Kundenrezension

119 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als hätte ich sie immer schon gehabt..., 12. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Fujifilm X-E2 Systemkamera (16 Megapixel APS-C X-Trans CMOS II Sensor, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, Full HD, HDMI, USB) nur Gehäuse schwarz (Elektronik)
Meine Eindrücke zur Fujifilm X-E2
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Ich fotografiere seit etwa 10 Jahren digital – zunächst neben dem analogen Fotografieren mit einer kleinen IXUS von Canon. Später mit der 40D, also einer relativ großen und schweren digitalen Canon DSLR. Mit dieser Kamera hatte ich auch mein einziges Zoom-Objektiv, ein hervorragendes 17-55mm Objektiv mit einer durchgehenden Lichtstärke von 1:2,8. Hinzu kommen weiteren Festbrennweiten, ein 200er mit 1:2,8 und ein 100er Makro mit 1:2,8. Die große Canon 40D erfüllt hinsichtlich Bildqualität, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit (auch des Autofokus) alle meine Wünsche. Leider ist sie gerade mit dem Zoom-Objektiv mit ca. 1.700 Gramm zu schwer und für das jeweilige Motiv optisch sehr auffällig. Mir sind schon einige tolle Bilder verloren gegangen, weil die Kamera so auffällig ist.
Vor der digitalen Zeit hatte ich mehrere kleine Rolleis, eine LEICA M4 mit einem 50mm Objektiv, auch mal eine (natürlich analoge) Contax G1 und dann eine LEICA M6. Lange ist's her. Ich fotografiere nicht mehr analog.
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Der Versuch, die Lücke zwischen den IXUS-Kameras und der großen Spiegelreflex zu schließen und eine eierlegende Wollmilchsau zu finden, führte zur Anschaffung der Fuji X20. Diese erfüllte viele Erwartungen und wurde bei mehreren Urlauben und im Alltag genutzt. Die X20 ist im Vergleich zu ihren guten optischen Leistungen klein und leicht. Allerdings lässt sie beim Autofokus und bei der Bildqualität bei Schwachlicht immer noch etwas Wünsche offen. Ich verweise auf meine Renzension der X20.
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Ich will hier nicht viel von den vorherigen Rezensionen zur X-E2 wiederholen – deshalb grenze ich bei meinem Erfahrungsbericht die Fragestellung ein, mit der ich an die X-E2 herangehe: Ich suche eine Kamera, die es an den Stellen besser macht, wo die X20 kleine Schwächen hat. Nicht, um die X20 nicht mehr zu nutzen. Dafür ist sie zu gut und vor allem angenehm leicht. Nämlich leichter als die X-E2 mit ein oder zwei Wechselobjektiven. Aber die Suche ist nun beendet. Ich bin sehr zufrieden mit der X-E2.
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Zum Einsatzzweck: Ich fotografiere weniger "technisch" als dass ich versuche, Emotionen oder kleine Geschichten einzufangen bzw. zu transportieren. Ein technisch nicht ganz einwandfreies Bild kann eine Daseinsberechtigung haben, wenn es an anderer Stelle etwas zu bieten hat. Umso schöner, wenn ein gutes Motiv auch technisch sauber eingefangen wurde.
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Voranschicken möchte ich die Bewertung der technischen Fähigkeiten: Die Bildqualität ist unglaublich gut. Bei Helligkeit, bei wenig Licht, bei statischen Motiven, bei bewegten Motiven (Streetfotografie oder krabbelndes und laufendes Kleinkind). Ich habe mich noch an keine Kamera so rasch gewöhnt wie an die X-E2. Bedienung, Haptik, Äußeres und Bildergebnis sind einfach genau so, wie ich mir das vorstelle. Dabei möchte ich aber anmerken, dass ich durch ein halbes Jahr Erfahrung mit der Fuji X20 eine gewisse „Prägung“ hinsichtlich der Fuji-Ästhetik und Bedien-Logik hatte.
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Zum Rahmen: Ich habe die Kamera im Modus „RAW + Fine“ getestet. Als Objektiv stand zunächst nur das „50er“ zur Verfügung, also das Fujinon XF 35mm F1,4 R Objektiv. Da mich das Objektiv positiv beeindruckt hat, werde ich an anderer Stelle dazu wohl auch noch ein paar Worte verlieren. Später dann "das 28er Fujifilm Fujinon XF 18mm F2 R Objektiv und seit kurzem auch "das 21er" Fujifilm Fujinon XF 14mm F2,8 R Objektiv.
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Autofokus bei Schwachlicht
