Kundenrezension

16 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen DEFINITIV KEINE HEAVY METAL WORLD SENSATION..., 21. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Space Police - Defenders of the Crown (Audio CD)
Was habe ich mich nach den (wieder mal) großspurigen und marketing-technisch gezielt gesetzten Vorab-Ankündigungen auf den neuen Release von "Fuldas Finest" gefreut. Back to the Roots ? Härter und besser waren Edguy nie ?
Nach dem schwachen "Age of the Joker"-Album durfte man also mehr als gespannt sein...

Ich bin Fan der Band seit der "Kingdom of Madness"-Scheibe. In Folge derer, hat die Band bis zur "Hellfire Club"-Scheibe beständig erstklassige Power-/Speedmetal-Scheiben mit dem typischen und eigenständigen Edguy-Feeling veröffentlicht. Vor allem "Theater of Salvation" sticht als Meisterwerk innerhalb des eigenen Backkatalogs bzw. des Genres heraus.

Ab der "Rocket Ride"-Scheibe jedoch, ist die Band immer mehr in den rockigeren Sound abgedriftet. Weg sind/waren die starken Speed-Hymnen die den Edguy-Sound massgeblich mit definiert haben.

Die neue Scheibe geht mit dem Opener "Sabre & Torch" wirklich sehr ordentlich los (auch wenn sich das Main-Riff mehr als offensichtlich bei Avantasias "Invoke the Machine" bedient).

So weit so gut. Das folgende "Space Police" bremst jedoch den powervollen Start sofort wieder aus und erinnert vom Rhythmus-Aufbau im Verse her etwas an "The Headless Game", ohne jedoch dessen Power zu erreichen und ist insgesamt aufgrund der (gewollt) spacigen Keyboards doch ziemlich poppig gehalten. Der Chorus weiss aber dennoch zu gefallen.

Der quasi 2. Titeltrack "Defenders of the Crown" geht wieder etwas powervoller zur Sache. Bleibt jedoch auch im Midtempo-Bereich hängen, wiederum gespickt, mit ein paar, an alte Zeiten erinnernde Hooks. Der Chorus kann dann aber leider nicht mehr mithalten. Der ruhige Part ab 03:58 könnte auch von Gamma Ray stammen.

Das folgende "Love Tyger" ist ein typischer Edguy-Gute-Laune-Track im Stile von "Lavatory Love Machine". Starker und grooviger 80er Pop/Rock Hairmetal-Song.

"The Realms of Baba Yaga" ist ein mehr als angestrengt klingender Versuch (inkl. Double-Bass im Chorus), wieder mehr Härte ins Gesamtniveau zu bringen. Doch auch dieser Track verbleibt schlussendlich im Midtempo-Bereich und bietet keinerlei grossen Überraschungen.

Ab Track 6 driftet das Album jedoch kontinuierlich in die Austauschbarkeit und Belanglosigkeit ab! Die Cover-Version "Rock Me Amadeus" braucht (trotz des bekannten schrägen Edguy-Humors) absolut kein Mensch und hat auf dem regulären Album nichts zu suchen (solche Tracks sind - wenn - definitiv nur etwas für eine Bonus-CD/Bonus-Track !)
Die Songs "Do Me Like a Caveman" und "Shadow Eaters" sind unspektakuläres Füllmaterial, die obligatorische Ballade "Alone in Myself" diesmal gar der (peinliche) Totalausfall.
Da kann auch der abschließende Longtrack "The Eternal Wayfarer" nichts mehr retten (trotz des Querverweises zu "Land of the Miracle" ab 05:05). Dieser könnte genauso gut auf einem der letzten Avantasia-Alben stehen, da von der Song-Struktur her kaum zu unterscheiden und erneut viel zu poppig und spannungsarm.

Fazit:
Technisch, wie immer, auf höchstem Niveau und - dank Sascha Päth - in ein Top Sound-Gewand gekleidet (wenn auch hart am Loudness-War)
Vom angekündigten härtesten und besten Edguy-Album seit 10 Jahren kann hier aber definitiv nicht die Rede sein! "Space Police - Defenders of the Crown" ist insgesamt wieder besser als der Band-Tiefpunkt "Age of the Joker". Bietet ein paar wirklich gute Rocksongs und Hooklines. Jedoch fehlen auch diesmal wieder jene typischen Edguy-Hymnen, für die die Band bekannt ist.
Wo sind die genialen Spannungsmomente von Longtracks wie "Theater of Salvation" ? Wo ist die gnadenlose Power von "Babylon", "Arrows Fly" oder "Nailed to the Wheel" ? Wo sind die Stadion-Hymnen á la "Land of the Miracle" oder "Vain Glory Opera" ? Wo ist das spezielle Edguy-Feeling hin ?
Auch der neueste Output verschmelzt in seiner Gesamtheit erneut viel zu stark mit den letzten Scheiben von Sammet's Nebenspielwiese Avantasia (wobei Part I + II ausgenommen, absolute Speedmetal-Klassiker des Genres sind!) und versinkt grösstenteils im poppigen Sumpf der letzten 3 Edguy-Veröffentlichungen.
Tobi Sammet ist ohne Frage ein (routinierter) Top-Songwriter und hat erneut nahezu das komplette Album im Alleingang verfasst. Vermutlich ist aber mittlerweile auch genau dies das Hauptproblem, und der Gute sollte dringendst darüber nachdenken, Gitarrist Jens Ludwig als Songwriter, wieder verstärkt mit ins Boot zu holen. Dieser war nämlich in der Vergangenheit für einige Härtegrade mehr im Sound mit verantwortlich und dessen sehr starke Soli - nebenbei bemerkt - diesmal der überraschend grosse Lichtblick auf einem erneut mehr als stark polarisierendem Album sind.
Ansonsten laufen Edguy Gefahr, endgültig im Einheitsbrei und der Bedeutungslosigkeit unterzugehen.

