Kundenrezension

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top!!, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elvis Recorded Live on Stage in Memphis (Legacy Edition) (Audio CD)
Hier mal eine Rezession die alles über die neue Veröffentlichung im März 2014 aussagt!
Geschrieben von Herrn M.W. auf Facebook.

Zitat:

Ich bin nach wie vor begeistert, sowohl von dem Konzert selber als auch von dem neuen Mix. Er ist deutlich trockener als die bisher bekannten, nicht so verwaschen und verhallt. Und vor allem nicht so zugematscht mit Applaus.

Klar ist: Die Originalfassung als Zusammenschnitt der Highlights hatte mehr Drive, weil alles fehlt, was Längen hätten sein können; der einzige Lähmer ist da "Love Me", das sie sich wirklich hätten sparen können, das es sowohl bei MSG als auch Aloha eh schon mit dabei war. Durch die massiv eingesetzten Applausfahrten kam beim Original natürlich die ultimative Live- und Party-Stimmung auf. Das hat der neue Mix nicht zu bieten. Stattdessen ist er präzise, sogar knallhart präzise. Ich kenne keinen anderen Live-Mix von Elvis, bei dem man jedes einzelne Instrument so klar differenziert heraushören kann. Normalerweise sollte man das bei Konzert-Mitschnitten auch nicht machen, weil immer irgendwas schief läuft, irgendwer nicht ganz sauber spielt oder das Timing wackelt. Bühne ist halt nicht Studio. Aber hier kann man es sich erlauben, denn die Band spielt wie ein Uhrwerk, auf Millisekunden genau, kein falscher Ton, nichts geht daneben, es wackelt an keiner Stelle. Es wird für mich immer ein Faszinosum bleiben, wie man gleichzeitig so diszipliniert spielen kann und dabei noch so viel Raum für Improvisationen und Spielereien lassen kann. Was für eine herausragende Leistung aller Beteiligter!

Ich habe früher oft gesagt, dass der einzige Schwachpunkt an dem Konzert Duke Bardwell ist, aber nun muss ich diese Ansicht revidieren. Klar, er kommt nicht mit so filigranen, verspielten Ideen daher wie Jerry Scheff, der gerne mal durch die Skalen wandert und Jazz-Phrasen einbringt, aber der Mann spielt perfekt mit Ronnie Tutt zusammen und legt ein solides, punktgenaues rhythmisches und harmonisches Fundament, auf dem der Rest der Band mit schlafwandlerischer Sicherheit zuhause ist. Das groovt wie Sau, wie wir Musiker sagen.

Natürlich ist es immer ein Genuss, die unfassbar, überirdisch geilen Licks und fantasievollen Einwürfe zu hören, die James Burton spielt. Der Mann hat ein schier unendliches Repertoire an geschmackvollen, passenden Ideen und wiederholt sich so gut wie nie. Aber zum ersten Mal hört man auch John Wilkinsons Rhythmusgitarre durchgängig differenziert heraus (auf dem linken Kanal), wie sie James‘ Spielereien (rechts) ergänzt und harmonisch trägt. Auch Glens Piano (meistens links), das in anderen Konzertmitschnitten häufig untergeht, ist klar herausgearbeitet worden. Ein echter Aha-Effekt!

Der ursprüngliche Plan war, das Album so klingen zu lassen, als säße man im Publikum. Der neue Mix hingegen klingt, als stünde man direkt neben Elvis auf der Bühne, was ich unter rein musikalischen Aspekten viel interessanter finde.

Übrigens hat man hier nicht - wie so oft bei Live-Mitschnitten - einmal eine passende Einstellung am Mischpult gefunden und die Show dann einfach so durchlaufen lassen. Jeder Song wurde einzeln bearbeitet, es wurde also songdienlich gemischt. So wandern manche Instrumente: Das Piano liegt eigentlich links, aber bei "Why Me Lord" und "How Great Thou Art", wo es eine tragende Funktion hat, liegt es mittig. Auch das vom Percussionisten Richard Lepore gespielte Tamburin wandert von links nach rechts, je nachdem, wo es sinnvoll ist. Diese "Wanderungen" stören aber nicht weiter, wenn man nicht speziell drauf achtet und geradezu will, dass es einen stört. Es wird im Stereo-Panorama nicht die Bühnensituation abgebildet, sondern das, was für jeden Song am besten klingt.