Die X-E2 hat nun zusätzlich zum Kontrast-Autofokus auch Phasendetektions-AF. Das hat ganz offensichtlich eine Verbesserung gebracht, da der AF der Vorgängerin X-E1 ja immer wieder kritisiert wurde und bei der X-E2 keine Beanstandung mehr nachvollziehbar wäre. Der Autofokus der X-E2 ist nach meinem Empfinden so wie er sein sollte. Er ist nicht ganz so schnell und sicher wie der in einer modernen DSLR wie der 40D bei Verwendung eines hochlichtstarken Objektivs. Manchmal findet die X-E2 in Motiven mit geringen Kontrasten keinen AF-Punkt. Und wenn es dunkel wird, schaltet sie um auf Kontrast-AF und wird langsamer. Aber: Mit diesem AF kann ich gut leben. Dabei habe ich die „Power“-Option NICHT aktiviert. Dabei handelt es sich um eine Funktion, bei der die Kamera noch etwas schneller ist und deutlich mehr Strom verbrauchen soll. Braucht man nicht...
Nett ist die Fokus-Peaking Funktion – bei Fuji Glanzlicht genannt, wenn man manuell fokussiert. Dazu in einem Nachtrag mehr.
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Bildqualität bei Schwachlicht
Der Kontrastumfang ist erstaunlich groß und besser als bei meiner insoweit etwas in die Jahre gekommenen 40D von Canon. Bei einigen Test-Schüssen hatte ich befürchtet, dass die Lichter ausgefressen oder in den Schatten keine Zeichnung mehr sein würde. Aber es hat dann sogar auf dem JPG (out of the camera) mehr als gereicht. (Einstellung des Konstrastumfangs: Auto)
Es ist verblüffend, dass selbst bei 6.400 ASA bei der Bildansicht 100% kaum Bildrauschen zu sehen ist. Erfahrungen mit Abzügen auf Din A4 oder größer habe ich noch nicht. Meine Erfahrung zeigt aber, dass Abzüge keine großen Wünsche offen lassen, wenn bei Ansicht im Display bei 100% kaum Bildrauschen oder andere Bildstörungen zu sehen ist. Wie die Ausdrücke dann aussehen, werde ich ausprobieren und kann es – bei Interesse – hier berichten. Ich bitte um entsprechende Kommentare.
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der elektronische Sucher
Eine Systemkamera ohne Sucher kommt für mich nicht in Frage. Daher habe ich sehr genau hingeschaut, ob der elektronische Sucher der X-E2 mir gefällt. Nicht zuletzt, weil der Sucher bei der X-E1 kritisiert wurde. Tatsächlich ist das Sucherbild nun ruckelfrei, ausreichend hell auch bei Gegenlicht und sehr scharf. Ich vermisse einen optischen Sucher nicht und weiß die Vorteile eines elektronischen Suchers zu schätzen.
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weitere Stärken
Ich finde es sehr angenehm, manuell Blende und Belichtungszeit über den Drehring am Objektiv oder das Einstellrad vornehmen zu können. Das werde ich in einem Nachtrag unten noch genauer erläutern.
Praktisch ist die Einstellung T, wenn man wie ich im Bereich Landschaftsfotografie gerne einmal mit einem Stativ und langen Belichtungszeiten arbeitet. Man kann bis zu 30 Sek. einstellen.
Die Funktion Belichtungskorrektur wird von mir im Automatikmodus häufig eingesetzt. Deshalb weiß ich zu schätzen, dass das Rad sich gut anfasst, eine feste Rasterung hat und – anders als bei der X20 – nun auch in Drittelschritten auflöst.
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RAW
Man kann in der X-E2 RAW Bilder aus der Kamera heraus selbst entwickeln. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig. Wie der Vergleich zu dem Fuji RAW Konverter oder anderen Konvertern aussieht, werde ich noch herausfinden.
Ich hatte zunächst für diese Möglichkeit keine rechte Anwendung gefunden. Das Argument, dass man ja mit einem tragbaren Drucker Bilderchen erstellen kann – was für Hochzeiten auch mal nett sein kann – zieht nicht so sehr. Denn: Wann macht man das schon? Dann habe ich aber gemerkt, dass es schön ist, nach einer Entwicklung eines RAW über die WiFi Verbindung (kleine) JPG Bilder an das Smartphone senden und von dort weitermailen zu können.
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Schwächen?
Die X-E2 hat kaum Schwächen. Die einzige Schwäche ist die Tatsache, dass sie keinen optischen Sucher hat. Aber wenn man den will, dann muss man halt die X-Pro1 oder ihre Nachfolger kaufen oder sich auf das 23mm Objektiv der X-100s beschränken.
