Kundenrezension

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann den zweiten Band kaum erwarten!, 18. September 2012
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Rezension bezieht sich auf: Captain Future 1: Der Sternenkaiser (Broschiert)
Der Präsident der Erde ist besorgt. Eine Seuche geht unter den Menschen auf dem Jupiter um. Die Menschen verwandeln sich zurück. Dieser Atavismus macht auch vor seinen besten Agenten Sperling nicht Halt. Als dieser von seinen Leibwächtern erschossen wird, kann er noch sterbend mitteilen, wer dafür verantwortlich ist. Daher ruft der Präsident Curtis Newton alias Captain Future zur Hilfe. Mit Grag, seinem Roboter, Otho, seinem Androiden und Simon Wright, dem lebenden Gehirn bricht Future auf, um Ordnung auf dem Jupiter zu schaffen. Doch kaum ist er dort angekommen, wird er bereits von Lakaien des sogenannten Sternenkaisers abgefangen...

Als ich damals die Zeichentrickserie um Captain Future sah und ich bemerkte, dass die Serie eigentlich auf SF-Erzählungen eines Autors aus den 40ern stammten war das Anime noch interessanter für mich. Es war aber nicht so, dass ich jemals eine Geschichte von Edmond Hamilton gelesen hätte. Wie auch? Die Hefte und Bücher waren vergriffen, Ebay gab es damals nicht, Internet auch nicht. Ich wusste also nicht, dass nicht nur sämtliche Figuren aus den Erzählungen entlehnt waren, sondern die Geschichten auf den Handlungen basierten. Dies änderte sich erst als ich diesen Roman gelesen hatte. Der Sternenkaiser" wurde nämlich in den Zeichentrick-Mehrteiler Der Herrscher von Megara" umgesetzt. Im Laufe der Zeit erfuhr ich natürlich, dass es Übersetzungsfehler gab (Otto statt Otho und Joan Landor statt Joan Randall und Exella statt Ezra Gurney), seltsamerweise wurden diese auch in die inszenierten Hörbücher übernommen. Auch war mir bekannt, dass sämtliche Episoden von den Schwachmaten damals geschnitten worden sind.

Jetzt liegt endlich in ungekürzter Fassung der erste Roman von Captain Future vor. Doch damit nicht genug. Er enthält sogar einige Illustrationen. So erscheint Joan als 40er Jahre Standard-Pinup-Girl. Außerdem haben der mir bis dato unbekannte Verlag sich die größte Mühe gegeben, die pathetische Sprache beizubehalten. So nennt Grag für heutige Maßstäbe verstörend immer Herr" obwohl es sein Freund ist. Schön ist die (Roboter-)Sklaverei... Captain Future ist der rotschopfige, gebräunte, lebensbejahende Abenteurer, dem ob jeder Gefahr meistens die Sonne aus dem Hintern scheint. Ich sah schon fast den Helden in Strumpfhosen in seiner Rolle, der lachend auf einen Baumstamm steht und seine lust'gen Gesellen um sich schart.

Dem Umstand der Entstehungszeit ist es geschuldet, dass es in unserem Sonnensystem allerhand atembarer Atmosphären gibt und selbst auf dem Jupiter ist Leben in mannigfaltiger Weise möglich. Doch darf man - wie das Nachwort richtigerweise zeigt - nicht darüber urteilen. Hamilton hatte für seine Zeit ausgesprochen viel Phantasie und daher funktioniert Captain Future - Der Sternenkaiser trotzdem recht gut, weil man es ausblenden kann. Dem Nachwort muss ich in der Hinsicht widersprechen, dass es dennoch für die Zeichentrickserie besser war, den fiktiven Megara als Ausgangspunkt zu nutzen. Denn was in den 40ern unbekannt war und damals noch geht, kann nicht in derselben Geschichte optisch für eine 79/80er Fernsehserie funktionieren. Wie im Band selbst steht: Damals durfte man solche Sachen bringen, heute würde man dafür ausgelacht werden, dass auf dem Jupiter in der Form Leben möglich wäre. Auch was die Zeit angeht: während die Trickfilmserie damit teilweise unklar umgeht (DVD-Box: Jahr 2500, in der Snychro sieht es so aus als sei es tatsächlich in den 2000ern). Der Roman um Captain Future spielt tatsächlich Anfang des 21. Jahrhunderts. Es gibt sogar eine fiktive Chronologie, die von einem Astronauten handelt, der 1971 den Mond betreten hat und damit die Erforschung unseres Sonnensystems den Weg ebnete. Das ist schon bemerkenswert wenn man bedenkt, dass Der Sternenkaiser" 1940 geschrieben wurde und am 21. Juli 1969 der erste Mensch den Mond betrat ist das ziemlich nah dran. Auch die damaligen noch bar jeder Realität liegenden Erfindungen sind heute doch teilweise schon realisiert worden.
Nimmt man mal die offensichtlichen Unrichtigkeiten und die typischen klischeehaften Chrakterzüge aus den 40ern außen vor, gelingt es Hamilton doch Spannung zu erzeugen, wer der Sternenkaiser tatsächlich ist und auch dessen Motive darzulegen. Er sieht eine friedliche Zukunft, in der es möglich ist, dass der Mensch mit anderen Spezies interagiert und friedlich zusammenlebt. Insofern kann man mit Fug und Recht behaupten, dass er einer der Gründungsväter der Space Opera ist.
Leider hat Hamilton nicht mehr mitbekommen, dass eine Zeichentrickfilmserie seiner Abenteuer geplant ist. Er starb 1977. Und als Zuschauer der Serie und nunmehr nachträglicher Leser des Romans bin ich überrascht, wie viele Einfälle die Serie tatsächlich übernommen hat. Sie hält sich - von einigen Charakterzügen und überholender Wirklichkeit mal abgesehen, recht eng an die Romanvorlage. Selbst die Protonenkanone von Captain Future hängt an einer Schnur wie dessen Raumanzug aus dessen Cover aus den 40ern. Und wenn man flüchtig drüber schaut, kann man eine gewisse Ähnlichkeit mit den Trickcharakter entdecken. Die Komet ist in dem Roman als kleines tränenförmiges Schiff beschrieben, da sah die Komet aus der Serie weitaus schnittiger und moderner aus. Allerdings ist auch in einer Illustration, die die Komet aus der Nähe zeigt nicht zu leugnen, dass diverse Züge in das Hauptsegment übernommen wurden. Auch die Streitereien zwischen Grag und Otho dürfen nicht fehlen. Viele Handlungsstränge aus der Episode sind aus dem Buch und weichen teilweise nur in Nuancen ab. Ich muss schon sagen, dass die Zeichentrickserie ordentliche Arbeit gemacht hat, den Sternenkaiser" auf Anime-Verhältnisse zu übertragen.
Der Verlag hat hier ordentliche Arbeit geleistet. Das Büchlein hat einen Umfang von knapp 200 Seiten. Das einzige, was mich gestört hat, war die ziemlich kleine Schrift, aber ansonsten kann man - auch aufgrund der Extras - nicht meckern. Sowohl das Front als auch das Rückcover sind Klappcover und zeigen im Inneren die erste Ausgabe des Future-Romans auf einer Abbildung.
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Kommentare


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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.02.2013 22:51:36 GMT+01:00
JAS meint:
Also da ist bei allen Sci Fi Serien der Zeit so , bei Perry Rhodan ist das nicht besser mit dem Leben auf dem Mars zb ... und die Reihe ist ein paar Jahre Juenger , aber damals wusste man es eben nicht besser was soll man machen ;0

mfg
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