Kundenrezension

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Etwas stiefmütterlich behandelt", 1. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Appetite for Destruction (Audio CD)
In Auflistungen der legendärsten Bands der letzten Jahrzehnte werden Guns n' Roses üblicherweise gerne etwas stiefmütterlich behandelt. Dies ist ein Fehler, finde ich, wenn man bedenkt, dass sie zu Beginn der 90er Jahre die populärste Band schlechthin waren und Axl Rose und Slash sich als ganz charakteristische Vertreter des Hardrockklischees mit Starallüren, Skandalen, Unberechenbarkeiten und unvorbildlichem Lebenswandel hervorhoben. Auch musikalisch, so denke ich, haben sie etwas bewirkt. Und genau dies zeigt vielleicht vor allem ihr Debütalbum "Appetite For Destruction". Denn es erschien im Jahre 1987, zu einer Zeit, als der vorherrschende Musikstil alles andere als "handgemacht" und gitarrenlastig war. Zumeist kamen die damaligen Klänge aus dem Computer, waren wuchtig, überladen und unnatürlich und wurden von noch überladener gekleideten, geleckten Interpreten vorgetragen, welche die Künstlichkeit ihrer Werke durch ihr Auftreten noch unterstrichen. Selbst einstigen Rockgrößen, wie den Rolling Stones oder Queen, war es in dieser Zeit nicht vollends gelungen, sich dem Wandel der Musik zu widersetzen.
Gegen diesen Strom schwammen Guns n' Roses, die längst vergessene Praktiken in Bezug auf Musik und Auftreten wieder aus der Versenkung holten. Dabei gelang es ihnen aber auf eindrucksvolle und ideenreiche Weise, einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu kreieren, aufgrund dessen sie schnell zum Geheimtipp wurden.
In den Folgejahren beriefen sich immer mehr Bands auf das von Guns n' Roses gepflegte Image, und auch die Musik unterzog sich einem starken Wandel, der dazu führte, dass in den frühen 90ern plötzlich wieder echte Rockmusik gemacht und gehört wurde. Dass dem so war, können sich Guns n' Roses sicher zum großen Teil auf ihre Fahnen schreiben. Und dabei beeinflussten sie sogar die Bands, die sie selbst einstmals beeinflusst hatten.
"Appetite For Destuction" klingt frisch und frech. Das Album ist der Begin des kometenhaften Aufstieges einer Band, deren Erfolge legendär sind und die später rasch und unspektakulär, aber etwas tragisch, von der Bildfläche verschwanden. Daher erhält man mit dem Kauf dieses Albums ein Zeugnis der jüngeren Musikgeschichte.
Doch trotz aller Lobeshymnen bleibt doch ein kleiner Kritikpunkt für mich übrig: Das Cover ist absolut dämlich. Und der Titel des Albums ist ebenso gewaltverherrlichend wie das im Booklett abgedruckte, gleichnamige Gemälde von Robert Williams. Was zählt, ist aber die Musik - und die bewerte ich aus oben genannten Gründen mit fünf Sternen.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.12.2009 22:46:36 GMT+01:00
Sorry, aber als GnR Fan der ersten Stunde muss ich korrigieren: 1. Das Cover mit dem Kreuz ist nicht das ursprüngliche Cover, sonder das Mädel, welches von Mr. Robot gefressen wird ist sie erste Version. Aber da sich damals schon etliche Leute daran erbost hatten, kam das GnR Kreuz auf die Covervorderseite. Ist wohl auch wurscht, denn GnR waren agressiv, wie in der wiklich guten Beschreibung dargestellt wird. Aus dem von dir genannten Grund (das zeitweilige Erstarren des lebendigen Rock): der Tod des Rock n Roll hat uns damals alle angekotzt (selbst AC/DC räumen heute ein, dass ihre 80er Musik nicht das Gelbe des Rock n Roll Eies war) und GnR mit AfD hat uns wiederbelebt! So habe ich es damals als ca. 20 jähriger befreiend empfunden. Eines der wichtigsten Alben des Rock n Roll