Der Abstand zu den um ein Mehrfaches teuereren digitalen LEICAS ist verschwindend gering. Die Bedienungsfreundlichkeit und das technische Rafinesse der Fuji X-E2 sind um Klassen besser als alle digitalen Leicas, die ich je in der Hand hatte. Schaut man sich die Tests an, sind die Schwachlichtfähigkeiten der Leicas deutlich schlechter als die der X-E2.
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Neben der Pflicht die Kür
Ein besonders schöner Nebenaspekt ist die Möglichkeit, mit einer Systemkamera auch meine alten Canon FD Objektive zu nutzen (vor EOS gab es hervorragende Objektive ohne Autofokus!!). So setze ich mit großer Freude ein sehr gutes 85mm Objektiv mit 1:1,2 wieder ein. Darüber werde ich in auch in einem Nachtrag berichten. Mich interessiert insbesondere, ob das Focus Peaking (Glanzlicht) auch bei Fremdobjektiven funktioniert. Besonders schön: Man bekommt „in der Bucht“ oder bei Fotohändlern zu geringen Preisen immer noch großartige Linsen angeboten, denen als einzige Schwäche nur der AF fehlt. Achtet vor allem auf die alten Minolta MD Linsen. Ich freue mich schon auf's Shoppen.
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Abgrenzung zur X-M1 und zur X-Pro1
Die X-M1 hat den Sensor der X-E1. Das heißt, sie hat nur Kontrast-AF und keinen Phasendetektions-AF. Sie ist zu langsam. Und sie hat keinen Sucher. Das heißt: Die X-M1 kommt nicht (für mich) nicht in Frage.
Was den Sensor angeht, gilt Entsprechendes für die X-Pro1.
Auf die X-Pro2 zu warten ist für mich nicht erforderlich, da ich den optischen Sucher nicht brauche. Der digitale Sucher der X-E2 ist für mich nicht nur völlig ausreichend, sondern richtig gut.
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Meine Konsequenz:
So bald ich mir das 60er Makro zugelegt habe und damit zufrieden bin, werde ich die Canon 40D verkaufen. Und mit ihr die L-Festbrennweiten und das sehr gute Zoom-Objektiv 17-55 mit 1:2,8.
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Fazit: Als hätte ich sie immer schon gehabt. Ich freue mich auf die Erfahrungen mit den nächsten Objektiven und bin mir so sicher wie noch nie, dass ich für meine Art der Fotografie mit dieser Kamera lange Freude haben werde.
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Nachtrag 1: Aus meiner Rezension des "50er" Obektivs möchte ich einen Ausschnitt hier bringen. So war das manuelle Fokussieren für mich eine völlig überraschende Entdeckung. Dank der "Fokus-Peaking"-Funktion - bei Fuji Glanzlicht genannt - macht es einen verblüffenden Spaß, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen auf "M" zu stellen und sich von der Kamera präzise zeigen zu lassen, auf welche Stelle gerade scharf gestellt wurde. Es ist schlicht faszinierend, wie beim Blick durch den Sucher der Bereich der "glitzernde" Bereich der Schärfentiefe nach vorne oder hinten wandert. Durch das manuelle Scharfstellen bzw. Vor-Fokussieren fällt jegliche Auslöseverzögerung weg. Wenn man leise und unauffällig z.B. mit der Kamera einem Gespräch folgt, ist man nicht mehr damit abgelenkt, den Fokus-Punkt auf die richtige Stelle zu setzen und kann sich besser darauf konzentrieren, den richtigen Moment zu erwischen. Das oft lästige Nachfokussieren für das nächste Bild fällt weg. Man ist sofort wieder schussbereit. Für diese Art von Fotografie ist "das 50er" ideal geeignet.
Schön ist, dass die AF-L Taste auch im "M"-Modus die (Vor-)Fokussierung erlaubt. Dann ist die E-E2 meist schon sehr dicht dran. Dann kann man - unterstützt durch Glanzlicht - nachsteuern und bleibt schussbereit, ohne bei einem Nachschuss wieder den Fokus-Punkt suchen zu müssen.
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Nachtrag 2: Außerdem möchte ich auf die in den bisherigen Rezensionen noch nicht ausreichend zur Geltung gekommene Funktion "What-You-see-is-what-You-get" aufmerksam machen. Schaut man im manuellen Modus auf's Display oder in den Sucher kann man sehr genau sehen, wie die Belichtung des späteren Bildes aussehen wird. Das führt bei mir dazu, dass ich sehr häufig manuell fotografiere, etwa um bei offener Blende freizustellen oder bei bewegten Motiven eine kurze Zeit zu gewährleisten. Insbesondere bei knappem Licht (Kerzenschein, Schatten, Indoor mit weit entfernten Lichtquellen) wird die Blende aufgerissen und eine 30tel eingestellt und dann bei z.B. 1600 ASA geprüft, was der Sucher wiedergibt. Dann wird entweder dankbar eine weitere Zeitstufe schneller geschaltet - oder - wenn man abstützen kann und sich das Motiv wenig bewegt - doch die Blende eine halbe oder ganze Stufe geschlossen. Ist es etwas dunkel, weiß man, dass man aus dem RAW auf jeden Fall noch eine Blende herausholen kann. Das ist alles einfach klasse!
