meinen Augen eben so besonders gut! Ich denke, da gibt es keine richtige und keine falsche Sichtweise!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.06.2014 00:50:48 GMT+02:00
Magnus Becker meint:
Ja, ich stimme da derDETEKTOR zu. Der Film ist ein purer Anti-Kriegsfilm und soll veranschaulichen wie die Gesellschaft Soldaten erst emotional abtötet zu ihrem eigenen Nutzen und dann wieder ausspuckt als gebrochene Menschen.

Ich stimme da Valentin Korba aber auch zu, dass Rambo irgendwann in einen Auto-Modus verfällt, aber genau diesen hat die Gesellschaft ihm eingebrannt. Er kann einfach nicht anders bzw. versucht es noch zu verhindern, wird aber immer mehr hinein getrieben.

Ich finde es gut, dass er nicht gestorben ist, denn dieses Ende drückt aus, dass auch solche gebrochenen Menschen, wenn man Ihnen zuhört und auf Ihre Sorgen eingeht (wie der Colonel es gemacht hat) wieder als funktionierender Bestandteil der Gesellschaft fuß fassen können.

Ihn töten würde die Message vermitteln, dass man am besten Unkrautmittel gegen solch eine Auswuchs der _Gesellschaft_ anwenden sollte.

Veröffentlicht am 15.04.2015 09:38:47 GMT+02:00
SAINT meint:
Ersteinmal finde ich es klasse wie Sie den Film analysiert haben. Das trifft so ziemlich meine Beobachtung. Zu Teil 4 würde ich aber noch etwas einwerfen, da die Message vielleicht nicht unbedingt sofort ersichtlich war. Stallone hat sich mehrmals als Christ geoutet und in dem letzten Teil eine etwas theologische Frage aufgeworfen, die zugegeben etwas untergeht, wenn man in der Materie nicht drin steckt. Neutral auf den Punkt gebracht, würde diese wie folgt lauten: "Ab wann muss der Mensch eingreifen wenn sich die Hilflosen nicht selbst verteidigen können". Expliziter ausgedrückt, stellt sich die Frage, ob der Christ generell zu Gewalt greifen darf und manchmal vielleicht auch muss. Gerade weil diese Frage in Bezug auf die Religion eine ziemlich kontroverse ist, da der christliche Glaube durch Jesus Gewalt generell versucht abzustellen, ist das behandelte Thema eine recht hervorragende Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Veröffentlicht am 16.08.2015 15:57:02 GMT+02:00
Eine ausgezeichnete Inhaltsbeschreibung und Analyse. Ihre Rezension hat mich veranlasst, den Film anzusehen, den ich bisher als typisch amerikanischen Actionfilm eingestuft habe. Ich schließe mich Ihrer Beurteilung des Films an. Danke.
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Ort: Wien

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