Kundenrezension

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis, 27. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: JVC GZ-HM440REU Full HD Camcorder (SD-Kartenslot, 40-fach optischer Zoom, 6,9 cm (2,7 Zoll) Display, HDMI-Kabelanschluss) rot (Elektronik)
Zunächst möchte ich betonen, dass ich Aufnahmen bisher mit Digitalkameras vorgenommen habe (Olympus E-P1, SZ-20, SZ-30, Panasonic Lumix GF2). Der Spaß an HD, insbesondere an der Nachbearbeitung, hat mich nun dazu bewegt mir endlich einen kleinen Camcorder zu kaufen, der im ähnlichen Preissegment wie eine Lumix GF2 liegt.

Als alternative Produkte bestellte ich mir außerdem den Samsung HMX-H300 sowie den JVC GZ-HM650BEU und den Sony HDR-CX130ER. Behalten habe ich am Ende zwei Geräte: den JVC GZ-HM440 und den Sony CX130.

Man darf meine Anforderung an (m)einen Camcorder durchaus Anspruchsvoll nennen, denn er soll Aufnahmen in einer dunklen Konzerthalle, beim Autofahren in einer entsprechenden Halterung, zu Feierlichkeiten in Innenräumen ermöglichen. Alles Situationen, in denen es auf einen lichtstarken Sensor, guten Verwacklungsschutz und eine ordentliche Tonaufnahme ankommt.

Wunder erwartete ich beim angesetzten Budget natürlich keine. Samsung und die JVC Camcorder erzeugen die FullHD Videos im 1080i interlaced Verfahren mit 50 Halbildern zu 1920x540 Pixeln und nicht und nicht im 1080p Format mit 50 Vollbildern. Dies kann der Sony CX130E ermöglichen.
Der Samsung Camcorder kann als einziger aus meiner Auswahl HD 720p Aufnahmen erzeugen.
JVC und Sony vertrauen auf AVCHD, welches einfachere Qualität in 1440x1080i aufzeichnet. Wobei es schwierig ist das Format zu erkennen, da nur 6 Verschiedene Qualitätsstufen, aber nicht deren verknüpfte Bildauflösung im Menü angezeigt werden.
Die Bedienungsanleitung bei JVC schweigt sich über die tatsächliche Auflösung in allen Modi aus.

Hier ist nun meine Zusammenfassung für den JVC GZ-HM440:

An den Proportionen, der Verarbeitung und dem Handling des Camcorders gibt es nichts auszusetzen. Er liegt gut und ruhig in der Hand, das lackierte Gehäuse vermittelt einen hohen Wertigkeitseindruck. Das Touchdisplay reagiert nur durchschnittlich auf leichten Fingerdruck und ist mit 2,7" nur ausreichend dimensioniert. Hier punkten Samsung und Sony mit 3" und besserer Empfindlichkeit gegenüber den JVCs. Man kann bei JVC und Sony per Fingertipp auf das Display auch den Zoom gleichmäßig betätigen.
Die Blickwinkel-Abhängigkeit horizontal ist gut und auch bei Sonnenlicht noch gut ablesbar, wenngleich es auch etwas zu glänzend ist. Die Helligkeit ist gut, und passt sich auf Wunsch automatisch an. Außerdem ist es um 180° dreh und um 90° schwenkbar, sodass man sich selbst von vorn filmen, oder das Display an den Camcorder anlegen kann.

Der GZ-HM440 verfügt über zwei SD, SDHC, oder SDXC Kartenslots. Damit lassen sich 2x 64 GB Speicher unter bringen. Es ist möglich durchgehend auf beide Slots zu schreiben. Das würde für ca. 10h Film (je 5h) in feiner FullHD Qualität, oder 14h in normaler FullHD Qualität reichen.
Eine Class 6 Karte ist Mindestvoraussetzung um in FullHD aufzeichnen zu können. Mit der kostengünstigen Extrememory HyPerformance Secure Digital High Capacity (SDHC) Card 32GB Speicherkarte habe ich gute Erfahrungen gesammelt und kann sie für die Verwendung empfehlen.

Der Camcorder zeichnet den H.264 Codec im AVCHD Format, also als MpegTransportSteam (.MTS) auf und erzeugt als Tribut an das veraltete FAT32 Dateisystem automatisch neue Dateien. Gegenüber dem Samsung Camcorder, der in MP4 aufzeichnet und beim Dateiwechsel ca. 3 Sekunden auslässt, konnte ich hier keine Nachteile erkennen. Einzig vielleicht, dass der Stream nicht mit jedem Player anzuschauen ist. Mit dem VLC Player wirken die Aufnahmen durch das interlace Verfahren sehr zerrissen. Zur Vermeidung unter "Video" - "Deinterlace" auf "Automatisch" stellen. Beim Import auf meinen Apple Mac in das Programm iMovie wird das Material in das platzfressende .mov Format umgewandelt. Hier sieht dann alles sehr gut aus und kann Problemlos weiter verarbeitet werden.