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Noch ein Nachtrag: Habe gemerkt, dass der Blitz deaktiviert wird, wenn man den "Ruhe-Modus" aktiviert. Bis ich das gemerkt, habe ich mir allerdings einen Wolf gesucht und ging zwischenzeitlich von einem Defekt aus.... ;-)
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Und noch ein Nachtrag zum Sucher: Ich habe jetzt innerhalb von zwei Wochen ca.600 Fotos gemacht. Die Bedingungen waren sehr unterschiedlich. Ich habe oben geschrieben, dass ein Nachteil sein könnte, dass es keinen optischen Sucher gäbe. Ich korrigiere das hiermit. Der optische Sucher - den ich von seinem Prinzip her aus meinen LEICAs und natürlich auch aus der X-20 kenne - ist meiner Ansicht nach entbehrlich. Der Sucher der X-E2 ist schnell, authentisch, zuverlässig und für helle und dunkle Motive und Umgebungen bestens geeignet. Ich vermisse den hervorragenden Sucher einer LEICA M6 NICHT. Im Gegenteil. Bei schwachen Lichtverhältnissen, für die die X-E2 besonders gut geeignet ist, ist der elektronische Sucher den Leica-Sucherkameras deutlich überlegen. Da mich die eine oder andere negative Bemerkung in anderen Rezensionen als Kaufinteressent vielleicht verunsichert hätte, möchte ich das hier ansprechen. Zumindest nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist der Sucher ein absolutes Highlight und keine Schwäche, die einen vom Kauf abhalten sollte.
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Nachtrag im Sinne eines Resumés und nach einigen Wochen Erfahrung und knapp 1500 Auslösungen: Ein Fotoapparat soll Fotos machen. Alle Pracht und Herrlichkeit (bzw. Auflösung und Iso-Fähigkeiten usw) helfen nicht, wenn die Kamera mir nicht gut in der Hand liegt und das Fotografieren nicht intuitiv abläuft. Ein Motiv, das ich nicht mitnehmen kann, weil die Kamera nicht schnell genug mitspielt, ist ggf. unwiederbringlich weg. Ob diese Eingängigkeit zwischen Fotograf und Kamera gegeben ist, kann teilweise gar nicht objektivierbar sein. Bei der X-E2 ist dieser Bereich aus meiner Sicht wunderbar gelöst. Die Focus-Peaking Funktion und die direkte Kontrolle der Belichtung im Sucher sind weitere Highlights, die es einem einfach machen. Dass die Kamera auch noch wunderbare Bilder macht - das ist doch umso schöner.
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Nachtrag nach sieben Monaten: Mittlerweile benutze ich meine Canon 40D kaum noch. Und ich benutze fast nur noch das Fuji "50er", also das 35mm Objektiv. Und ich fotografiere bei Belichtung und Fokus fast nur noch manuell. Der Fuji-Automatik überlasse ich bei Streetphotographie nur noch den Weißabgleich und der Kontrastumfang. Im Studio wird auch der Weißabgleich manuell eingestellt.
Meine Art zu fotografieren hat sich völlig verändert. Ich bin viel mehr "in control". Behalte von Anfang an bewusst das Licht und die Eigenarten der möglichen Motive (schnell bewegt oder langsam bewegt oder stationär) im Auge - entscheide, ob ich auf die hellen oder auf die dunklen Partien belichten will.
Meist wähle ich die Zeit vor und justiere dann die Belichtung mit dem Blendenring. Ich könnte auch die Blende vorwählen und dann mit dem Drehrad für die Zeit die Belichtung grob einstellen und mit den kleinen Pfeiltasten nach links und rechts die Zeit in Drittelstufen fein-einstellen. Mir ist es aber doch zur Angewohnheit geworden, die Zeit grob vorzuwählen und dann mit dem Blendenring - nach dem sehr zuverlässigen optischen Eindruck im Sucher - die Belichtung einzujustieren. Das klappt bei praktisch allen Lichtverhältnissen erfreulich gut.
