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Auf der Fahnungsliste, 6. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Vogelfrei (DVD)
Kurz nach der Flucht aus dem Gefängnis trifft Wes McQueen (Joel McCrea) die junge Julie Ann (Dorothy Malone) und ihren Vater (Henry Hull), die im Westen ihr Glück versuchen wollen. Obwohl Wes von Julie Ann ziemlich angetan ist, reitet er weiter. Dies zum einen, weil er polizeilich gesucht wird, zum anderen, weil er schon seinen nächsten Coup in Aussicht hat: einen Eisenbahnraub. Die beiden Partner für den Raub trifft er in einer verlassenen Bergsiedlung, aber auch die aufregende Colorado (Virginia Mayo), die ihm unverholen schöne Augen macht. Wes versucht, den Ball flach zu halten und sich auf den Überfall vorzubereiten. Nach diesem, so nimmt er sich vor, will er sich aus der Kriminalität zurückziehen. Trotz der turbulenten Begleitumstände kommt der Überfall ins Rollen. Als es zwischen den Räubern um alles oder nichts geht, hat Wes zunächst gute Karten, aber als Krimineller steht er dauernd auf der Abschlussliste. Wenn Raoul Walsh Regie führte, war es in den Filmen oft nur eine Frage der Zeit, bis handfeste Kost geboten wurde. Das gilt natürlich auch hier bei "Colorado Territory" (Warner Bros., 1949). Walsh verstand es aber auch gut, Stimmungen auszudrücken. Dabei hilft hier ganz wesentlich die karge Landschaft im amerikanischen Westen. Obwohl besonders am Anfang des Films noch der eine oder andere lustige Moment gezeigt wird, trübt sich die Stimmung nach und nach ein. Die Hauptpersonen sind zum Scheitern geradezu verurteilt. Doch sie ergeben sich ihrem Schicksal nicht, und das treibt die Handlung voran. Das macht den Film kurzweilig und unterhaltsam. Die Spannung bleibt erhalten und die Figuren sind insgesamt überzeugend. Dieser zweifellos sehenswerte Klassiker aus dem Warner-Archiv hätte zweifellos eine überzeugendere DVD-Ausgabe verdient als die vorliegende aus der Reihe "SZ-Cinemathek". Das Problem: wie man durch die deutschen Texteinschaltungen leicht erkennen kann, ist hier nicht die amerikanische Originalversion zu sehen, sondern eine, die wohl für das Fernsehen bearbeitet wurde und leicht auf 89 Minuten Laufzeit getrimmt wurde. Weitere Indizien dafür sind die teils schwankende Bildqualität (schwarz-weiss, 4:3) und die eigenartigen Schnitte in den mutmasslich gekürzten Szenen. Schade drum, auch deshalb, weil die hiesige Warner-DVD-Sparte den Film leichtfertig ausser acht liess und selber keine anständige Edition erstelllte. Den Film gibt es nur mit deutschem und englischem Ton, Untertitel fehlen. Als Bonusmaterial gibt es nur den Verweis auf die DVD-Serie mit den Westernfilmen. Mehr zum Film erfährt man immerhin in den Klappentexten dieser DVD-Ausgabe. Das kann allerdings die erwähnten Mängel nur zum Teil gutmachen. Insgesamt wiegen die Versäumnisse der DVD-Umsetzung doch zu schwer. Deshalb reicht es in der Gesamtbewertung nur für gut zwei von fünf abgehängten Eisenbahnwagen und einen kräftigen Schlag mit der neuen Kirchenglocke.
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Vogelfrei B0053UBN44
Joel McCrea
Süddeutsche Zeitung GmbH(ALIVE AG)
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Kurz nach der Flucht aus dem Gefängnis trifft Wes McQueen (Joel McCrea) die junge Julie Ann (Dorothy Malone) und ihren Vater (Henry Hull), die im Westen ihr Glück versuchen wollen. Obwohl Wes von Julie Ann ziemlich angetan ist, reitet er weiter. Dies zum einen, weil er polizeilich gesucht wird, zum anderen, weil er schon seinen nächsten Coup in Aussicht hat: einen Eisenbahnraub. Die beiden Partner für den Raub trifft er in einer verlassenen Bergsiedlung, aber auch die aufregende Colorado (Virginia Mayo), die ihm unverholen schöne Augen macht. Wes versucht, den Ball flach zu halten und sich auf den Überfall vorzubereiten. Nach diesem, so nimmt er sich vor, will er sich aus der Kriminalität zurückziehen. Trotz der turbulenten Begleitumstände kommt der Überfall ins Rollen. Als es zwischen den Räubern um alles oder nichts geht, hat Wes zunächst gute Karten, aber als Krimineller steht er dauernd auf der Abschlussliste. Wenn Raoul Walsh Regie führte, war es in den Filmen oft nur eine Frage der Zeit, bis handfeste Kost geboten wurde. Das gilt natürlich auch hier bei "Colorado Territory" (Warner Bros., 1949). Walsh verstand es aber auch gut, Stimmungen auszudrücken. Dabei hilft hier ganz wesentlich die karge Landschaft im amerikanischen Westen. Obwohl besonders am Anfang des Films noch der eine oder andere lustige Moment gezeigt wird, trübt sich die Stimmung nach und nach ein. Die Hauptpersonen sind zum Scheitern geradezu verurteilt. Doch sie ergeben sich ihrem Schicksal nicht, und das treibt die Handlung voran. Das macht den Film kurzweilig und unterhaltsam. Die Spannung bleibt erhalten und die Figuren sind insgesamt überzeugend. Dieser zweifellos sehenswerte Klassiker aus dem Warner-Archiv hätte zweifellos eine überzeugendere DVD-Ausgabe verdient als die vorliegende aus der Reihe "SZ-Cinemathek". Das Problem: wie man durch die deutschen Texteinschaltungen leicht erkennen kann, ist hier nicht die amerikanische Originalversion zu sehen, sondern eine, die wohl für das Fernsehen bearbeitet wurde und leicht auf 89 Minuten Laufzeit getrimmt wurde. Weitere Indizien dafür sind die teils schwankende Bildqualität (schwarz-weiss, 4:3) und die eigenartigen Schnitte in den mutmasslich gekürzten Szenen. Schade drum, auch deshalb, weil die hiesige Warner-DVD-Sparte den Film leichtfertig ausser acht liess und selber keine anständige Edition erstelllte. Den Film gibt es nur mit deutschem und englischem Ton, Untertitel fehlen. Als Bonusmaterial gibt es nur den Verweis auf die DVD-Serie mit den Westernfilmen. Mehr zum Film erfährt man immerhin in den Klappentexten dieser DVD-Ausgabe. Das kann allerdings die erwähnten Mängel nur zum Teil gutmachen. Insgesamt wiegen die Versäumnisse der DVD-Umsetzung doch zu schwer. Deshalb reicht es in der Gesamtbewertung nur für gut zwei von fünf abgehängten Eisenbahnwagen und einen kräftigen Schlag mit der neuen Kirchenglocke.
Matthias Haas
6. November 2011
- Insgesamt:
5

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Ort: Sumiswald Schweiz
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