Es lohnt sich wirklich, die CD mehrmals zu hören und immer auf etwas anderes zu achten. Mir sind tausend Dinge aufgefallen, die ich bei dem Soundbrei vorher nie bewusst wahrgenommen habe. Sogar das Medley "Teddy Bear / Don’t Be Cruel", eigentlich ein absoluter Lähmer aufgrund von Elvis‘ unengagiertem Vortrag, wird plötzlich zur Perle. Man achte mal darauf, wenn Elvis singt "at least please telephone", wie Ronnie Tutt auf dem Ride-Becken das Klingeln eines Telefons imitiert. Das sind Feinheiten, wo mir total einer bei abgeht. Auch wenn das vielleicht keine Sau jemals bemerkt hat, aber es zeigt, dass die Typen sich echt Gedanken gemacht haben über Kleinigkeiten, um die Nummer aufzuwerten. Oder bei "Suspicious Minds" macht Elvis sehr auffällig so einen Laut wie "a-wah-wah-wah-wah" (etwa bei 2:08 zu hören). Nun raffe ich auch endlich warum: Das war eine musikalische Anweisung, denn gleich danach setzt James plötzlich sein Wah-Wah-Pedal ein. (Das ist ein ziemlich prägnanter Effekt auf der Gitarre, der so heißt wie er klingt.) Was Ronnie Tutt am Ende des Songs bei den Wiederholungen auf seinem Schlagzeug abfeuert, ist absolute Weltklasse. Bei "Help Me" sollte man mal auf die Dynamik-Wechsel achten, vor allem im Refrain: "I never thought I needed help before" kommt ziemlich brachial daher, mit Ronnie auf dem Ride-Becken, dann werden sie plötzlich leiser für die nächste Zeile "I thought that I could get by by myself", wofür Ronnie zur HiHat wechselt, um für die nächste Zeile wieder voll aufzudrehen. Verdammte Hacke, das ist ganz großes Kino!

Und bevor es wieder heißt, ich interessiere mich nur für die Musiker und Elvis ist mir egal: Nein, keineswegs. Der Mann liefert eine wirklich gute Show ab, singt solide, präzise und immer auf den Punkt. Die lauten Töne kommen mit Power, und selbst bei den leisesten ist er in tune, da gibt es keine Ausreißer. Offensichtlich ist er clean oder zumindest gut eingestellt, er ist absolut wach und jede Sekunde voll bei der Sache, für 1974 absolut auf der Höhe. Tolle Interaktion mit dem Publikum, man merkt richtig, wie viel Spaß ihm die Show macht und wie er sich über die begeisterte Reaktion freut.

Ich kann es nur wiederholen: Die CD ist super, die muss man haben. Dieser Remix ist eine tiefe Verneigung vor Elvis und seiner unfassbar geilen Band. Das ist lebendige Musik auf allerhöchstem Niveau. Was hier für 10 Euro geboten wird, ist der Hammer schlechthin.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.03.2014 22:52:05 GMT+01:00
schmidi meint:
Danke für diese starke Rezension, die ist so treffend und interessant, man sollte sie ausdrucken, zusammenfalten und der CD beilegen.
Beim anhören Sogar Sinnvoll wegen der Details und Zeitangaben.
Ich werd's tun;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 12:18:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.03.2014 12:19:34 GMT+02:00
ja der michael werner schreibt wirklich fantastische rezis, weshalb ich auch den golden boy elvis von allen fan magazinen am liebsten lese.