Auf "Fn" habe ich die Bildqualität liegen und fotografiere - wenn es erforderlich erscheint - in "FINE+RAW". Das ist entweder bei ganz kritischen Belichtungssituationen der Fall - oder wenn mir der Weißabgleich kritisch erscheint. Dann "entwickele" ich in der Kamera zusätzlich das JPG und das funktioniert hervorragend und selbsterklärend.
Richtig wunderbar ist die Unauffälligkeit der Kamera. Niemand nimmt sie wg. des unauffälligen Eindrucks ernst. Dabei muss ich wohl nicht erläutern, wie gut es den Bildern tut, wenn die Motive sich nicht beobachtet bzw. bedrängt fühlen.
Ich bin ein sehr großer Fan der X-E2 und fotografiere nach meinem subjektiven Eindruck besser als jemals zuvor. Zumindest authentischer...
Wenn ich einen Wunsch hätte, dann würde ich mir einen etwas größeren Sucher wünschen. Wenn die Umsetzung dieses Wunsches allerdings nur mit dem Mehrgewicht der X-T1 zu machen wäre, dann würde ich darauf sofort verzichten. Denn der Sucher der X-E2 ist meist völlig ausreichend.
Wenn mir einer eine Leica gäbe, würde ich sie nicht haben wollen - oder sie sofort verkaufen und mir wieder die X-E2 kaufen. Die Bildqualität - insbesondere bei Low-Light - die Funktionalität und das Preis-Leistungsverhältnis sind überlegen.
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Nachtrag Ende Juli 2014, also nach knapp acht Monaten. Zwei Themen:
- Fotografieren unter Studiobedingungen
Ich nutze eine äußerst einfache Studioausrüstung. Zwei Energiesparlampen, die in zwei TecTake Studioleuchten stecken. Einfache Stative. Dahinter ein zusammenfaltbarer Hintergrund. Die Ergebnisse sind durchweg überzeugend. Ich arbeite mit ca. ISO 400, 1/180 Sek und Blende 4.0 und fertige durchweg Portraits an. die Leuchten stehen etwa 100 cm voneinander entfernt und strahlen im flachen Winkel auf die zu fotografierenden Personen. Wichtig ist dabei der manuelle Weißabgleich, der sehr gleichmäßige Ergebnisse bringt. Bei automatischem Weißabgleich streuen die Ergebnisse sehr, da die Kleidung der zu fotografierenden Personen offenkundig die Messung stark durcheinander bringt.
- Filmen mit der X-E2
Ich filme nur selten. Daher in aller Kürze: Das reine Bildergebnis ist von erfreulich hoher Qualität. Die erzeugte Datenmenge ist leider ziemlich groß. Pro Sek. mehr als 1 MB bei höchster Auflösung. Was ich aber hervorheben will ist die durchweg sehr ordentliche Tonqualität, was ich so nicht erwartet hätte. Da sind insbesondere viele Action-Cams - die doch speziell zum Filmen konstruiert wurden - erheblich schlechter.
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Nachtrag Ende Oktober 2014 (nach fast einem Jahr) und Versuch eines Fazits
Ich benutze an der X-E2 am Häufigsten das 35mm f/1,4. Außerdem das 14mm f/2,8 und das 18mm f/2,0. Daneben setze ich einige Canon FD Objektive (85mm f/1,2 und 100mmm f/2,0) ein.
Mein Lieblingsobjektiv ("das 50er") ist mechanisch belastbar. Auch klimatisch. Hat schon viel mitgemacht. Leider auch einige nicht ganz sanfte Kontakte frontal von vorne auf den Autofokusmechanismus - was halt leider manchmal vorkommt. Bei mehr als 10.000 Auslösungen kein Wunder. Zum Glück ohne bleibende Schäden. Die Kamera begleitet mich oft. Das Objektiv ist mein Lieblingsobjektiv. Ich bin ein großer Fan des geringen Gewichts, der Haptik, der hohen optischen Qualität, angefangen bei Schärfe und Kontrast, auch bei Offenblende bis hin zu Farbe, Verzeichnung, fast fehlende Farbsäume, sehr geringe Vignettierung.
Nur eines verlangt noch mehr Übung: Immer noch habe ich vor allem beim schnellen Portraitfotografieren "Ausschuss", also Situationen, bei denen der Fokus nicht richtig sitzt. Vor allem bei meiner kleinen Tochter (2 Jahre), die halt manchmal nicht still hält. Die Einstellung, nach der beim Drehen des Fokusrings (beim manuellen Fokussieren) automatisch eine deutliche Vergrößerung im Sucher anspringt, ist bei statischen Motiven hilfreich. Bei bewegten braucht man Genauigkeit und gelegentlich etwas Intuition oder auch mal Glück. Leider liege ich beim Fokus halt manchmal doch ein paar Zentimeter zu weit vorne oder hinten. Wenn der Fokus aber sitzt (bei Menschen halt auf der Augenoberfläche), verblüfft immer wieder die "Knackschärfe". Wie hat ein anderer Rezensent geschrieben: Aus dem Bokeh "herausgestanzt". Das trifft es ganz gut. In Lichtsituationen, in denen man vor kurzem nur träumen konnte, einigermaßen vernünftige Bilder zu machen kriegt man heute Spitzenqualität.
