Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Grandiose Musik aber überflüssige und misslungene Neuauflage der CD "The Singles Collection 1981-93", 7. September 2010
Rezension bezieht sich auf: The Very Best Of (Audio CD)
Bei dieser CD handelt es sich bis auf wenige Unterschiede um eine nahezu identische Neuauflage des 1993er Millionensellers The Singles Coll.1981-1993. Leider ist diese Neuauflage etwas misslungen. Zunächst das positive: "The Very Best of Kim Wilde", die 2001 erschien, enthielt mit "Loved" einen bis dahin unveröffentlichten Titel, der eine fantastische Dancehymne war, die bei etwas Vermarktung seitens Kim und der Plattenfirma ein absoluter Tophit in Charts und Diskotheken hätte werden können. Der Titel "Loved" ist also eine wirkliche Bereicherung zu dieser Best of CD- denn es ist leicht zu verschmerzen, dass stattdessen der 1993er Song "In my Life" im Gegensatz zur "Singles Collection" hier auf "The Very Best" weggelassen wurde, da dieser Song weder bei den Fans beliebt, noch in den damaligen Charts erfolgreich war.

Soweit so gut: Völlig überflüssig hingegen sind die völlig entfremdeten House-Remixe von "View from a bridge" und "Kids in America", die völlg seelenlos sind und rein gar nichts mehr mit dem Feeling der Originale zu tun haben. Sicher waren diese 2 Mixe ebenso wie "Loved" dafür gedacht, das Album etwas von der 93er "Singles Collection" zu unterscheiden und mehr Kaufanreize zu schaffen. Weniger wäre hierbei aber mehr gewesen, denn für den zusätzlichen Platz für die 2 Remixe musste auf dieser CD ein absoluter Tophit weichen: Die 1984er Powerpophyme "The Second Time", einer der markantesten Songs von Kim Wilde und immerhin damals ein Top 10 Hit in Deutschland. Noch dazu markierte der Song damals einen doppelten Neuanfang für Kim Wilde, zum einen war es die erste Single bei neuer Plattenfirma und zudem auch ein beachtlicher Stilwechsel. Wenn schon unbedingt, dann hätte man zumindest einen anderen Song weglassen können, zum Beispiel das 1982er weltweit gefloppte "Child come away".

Die restliche Zusammenstellung ist natürlich hervorragend, da gibt es gar nicht dran zu rütteln. "The Very Best of" zeigt auf beeindruckende Weise die musikalische Abwechslung und Weiterentwicklung einer der markantesten Sängerinnen aller Zeiten. Von den flotten New Wave Ohrwürmern wie "Kids in America", "Chequered Love" und "View from a bridge" über die von orientalischem Synthesizersound geprägte Midtempohymne "Cambodia" bis hin zum jazzigen "Love Blonde" prägen schon die ersten drei Karrierejahre 1981-83 eine sehr abwechslungsreiche Kim Wilde.

Nach dem Wechsel der Plattenfirma kehrte Kim Wilde 1984 mit (hier leider weggelassenem) besagtem Hit "The Second Time" zurück, der krachende Synthesizersound umfasste und eine neue Soundära einleitete, woran sich die mit Sixtiesanklängen verzierte Rockabilly Nummer "Rage to love" anschloss, was die rhythmisch schnellste Kim Wilde Single überhaupt war.
Mit der absolut gigantischen und kraftvollen Discoopopnummer "You keep me hangin' on" feierte Kim Wilde dann 1987 auch in den USA einen Nummer 1 Hit, aus dem gleichen Album stammt das flotte Duett "Another Step" mit dem britischen Soulpopsänger Junior.

Melodischer, von Schlagzeug und Sythesizern geprägter Powerpop zeichnete den nächsten Karriereabschnitt 1988 aus: Sowohl mit dem eingängigen Pop-Dancesong "You Came" als auch mit der nachfolgenden, treibenden Powerpopnummer "Never trust a stranger" landete Kim Wilde wieder ganz oben in den europäischen Charts und brachte die Tanzflächen zum Kochen. Aus der gleichen Ära stammt mit "Four letter Word" die erste als Single veröffentliche Kim Wilde Ballade überhaupt, bei der sich erstmals das volle stimmliche Potenzial der Stimme zeigte.

Der 1992er Hit "Love is Holy" markierte eine weitere Stilveränderung von Kim Wilde, diesmal hin zu einem gitarrenbetonten, hymnischen Poprock, produziert vom Belinda Carlisle Produzenten Rick Nowels. Der 1993er Hit "If I can't have you", der als Vorgeschmack auf die Hitsammlung "The Singles Collection 1981-93" erschien, war dann eine zwischen Pop, Soul und Dancefloor gelagerte Uptemponummer, mit der Kim wieder einen Volltreffer in Europa und besonders Australien landen konnte.

Der einzige Song auf der CD nach 1993 ist somit besagte 2001er Single "Loved", da die kommerziell gefloppte 1995er Periode im Rahmen des House & Soulalbums "Now & Forever" verständlicherweise auf dieser "Best of" weggelassen wurde.
Wer auf die überflüssigen 2 entfremdeten Remixe und die (allerdings sehr gute) 2001er Nummer "Loved" verzichten kann, dem sei eher die 1993er CD The Singles Coll.1981-1993 ans Herz gelegt, wo man dann auch mit "The Second Time" alle deutschen und britischen Top 10 Hits vollständig auf einer CD hat.

Musikalisch ist "The Very Best of" dennoch eine sehr gelungene Zeitreise und ein Stück Musikgeschichte mit einer sehr vielseitigen Kim Wilde, der man in ihrer Karriere eines sicher nie vorwerfen konnte: Stillstand und mangelnde musikalische Abwechslung. Das gilt auch für ihr neues 2010er Album "Come out and play", das gerade erfolgreich in die deutschen Top 10 eingestiegen ist, und wo sie die besten Elemente von 80er Jahre Synthipopanklängen und krachenden, modernen Rocksounds miteinander vereint.
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