Als nächstes steht der 1,5 Megapixel CMOS Sensor mit seinen 1/5,8" (ca. 3mm) Durchmesser auf dem Prüfstand. Nanu? 1,5 MPx bei FullHD ? Wo nach Adam Riese 1920 x 1080 = 2.073.600 ? Hier kommt wieder die Sache mit den Halbbildern zu tragen und offenbar wird von JVC dies ausgenutzt. Dennoch wirkt das Ergebnis mit Blick auf die Kosten des GZ-HM440 bestechend gut.
Die Farbgebung empfinde ich etwas zu kräftig und gesättigt, aber mit gutem Kontrast. Der Weißabgleich funktioniert bei normalen Lichtverhältnissen sehr gut. Bei wenig Licht, z.B. bei einem düsteren Morgengrauen, oder wenig stark beleuchteten Räumen schlägt er jedoch schnell ins Blaue um und manches mal werden dann sehr grobe Farbwechsel erzeugt.
Ebenfalls beginnt der JVC bei geringen Lichtverhältnissen sehr massiv an Auflösungsvermögen zu verlieren und es entstehen grobe Klötzchen, aber nur wenig Farbrauschen. Das Ergebnis gefällt deutlich besser, als vom Samsung HMX-H300 der starkes Bild und Farbrauschen erzeugt, sobald nur wenig Licht auf den Sensor fällt.
Ebenfalls fielen mir beim Samsung defekte, weiße Pixel auf. Solche habe ich bei JVC und Sony bisher nicht entdecken können.

Die Optik mit ihrem 40x Zoom ist durchschnittlich, verzeichnet im Weitwinkel etwas, zeigt Randunschärfen und teils auch Randabdunklung. Der Zoombereich liegt deutlich über dem Sinnvollen Bereich, wenngleich es mit 42mm leider nur sehr wenig Weitwinkel gibt. Die 1680mm Tele lassen sich mit Hilfe der Elektronik und ruhiger Hand leider nicht mehr halten. Hier ist einfach zu viel des Guten angesetzt. Eine Sperre bei 20x Zoom, die durch nochmaliges zoomen überwunden werden kann, wäre eine Sinnvolle Option für die Menüs. Der Zoom lässt sich mit der Wippe gut bedienen. Langsame und schnelle Zooms klappen gut, der Motor ist auch in sehr leisen Situationen nicht hörbar.
Außerdem ist der Zoom über das Display bedienbar und bewegt sich dann gleichmäßig langsam.

Der Autofokus funktioniert bei hellem Tageslicht meistens gut und findet recht schnell die Schärfe, konnte sich aber hin und wieder bei Schwenks oder Zoom hinters Licht führen lassen. Bei wenig Licht bleibt der Camcorder dann auch schon mal aus dem Fokus und regiert nur träge.

Der aufgenommene Stereoton ist etwas dünn und einen Hauch zu leise, neigt dafür niemals zu übersteuern bei lauten Szenen, wie es der Samsung Camcorder macht. Dünne Tonaufnahmen sind in einer Nachbearbeitung besser zu retten, als übersteuerte. Von daher ist es weitestgehend okay, aber nicht die Erfüllung. Dies findet man dann eher bei Sony mit gutem Ton.

Ist die Akkuleistung des Samsung HMX-300 mit knapp 3h gigantisch, wartet der JVC Camcorder nur mit mickrigen 1h45Minuten auf. Bei Sony sind es immerhin über 2,5h. Der kleine Akku ist also schnell erschöpft und die größeren Akkus des Herstellers sind sehr teuer. JVC BN-VG121EU Li-Ionen-Akku (3.6 Volt, 2100mAh) für Everio Serie
Alternativ kann man einen Akku Li-Ion kompatibel zu JVC BN-VG121 (inkl. Ladegerät + Kfz-Ladekabel) verwenden. Dieser reicht für 8h und mehr, kostet deutlich weniger, hat aber auch Einschränkungen: Die Energie wird mittels Adapterkabel an den Netzteilanschluss des Camcorders geliefert, und das Display zeigt keine Akkukapazität an. Die hat der Akku mittels vier LEDs selbst eingebaut.