erfreulicherweise ist er auch immer mit kritischem blick unterwegs und kein "elvis war immer geil" autor wie es sie in der fan(magazin) szene leider viel zu oft gibt.

besonders herausragend sind seine takebesprechungen, da kann man als hobby musikant ne menge lernen und hört die ftd`s noch mal mit ganz anderen ohren.

wäre durchaus wünschenswert wenn hier mehr seiner rezensionen (sofern er damit einverstanden ist) den weg auf dieses portal finden, da die ewigen "elvis ist einfach super" und "die cd macht einfach spass zu hören" rezis niemandem weiterhelfen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.05.2014 15:13:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.05.2014 15:53:28 GMT+02:00
deke meint:
MW war für mich der Grund, das Golden Boy in die Tonne zu kloppen. Wie man diesen eitlen Selbstdarsteller verehren kann, ist mir schleierhaft. Plötzlich geht ihm beim ansonsten "Lähmer" "TeddyBear/Dont Be Cruel" einer ab, weil er mit seinem scharfen Gehör was gefunden hat. Wie krank ist das denn. Er darf gerne darauf verweisen, aber er macht ein übles Angeber Ding draus. Aber bitte, jedem das seine. Wenn es Euch gefällt. Bitte schön. Der Mann unterstellt Elvis immer wieder High gewesen zu sein. Vielleicht ist MW bei seinen Besprechungen High. Er, der verkannte Musiker. Anders ist mir seine hochtrabende Art nicht zu erklären. Manch einem gefallen seine selbstherrlichen Besprechungen, mir gingen sie auf den Senkel. Davon abgesehen ist der neue Mix natürlich das beste was man bisher von dem Konzert erhalten kann. Das Stereo Panorama kommt mir insgesamt zu mittig/rechts daher aber alles ist klar und deutlich zu hören. Und das Konzert macht endlich Spaß beim zuhören.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 13:55:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.05.2014 14:01:32 GMT+02:00
Hm früher haben sie geschrieben der Sound der FTD sei gut gewesen, jetzt kann man das Konzert endlich mit Spass hören? Aber ist ja auch wurscht.

Das Elvis immer mal wieder "High" gewesen ist wollen sie doch nicht ernsthaft bestreiten wollen, oder?
Abgeshen davon das selbst die offiziellen Rechteverwalter das nicht bestreiten und sich ALLE Aussagen von Wegbegleitern decken kann man das auf diversen Ton und Bilddokumenten sehen und hören.

Verehren tue ich den "eitlen Selbstdarsteller" übrigens nicht, bin sogar oft anderer Meinung - zumindest in Geschmacksfragen (ich liebe die 50èr Sachen, MW glaube ich nicht so er findet den Song "Moody Blue" toll wie ich im aktuellen Heft gelesen habe, ich finde ihn furchtbar).
Aber ich halte seine Rezensionen für pointiert und unterhaltsam geschrieben. Ausserdem hat der Mann, wie sie schon richtig schreiben, ein "scharfes Gehör". Das er nicht alles krankhaft gut findet was Elvis aufgenommen hat, bzw. was Ernst uns Fans vor die Füsse wirft ist ebenfalls eine angenehme Abwechslung zu den sonst leider oft sehr unkritischen und auch erschreckend humorlosen Ergüssen vieler anderer Elvis Autoren (nicht aller natürlich).

Aber sie können ab Ausgabe 3.14 wieder beruhigt den GBE kaufen, im nächsten Heft ist nämlich letzmalig eine Rezi (zumindest auf fester Basis) des von ihnen so ungeliebten Herrn Werner drin. Für mich wird es dagegen das letzte Heft sein das ich mir kaufe.
Das letzte Magazin war nämlich offen gesagt - mit Ausnahme der Werner Besprechung von "Moody Blue" - einfach grauenhaft schlecht.

Holperig geschriebene Reiseberichte, noch dazu über Reisen bei denen ich nicht dabei war, und ähnliche Kaliber werde ich mir in Zukunft ersparen.
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