Veröffentlicht am 04.08.2013 12:11:22 GMT+02:00
Rhinoman meint:
Man merkt an Ihrem Geschriebenen, dass Sie ein eingefleischter Fan der Band sind.
Ich bezweifle. dass Guns n Roses absichtlich wissentlich gegen irgendwelche Ströme geschwommen sind - sie haben halt Ihr Ding durchgezogen, was Sie zu dem Zeitpunkt machen wollten. Aber in diesem räudigen Musikstil und wirklich nur in der Besetzung 2 Gitarren, 1 Bass, 1 Schlagzeug und der Sänger noch dazu - das war doch nur auf Appetite for Destruction der Fall.
Und ob man das von dem mit Keyboards und Klavieren und sonstigen Gennrefremden Instrumenten wie Bläsern, Mundharmonika etc. überfrachteten Doppel-Decker-Nachfolger Use Your Illusion auch noch behaupten kann, bezweifle ich doch stark. Die Alben Use your Illusion, und gerade die daraus ausgekoppelten Singles, allen voren "November Rain" sind doch auch hauptsächlich dem Mainstream geschuldet. Letztlich machen Guns n Roses, wie auch die meisten anderen Bands auch, Musik um Geld zu verdienen um sich ein schönes sorgenfreies Leben zu gönnen. Dabei geht man oft auch musikalische Kompromisse ein, Hauptsache die Einnahmen stimmen - natürlich brauchen sich Guns n Roses um Geld und Ruhm heute keine Gedanken mehr zu machen. Aber dieses Geschwätz, wie doch die Gruppen alles so sehr an ihre Fans denken, dass ist doch zum Grossteil alles Quatsch - die denken daran wie man Ihren Fans am besten Geld aus der Tasche ziehen kann - und das mit guter Miene zum bösen Spiel. Das ist auch bei AC/DC und Motörhead nicht anders. In die Bands immer so viel gutes und soziales hinein zu interpretieren, stimmt einfach nicht. Natürlich versucht jeder Künstler oder Band sich in der Öffentlichkeit von seiner besten Seite zu zeigen, das ist doch ganz logisch - da geht es ja um sein Image und seine Aussendarstellung, aber letzlich doch wieder nur um Verkaufszahlen -- ich habe schon von Bands gelesen, denen es zuwider war Hotelzimmer zu verwüsten und Fernseher aus dem Fenster auf die Strasse zu werfen, sie es aber trotzdem genmacht haben, weil es das Image einfach verlangt hat. Ich kenne auch einen Künstler(Schlager), der Kinder persönlich nicht ausstehen kann, er aber trotzdem manchmal aus Image-Gründen Kindergärten besucht und dort einen Scheck hinterlässt. Will damit nur sagen, dass Vieles nicht wirklich so ist, wie es scheint.
Beginn eines Kometenhaften Aufstiegs ? - Danach kam ja an vollwertigen Alben nur noch die beiden Use your Illusion und das von der Kritik zurecht zerissene Chinese Democrazy. Sie reden da, als wenn da noch 10 Alben nachgekommen wären.

Ich bin ja Ihrer Meinung dass das Album Top ist, und für ein Debut-Album auch Top-Professionell, aber in die Band so viel hinein zu interpretieren finde ich einfach ein wenig albern, schon weil die meisten Schulabschlüsse der Bandmitglieder nicht im geringsten einen Hinweis darauf geben, es hier mit besonders gescheiten und cleveren Typen zu tun zu haben.

Und bei den Gitarren mit Ihren ganzen Hilfsmitteln ist das auch nicht mehr alles ganz so handgemacht wie sie es darstellen wollen, und im Vergleich zum Keyboard funktioniert auch eine elektrische Gitarre letztlich nur mit Strom.

Ich möchte Ihnen aber Ihre Meinung nicht streitig machen, hatte eben nur ein paar kleinere Anmerkungen dazu.

Viele Grüsse
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