Definitiv kein Must-Have. Gerade noch so 3 Sterne. Mehr ist hier absolut nicht drin !

Anmerkung zur Bonus-CD: Diese braucht kein Mensch. Verteuert die eigentliche CD nur unnötig. Lediglich 2 neue Spass-Songs und 4 Instrumental-Nummern der neuen Scheibe. Das ist Dienst nach Vorschrift und kein besonderer Fan-Bonus (fliesst aber in die Bewertung nicht mit ein !)
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N A C H T R A G

Die Scheibe ist nun mittlerweile weitere 8 - 10 x rotiert. Es wird jedoch nicht mehr besser. Eher (noch) unspektakulärer. Die 3 (bzw. 2,5) Sterne waren bereits mit Hängen und Würgen vergeben, nachdem es Amazon bedauerlicherweise noch immer nicht geschafft hat, halbe oder gleich von vorneherein mehr Sterne zur besseren Abstufung einzuführen, habe ich noch aufgerundet.
Nachdem aber die (positiven) Bewertungen jetzt augenscheinlich auch noch künstlich von der Band mit gepusht werden, weil man anscheinend mit der (zu Recht) hagelnden Kritik nicht umgehen kann, geht der letzte halbe Sympathie-Punkt jetzt endgültig flöten.
Bewertungen stehen jedem zu und sind immer eine etwas heikle Sache aber so auffällig wie in diesem Fall, war es schon lange nicht mehr.

Sorry Edguy - das ist kein Stil ! Euer Erfolg sei Euch gegönnt aber so etwas solltet ihr nicht nötig haben !
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.04.2014 12:34:20 GMT+02:00
Ha, ich habe fast genau die gleiche Bewertung geschrieben, insofern kann ich hier nur voll zustimmen! :)
Finde es ja ok, wenn sie in diese Richtung weiter gehen wollen, aber dann so groß anzukündigen, dass sie doch wieder so viel härter und wie früher wären auf der neuen Scheibe, halte ich schon für Bauernfängerei, das muss echt nicht sein. Dann sollen sie lieber zu ihrem neuen Stil stehen. Vor allem, da Tobias in den einschlägigen Medienplattformen gerne noch alle beschimpft, die seine Musik nicht (mehr) mögen. Wenn er nicht immer das Blaue vom Himmel versprechen würde, dann wären am Ende auch nicht so viele Fans enttäuscht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.05.2014 11:13:04 GMT+02:00
T.N.T. meint:
Auf seine Art und Weise hat es Tobi aber dennoch wieder geschafft, oder? Hat doch gut geklappt.

Wenn Tobi selbst daran glauben würde, dass das Album so fantastisch wäre, bräuchte er seine Fans nicht anstacheln für ihn gute Reviews auf Amazon zu platzieren.

Ich finde diese Vorgehensweise sowieso recht fragwürdig. Biete Konzerttickets gegen gute Rezensionen etc.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.06.2014 15:45:14 GMT+02:00
DePo meint:
100 Prozent Zustimmung !!! Jedesmal leere "Versprechungen" und dann Ernüchterung nach der Veröffentlichung. Herr Sammet will nicht zurück zu den Anfängen - also gut , dann eben ohne mich !! So einfach ist das.
Es gibt ja wohl genug Käufer für die jetzige Stilrichtung - Geld regiert die Welt ... ! Dann soll er halt mit den "Neuen Fans" glücklich werden ! Das Recht gestehe ich ihm natürlich zu ! Er soll das machen, was ihn glücklich macht ( und Kohle bringt ). Daß ich damit nicht "glücklich" bin, braucht ihn nicht zu stören. Mein Problem, nicht seins !!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.01.2015 15:38:13 GMT+01:00
Michael Greif meint:
Verschwörungsaufgüsse überall, nicht mehr nur auf youtube - wo sowas hingehört.

Anderenfalls, warum sollte man Konzertkarten an Leute vergeben die den aktuellen Edguy-Stil nicht mögen?
Das wären Perlen vor die Säue.

Zumal auch diese Rezension nur lustig ist.
"Edguy, weil ihr dies und das macht, entziehe ich euch Sympathiepunkte." Lol.
Da wurde doch nur ein Grund gesucht um den 'halben Sympathiepunkt' erst abziehen zu können. Als wenn man das nicht schon vorher beschlossen hätte.
Lächerlich sowas.
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