Die absolut coole Zeitrafferfunktion des Camcorders erzeugt FullHD Videos mit verschiedenen Geschwindigkeiten von 1,2,5,10,20,40, oder 80 Sekunden je aufgenommenem Bild. Die Auswahl der Abstände ist bei Samsung von 0,5 Sekunden bis in den Bereich mehrerer Minuten deutlich größer, aber hier werden nur HD Videos abgeliefert.
Sony hat im CX130 keine Zeitraffer Funktion verbaut, dafür eine Zeitlupen Funktion.
Die weiteren Gadgets umfassen eine Bewegungserkennung, womit nur aufgenommen wird, wenn der Camcorder eine Bewegung wahrnimmt, Lächelerkennung und diverse Filtermethoden, welche ich nicht weiter beleuchtet habe.

Die Fotos die der JVC auch während der Filmaufnahme schießen kann sind vernichtend grässlich und liegen in 1440x1080 Pixeln vor. Nicht der Rede wert. Fast jedes aktuelle Marken-Handy macht es deutlich besser.

Am Camcorder ist ein Mini-HDMI Port vorhanden, an dem die Inhalte an einem entsprechendem Gerät mittels optional zu kaufendem Kabel wie z.B. mumbi mini HDMI-Kabel (Mini HDMI C Stecker auf HDMI A Stecker, 1,5m) wiedergegeben werden können. Übertragungen zum PC oder Mac erfolgen mittels eines klassischen USB Mini Kabels. Über diesen kann auch die auf dem Camcorder liegende Software auf den PC installiert werden. Ein Mac Version gibt es nicht.

Mein Fazit:

Bei Tageslicht sehr gut zu gebrauchen, wenn bei normalen Lichtverhältnissen gefilmt wird.
Bei wenig Licht fängt der Camcorder an grobpixelig und dunkel zu werden.
Farben wirken sehr gesättigt und mit gutem Kontrast, der Weißabgleich funktioniert bei hellen Lichtverhältnissen gut, wechselt bei wenig Licht schon mal gern ins Blau.
Der Ton ist nicht sehr laut und etwas dünn, aber ausreichend.
Die Optik erfüllt nur Grundansprüche, der Zoombereich hat wenig Weitwinkel und übertrieben viel Tele.
Der Stabilisator arbeitet gut und der Motor ist nicht hörbar.
Der Autofokus hat kleine Schwächen bei schlechten Lichtverhältnissen, arbeitet sonst weitestgehend gut.
Die erzeugten AVCHD Aufnahmen müssen mit der mitgelieferten Software oder z.B. iMovie verarbeitet werden. Standard Abspielsoftware kann mit dem Format nichts anfangen.
Das Display ist etwas klein, die Bedienung nicht immer Zielsicher, dafür relativ Blickwinkelstabil.
Die Akkuleistung kann nicht überzeugen und ist knapp bemessen, wobei Ersatz vom Hersteller auch noch sehr teuer ist.
Die zwei SDXC Kartenslot lassen 128 GB Speicherkapazität zu, was für viele Stunden Film reicht.
Die Menüs geben nicht Auskunft über die tatsächliche Auflösung der erzeugten Videos.

Ich halte den JVC GZ-HM440 für ein gutes Einsteiger-Produkt und das Preis-/Leistungsverhältnis für sehr gut. Der konkurrierende Samsung HMX-H300 ist, wenn auch knapp, unterlegen. Besser macht es der (teurere) GZ-HM650 und darüber der noch teurere Sony CX130.

Nachwort:

Camcorder in diesem Budget haben allesamt kleinere Sensoren, als eine einfache Digitalkamera. Erwarten Sie daher bitte von der Bildqualität keine Aufnahmen wie von einer Blu-Ray. Die Sensoren sind nicht einmal 0,2" (5mm) in ihrem Durchmesser und das Endergebnis wird dann am heimischen Plasma TV mit 40" (1000mm) oder mehr wiedergegeben.
Auch die Zoombereiche liegen in Bereichen von ausgewachsenen Spiegelteleskopen (weit über 1000mm Brennweite) und darüber hinaus.
Wer nicht von Blu-ray als Qualitätsstandard ausgeht, bekommt eine gute Möglichkeit seine bewegten Erinnerungen festzuhalten, die weit über damalige SD, DV, oder analoge Hi8 Camcorder hinaus geht. Wer mehr will, muss auch deutlich tiefer in die Tasche greifen - wie bei so vielem im Leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.04.2012 13:58:12 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.04.2012 14:37:01 GMT+02:00
Patrick meint:
Laden Sie sich ergänzend zur Rezension unter diesem Link einen FullHD Film herunter (604 MB):

https://public.me.com/pcpanik/de/

Video Vergleich kompakte Digitalkameras (Olympus SZ-20 und Canon Powershot SX230 HS) gegen günstige Camcorder (Sony CX-130 und JVC GZ-HM440).

Ich fand meinen Versuch auch für mich äußerst Aufschlußreich - wie viel darf man erwarten - wie groß sind die Differenzenen.
‹ Zurück 1 Weiter ›