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Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Loy`s polarisierender Gegenentwurf - sängerisch-musikalisch bemerkenswert, 15. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Strauss: Die Frau ohne Schatten [2 DVDs] (DVD)
Die Inszenierung von Christoph Loy setzt für ihn typisch, auf eine karg reduzierte Bühnenlandschaft, indem der den Nachbau der Wiener Sophiensäle zum geschichtsträchtigen Handlungsort der Oper macht, gleichzeitig das Stück optisch seiner märchenhaften Anmutung entledigt.
Ansatz der optischen Umsetzung ist das Faktum, daß Karl Böhm im noch kriegszerstörten Wien, Sänger der Nachkriegsära zu einem Aufnahmeprojekt im Wiener Musikvereinssaal versammeln konnte. Loy läßt von seinem Bühnenbildner Johannes Leiacker auf der Breitwand-Bühne des großen Festspielhauses die Sophiensäle "nachbauen" und verschränkt mit seiner Inszenierung zwei Handlungsebenen. Einmal sind die Sänger Privatpersonen des Jahres 1955 und arbeiten an einer Schallplattenaufnahme, dann sind sie die Verkörperungen der Märchenfiguren in psychodynamischer Umsetzung. Also so eine Art Stück im Stück, wie bei Ariadne auf Naxos, wenn man so will.
Stärke dieser Aufführung ist die realistisch, hautnah, hangreifliche Auslotung als Facetten der Konflikte, die in personaler Interaktion fast schon drastisch "ausgeschwitzt werden". Wie immer ist Loy`s Personenregie hervorragend.

Damit wird aber schon klar, daß diese optische Umsetzung nicht das ist, was der Opernseher mehrheitlich von dieser Oper erwartet.
Sängerisch ist diese Oper auf ganzer Breite extrem schwer zu besetzen. Auch in dieser live Aufzeichnung gibt es sängerische Glanzpunkte und merkliche Schwächen.
Hervorragend die Kaiserin von Anne Schwanewilms trotz einer kleinen Schwäche, die man aber nicht überbewerten sollte. Dieses exemplarische Suchen nach der kleinsten Schwäche und diese dann auszuschlachten, halte ich gemesssen an den Strapazen solcher Partien, für völlig unangemessen. Ihre feinsilbrige Stimmfarbe ist involvierend.
Evelyn Herlítzius als Färberin und Wolfgang Koch als Barak überzeugen singschauspielerisch in allen Belangen. Auch Michaela Schuster als Amme gestaltet involvierend. Weniger überzeugend Stephen Gould als Kaiser, der schon grenzbelastet sang.

Was nicht zuletzt bleibt, ist das glänzende Dirigat von Christian Thielemann als Basis der Aufführung. Wer darauf primär abstellt, könnte begeistert sein.

Insgesamt eine Inszenierung, die man niemandem empfehlen kann, der eine original märchenhafte Umsetzung erwartet.
Aber für ausgesprochenen Liebhaber des Interpretationstheaters, könnte diese ungewöhnliche Umsetzung interessant sein.

Anmerkungen in subjektiver Annäherung:

Christoph Loy`s Inszenierungen, die ich aus Düsseldorf relativ gut kenne, zeichnen sich durch eine jeweils rudimentäre, mehr atmosphärische Bühnenlandschaft aus, bei gleichzeitiger Offenlegung personal psychischer Prozesse und Interaktionsprozesse, verortet jeweils in Loy`schen "Assoziationsbilderrahmen." Durch Polarisierung der gegeneinanderstehenden Charaktere focussiert er, erschafft er ein besonders Bühnenambiente, dem man sich diesbezüglich nicht entziehen kann. Das Gegenteil von z.B. Zeffirelli-Inszenierungen. Mir leuchtet nur nicht ein, warum diese Stärke in der Personenregie und involvierenden, singschauspielerischen Polarisierung, zwingend in Rudimentär-Ambiente umgesetzt werden muß. Ein gutes Gegenbeispiel ist z.B. die neue Adriana Lecouvreur mit Jonas Kaufmann, in der der Regisseur David McVicar die gleiche Personengregie-Klasse in historischem Ambiente umsetzt und so eine Dichte und spannungsgeladene Verdichtung der Handlung erzeugt, die z.B. solchen Umsetzungen, wie der obigen, abgehen, jedenfalls aus meiner Perspektive. Diese Adriana wirkt organisch während solchen Inszenierungen, wie diese Frau im Schatten, immer etwas Aufgesetztes anhaftet.
Aber natürlich müssen sich Regisseure auf dem Markt positionieren, eine eigene Handschrift entwickeln, um erfolgreich zu sein. So hat denn jede Zeit auch eine gewisse eigene Handschrift.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.02.2013 11:08:59 GMT+01:00
Klassikfan meint:
Michaela Schuster ist auch für mich die Krönung dieser Besetzung, die anderen wie Gould und Herlitzius gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig.

So kritisch ich sonst bei Thielemann bin: das Werk liegt ihm nicht nur am Herzen. Leider ist die tontechnische Umsetzung für eine DVd katastrophal schlecht gerade bei diesem Werk, wo es auf Farben, Klang, Raumeffekte ankommt!

Das macht die Inszenierung leider nicht wett.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.02.2013 13:19:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.02.2013 13:38:33 GMT+01:00
Danke für Ihre Einlassung. Die emotionale Ansprache bei Stimmen ist erfahrungsgemäß extrem unterschiedlich. Michaela Schuster auch für mich herausragend. Gould sehr begrenzt akzeptabel. Herlitzius muß man nicht mögen. Ich schreibe aber bewußt keinen Interpreten herunter, es sei es denn es ist ein Extremfall, eben weil das jeder etwas anders hört, zumal das oft auch von der Abhöranlage abhängig ist. Bei der tontechnischen Umsetzung kann ich ein zu höhenlastiges Klangbild feststellen, das geht auf Kosten der farbstrukturellen Zeichnung. Bei der Tontechnik gehe ich nur bei Extremfällen auf Defizite(historische Aufnahmen) ein, weil die Abhöranlage - bei mir High End- Studio- zu Ergebnissen führt, die für einen anderen dann nicht real nachvollziehbar sind.
Generell kann ich sagen, daß sich live Stimmen im Opernhaus sehr viel besser anhören können, als die jeweilige Aufzeichnung und umgekehrt. Gerade diese höhenüberzogene Aufzeichnung läßt eben bestimmte Timbre auch in die pure Agressivität abkippen. Da Reproduktionstechnik immer limitiert ist, relativiere ich Aussagen über stimmliche Leistungen grundsätzlich. Ihre Einlassung kann ich aber problemlos nachvollziehen und sie ist auch insofern eine Bereicherung, als man durch die Einschätzungen anderer auch immer dazu lernt.
Freundliche Grüße
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