Einem Freund mit seiner Canon 7d habe ich mal gezeigt, was passiert, wenn man die ISO Einstellung voll aufdreht und mit einer 1/15 Sek. bei voller Öffnung in einen dunklen Raum fotografiert. Er war verblüfft, wie gut man die Bücher im Regel an der gegenüberliegenden Zimmerseite erkennen konnte.
Dabei ist man mit Fuji auch LEICHT unterwegs. Das Leitz Objektiv (SUMMILUX-M 1:1,4/35 mm ASPH) mit der gleichen Brennweite wiegt 320 Gr. Das hier besprochene Fuji nur 186 Gr. Das macht schon viel aus.
Die entspr. LEICA M wiegt noch einmal deutlich mehr als meine X-E2. Mehr dazu bei meiner Rezension des Fujifilm 35mm f/1,4.
Die geringe Baugröße führt allerdings dazu, dass man viele Bilder machen kann, die man sonst nicht bekäme, weil man unauffällig ist. Das fängt beim eigenen Kind an, das eingeschüchtert wird, wenn es einen riesigen DSLR Apparat auf sich gerichtet fühlt. Das gilt für die Streetfotografie. Und auch bei Familienfeiern oder ähnlichen Anlässen. Die Leute übersehen den kleinen Retro-Apparat" gerne.
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Update am 18.12.2014: Selten war ich so neugierig auf ein Firmwareupdate. So sollten mit der Entwicklung der Software für die X-E2 von 2.1 auf 3.40 (wer zählt da eigentlich und wie??) zwei interessante Änderungen kommen.
Zum einen die manuelle Feinjustierung des Autofokuses, kurz AF+MF-Modus. Im AF Modus stellt die Kamera beim Andrücken des Auslösers scharf - dann lässt aber die Schärfe bei halb durchgedrückter Auslösertaste manuell verändern. Auch die Lupenfunktion bleibt - wenn sie mal ausgewählt wird - aktiviert. Kommentar in einem Wort? Toll!! Da ich viel manuell fokussiere und bisher die unpraktische AF-L-Taste mit dem Daumen gedrückt werden musste, geht das jetzt sehr viel schneller und ohne Wechsel des Knopfes. Gut so. So viel habe ich in der gegebenen Kürze ausprobieren können.
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Die "Film-Emulsion" Classic Chrome hat mich dagegen enttäuscht. Ich hatte bei der Vorankündigung erwartet, dass versucht werden würde, den großartigen Kodakchrome 25 oder 50 zu simulieren und dass nur der Name "Kodak" aus namensrechtlichen Gründen vermieden werden musste. Aber wenn eine solche Simulierung gewollt war, ist sie nicht gelungen. Die leicht matten und ausgewaschen wirkenden Farben und die leichte Kontraststeigerung von "Classic Chrome" wirken auf mich einfach nicht. Ich habe eher den Eindruck, dass nicht die FILM-Emulsion nachgemacht wurde, sondern der leicht verwaschen und ausgebleicht wirkende Eindruck älterer (und vergilbter) Zeitungen nachgemacht werden sollte. Erreicht wurde so eine Art Retro-Look. Sorry, das ist nicht mein Geschmack. Kondakchrome hatte brilliante Farben, wundervolle Rottöne und ganz sicher nicht einen solch ausgebleichten Touch. Oder liegt das daran, dass viele Kodakchrome-Dias "gealtert" und ausgeblicken sind und heute keiner mehr weiß, wie Kodakchrome aussah?
Jedenfalls: DAS DA ist keine "Kodakchrome"-Emulsion. Ich muss ich wohl weiter warten...
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Für die Intervallsteuerung und die erweiterte WLAN Steuerung habe ich noch keine Verwendung gefunden. Aber mal in Ruhe schauen. Hier demnächst mehr...
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Übrigens: Wer der Auffassung ist, dass er mit der Sony A7 besser läuft, der mag das gerne weiterhin so vertreten. Ich habe mich selbst gefragt und für mich entschieden, dass der große Sensor der Sony zwar schön wäre, mir aber die Bildqualität der Fuji Xen mehr als reicht. Als ich mich dann mit den nicht gerade unmaßgeblichen Aspekten wie dem schmalen Objektivprogramm der Sony (ein sehr gutes 35mm, ein sehr gutes 55mm Objektiv - und dann??), die lieblos gemachte Bedienphilosophie und die schlechten Produktpflege bei Sony betrachtete, war das Thema für mich geklärt. Abgesehen davon, dass zwar die Kamera klein, die Objektive aber (aus physikalischen Gründen) viel größer und schwerer sind.
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Kommentare


