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Rezension bezieht sich auf: Ein liebender Mann (Taschenbuch)
"Bis er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen."Er ist kein Geringerer als Goethe, berühmt, bewundert und verehrt. 74 Jahre alt, aber immer noch sehr aufrecht. Sie Ulrike von Levetzow, 19 Jahre alt, Tochter aus gutem Hause, jugendlich, klug, lebendig. Goethe ist sofort fasziniert. Verliebt. Verfallen. "Als sein Blick sie erreichte, war ihr Blick schon auf ihn gerichtet. Das fand statt am Kreuzbrunnen, nachmittags um fünf, am 11. Juli 1823 in Marienbad." Sie wird Goethes letzte große Liebe. Sein Tun, sein Denken, sein Handeln, alles geschieht nur noch aus einem Grund: Ulrike. "Wenn er, 74, sie, 19, heiraten würde, wäre sie, 19, die Stiefmutter seines Sohnes August, 34, und seiner Schwiegertochter Ottilie, 27. Mit solchen Rechnungen fand er sich beschäftigt, als er vor dem Frühstückstisch saß." Und wagt es doch. Gesteht ihr seine Liebe. Bittet um ihre Hand. Und wird abgewiesen. Das junge Fräulein hätte noch gar keine Lust zu heiraten, hieß es höflich. (ein wenig Wirklichkeitsverschönerung des Herrn W.) Für Goethe, sonst verwöhnt in Liebesdingen, eine bittere Niederlage. Und gleichzeitige ein Höhepunkt seiner Schaffenskraft, denn nur schreibend kann er sich wirklich zum Ausdruck bringen. Die Marienbader Elegie entsteht. (Hier hat Herr Walser die Wirklichkeit zu seinen Gunsten ein wenig gedehnt, denn tatsächlich erhielt Ulrike die Elegie erst nach seinem Tod) Diese leidvolle Erfahrung, zugleich Goethes letztes Erleben der Liebe und sein Abschied von ihr, hat Martin Walser in einen wunderbaren Roman gefasst: Ein liebender Mann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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