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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.12.2013 18:10:48 GMT+01:00
Michael meint:
Danke,
ihre Rezension hat mich dazu verleitet mir im Januar wieder die XE, diesmal die XE2, zu kaufen.
Wegen des AF hatte ich mich von der 1er getrennt, bin ich doch bei sich bewegenden Motiven schier verzweifelt. Auch die Personen haben irgendwann keine Geduld mehr gehabt. Verständnis eh nicht mehr, Kopfschütteln, großes Bedauern, Häme,
Nun Versuch Nummer 2.
Übrigens: sehr gut verständlich geschrieben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2013 19:08:56 GMT+01:00
Fürsprech meint:
Ihre Erwägungen kann ich gut verstehen. Der AF ist nicht mehr störend. Er ist besser als bei der X20. Und die war bereits völlig ok.

Eine wirkliche Innovation ist das Fokus-Peaking. Haben Sie mal eine LEICA Messsucherkamera gehabt? Wenn man von dort kommt, ist einem das manuelle Einstellen nicht fremd. Dabei ist die Funktion bei der X-E2 besser als das Schnittbild im optischen Sucher der Leica. Aber das mag mancher auch anders sehen. Daher weiß ich nicht, ob mein Lob für die X-E2 und insbesondere für das manuelle Scharfstellen unter Nutzung des Focus-Peakings für jeden gilt. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass die Kamera "die richtige" auch für Sie ist. Erst gestern wieder auf einem Geburtstag habe ich erlebt, wie wundervoll unauffällig die Kamera ist. Und wie schnell man ist, wenn man auf den Moment wartet, bis sich z.B. "die Beiden" gerade in die Augen schauen, oder die beiden Kinder gerade miteinander reden usw. Gerade der schnelle Nachschuss ist toll, weil man ja den Fokus schon hat. Das ist total schönes Fotografieren.

Wirklich neu ist für mich diese Erfahrung, dass man die Belichtung nach dem Live-View (manuell) einstellt und sie einfach fast immer perfekt passt. Die Bilder haben dann auch die selbe Belichtung - anders, als wenn man bei jedem Bild die Belichtung automatisch (selbst mit Hilfe der Belichtungskorrektur) neu ermitteln lässt.

Und ein echter Hit ist der Adapter für meine alten Canon FD Objektive. Habe ein 85er 1:1,2. Es ist noch zu früh, dazu etwas zu sagen. Habe erst 20 bis 30 Bilder damit gemacht. Mein Sohn beim Zeitungslesen. Leise, dezent und ohne ihn zu stören. Ganz tolle Portraits eines ernsthaften 17jährigen. Bilder, deren Charakter wie bei einer LEICA sind.

Hoffe, ich klinge nicht übertrieben. Aber das hatte ich so mit einer Kamera noch nie.
;-)

Veröffentlicht am 08.01.2014 14:14:07 GMT+01:00
Sven Fink meint:
Hallo,

können Sie etwas zur Akkulaufzeit sagen? Das ist für mich ein wichtiges Kriterium, weil auf meinen Reisen oft längere Zeit keine Steckdose zur Hand ist. Hier können DSLRs noch richtig punkten ...

Vielen Dank!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.01.2014 17:07:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2014 17:08:26 GMT+01:00
Fürsprech meint:
Hallo Herr Fink,

das ist schwierig zu beantworten. Das hängt wohl auch davon ab, ob man mehr mit Display oder mit elektronischem Sucher arbeitet und wieviel Zeit man mit laufendem Display oder Sucher pro Foto braucht. Gefühlt würde ich sagen, dass man in der freien Wildbahn ca. 300 bis 450 Bilder machen kann. Bei vielen Serienbildern kurz hintereinander weg wird man vielleicht sogar 1000 schaffen. Ich habe es nicht ausprobiert. Hinsichtlich der Videofunktion kann ich gar nichts zum Stromverbrauch sagen.
Es tut auf Reisen tut, zwei oder drei Reserveakkus mitzunehmen. Zum Glück sind die für die Fuji sehr günstig zu haben. Das Ladegerät von der Fa. Bundlestar (mit Wechselakkus kann ich empfehlen. Siehe hier: Bundlestar Akku Ladegerät mit Wechselakkus (B0093H9FG6) kann ich empfehlen. Das kann man sogar an einen PC USB Anschluss oder an die 12 Volt Autosteckdose anschließen.

Auf Reisen finde ich das niedrigere Gewicht einen klaren Vorteil gegenüber DSLRs.

Freundliche Grüße

J.

Veröffentlicht am 07.02.2014 15:38:47 GMT+01:00
Hallo,

Nach dem ich kurz x20 hatte, habe ich mich doch für X-E2 entschieden. Was ich bei X-E2 vermisse ist das auschalten des Displays über Displayknopf und Ruhemodus über den Backtaste wie bei X-E1.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2014 13:47:42 GMT+01:00
Fürsprech meint:
Hallo,

stimmt, das ist mir aber bisher gar nicht aufgefallen. Ich habe es nicht vermisst.
Wahrscheinlich, wenn Sie viel im Dunklen fotografieren? Damit es nicht blendet?
Und den Ruhemodus auch aus Diskretionsgründen?
Naja, vielleicht wird das bei einem zukünftigen Firmware-Update wieder anders?
Da müsste man Fuji fragen.

Veröffentlicht am 24.04.2014 12:46:30 GMT+02:00
molesman meint:
Grandiose Rezension!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2014 13:28:37 GMT+02:00
Fürsprech meint:
Danke!
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