Kundenrezension

121 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstaunlich frisch!, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Hang Cool Teddy Bear (Audio CD)
Zunächst ein Vorwort, wer die eigentliche Rezension direkt will, ohne Hintergrund info...ab Absatz 4!

Ich gebe zu, ich bin bei Neuerscheinungen Meat Loafs vorsichtig geworden!Klar, da gibt es zunächst einmal die typische Lobhudelei seitens des Künstlers(was soll der auch anderes sagen, und wenn es noch so ein bescheidenes Werk ist), Plattenfirma (hier gilt gleiches) und den ganzen Heerscharen von Fans, die das Werk dann gleich aus innerstem Antrieb auf die höchsten Stufen neben den alten Klassikern heben... und dann sitzt man ein paar Wochen später vor dem Player und hört Durchschnittsmaterial das von jedem anderen x-beliebigen Künstler hätte verbrochen sein können...

Bei Mr. Aday, der glaube ich seinen "Echt-"Namen kürzlich ändern ließ, so glaube ich mich zu erinnern, trifft das im besondern Maße zu! Viele, so auch ich- unterscheiden ganz klar zwische Steinman-Songs und sonstigen Liedern. Meat schreibt weitestgehend bekanntlich nicht selbst und ist somit auf fremde Hilfe angewiesen. Wenn er seinem tw. Kumpel, tw. Intimfeind Steinman die nötige Zeit gab (und ein Output bei Steinman liegt zeitlich im Schnitt bei gefühlten Jahrzehnten) dann kam da meist zeitloser Bombast auf höchstem Niveau heraus. Hatte sich Meat mit Jim zerstritten schrieben andere mit häufig mäßigem Talent für den Fleischklopps. Dann gab es entweder Kopierversuche des Steinmanschen Machwerks a la "I`d lie for you and that's the truth" oder "Couldn't have said it better", oder Allerweltsrocker wie "Testify", "Do it" (Oh mein Gott!) oder Schlagerschnulzen wie "You're right I was Wrong", die Liste läßt sich beliebig ergänzen, man schreckte selbst nicht davor zurück, in so scheint es übermenschlicher Verzweiflung einen Frank Farian ins Studio, da sit eigentlich alles gesagt....!

Für mich stehen in kurzen Worten die Bat Alben, und damit meine ich Bat 1, Bat 2 und Dead Ringer über allem als zeitlose Rockgeschichte. Daneben stehen viele der sonstigen Steinman Songs die ja (inkl. Bat 2) weitestgehend schon einmal -in Ermangelung von Zeit und/oder Freundschaft- nicht mit Meat sonder bei anderen Künstlern oder von Steinman selbst (höchst witzig) eingesungen wurden. Das vorliegende ALbum ist ohne Steinman und daher zunächst höchst suspekt! Aber es sollte mich positiv überraschen!Soviel zur Vorgeschichte!

Das Album ist wie gesagt nicht aus Steinmans Feder, der braucht vermutlich für wirklich neue Songs weitere Jahrzehnte und da Meat im Moment Lust hat zu singen und selbst kein Songschreiber ist, müssen andere her! Die haben ihm ein frisches Rockalbum gecshreiben, bei dem die Gitarren fett und brachial im Vordergrund stehen, ohne dabei Banalitäten a la "Testify" und "Couldn't have said it better" zu verbrechen.

Das Album startet "Bat-mäßig" mysteriös bis dann "Peace on Earth" losbricht. Alleine der Mut diesen knapp 6,30 Minuten Rocker mit all seinen Breaks und Tempowechseln an den Anfang zu stellen gehört belohnt! Und das Schöne: die Befürchtung, dass man ein Album voller Pseudorocker wie "Do it" und Konsorten vor sich hat, ist völlig unbegründet! Beeindruckend!

"Living on the outside" schiesst mit einem frischen Refrain weiter voran!Meat schreit, rockt, die Gitarren sind nie weichgespült oder mit Keyboards bis der Arzt kommt weichgespült... ich fass es nicht! Das ist für mich vielleicht die entscehidende Neuerung. Die Soli sind auf dem gesamten ALbum keine Allerweltssoli. Und sie dürfen scheinbar auch ruhig mal eine Oma im Supermnarkt verschrecken und das macht große Teile des Unterschiedes aus!

Die Single ist wie ich höre "Los Angeloser". Die ersten akustischen Gitarren bis hierher, nicht -Danke, Songschreiber!- der Versuch fürs Radio die 7. Kopie von Steinmans Balladen a la "I'd do anything for love" zu liefern. Nichts, was der Radiohörer spontan honoriert, aber durchaus cool!

Und dann kommt es doch noch, aber frisch, rockig und druckvoll, dass obligatorische Duett. Klingt zwar am ehesten nach Meat, ist aber weit vonm einer schnöden Kopie entfernt. na ja... recht weit....

Dann wird etwas eingebremst. "Love is not real" nimmt erst mal das Tempo etwas raus und erinnert mich dann im Gitarrenriff ein bisschen an Deep Purple mit Morse an der Klampfe. Bin gespannt wer dafür verantwortlich ist! Und plötzlich mitten im Song gerade als der Radiohörer sich auf den 12.Refrain einstimmen wollte ein Break! Damit hätte ich nicht mehr gerechnet! Geil!

"Like a rose" Bluesiges (ja bluesig) Gitarrenintro, cooler Text, wahrscheinlich dafür ein parental advisory button in den USA ... frischer Rocker, kurz schmerzlos. In Ordnung!

"Song of madness" Düsteres Intro, akustische Gitarren, schmachtender Meat, und dann wieder Dampf auf den Karren! Vielleicht mein Highlight auf der Platte. Brian May im Solo. Geiles Teil und nicht so offensichtlich May wie noch bei "Bad for good". Es ist Meat, aber es ist untypisch und absolut frisch!

"Did You ever Love Somebody" Ballade, kurz, trocken! Meat Original!

"California..." ist für mich so der überflüssigste Song auf der Scheibe, aber auch der ist zumindest nicht so, dass man die Rozine und Langeweile hört. Der geht auch noch absolut hörenswert durch, auch wenn er vermutlich den "test of time" nicht besteht!

"Running away from me". Was ist das denn? Die zweite Single? Was ganz anderes! Ein cooles "la la la lalla " im Refrain. Das hat was und lässt automatisch den Fuss mitwippen...

Wir vermerken Lied 11 und ich höre das erste mal ein Pianointro! Spätestens jetzt fällt auf, was bis hierher passiert ist. Klar eine Ballade, aber eine mit Daseinsberechtigung! "Let's be in Love!"

"If it rains" . Midtempo. Läutet irgendwie das Albumende so langsam ein! If it rains it rains! Was gibt es da noch zu sagen?

Elvis in Vegas als Abschluss ist stimmig. Keine Schnulze a la Cry to heaven (die ich aber auch mochte). Ein entspannter Midtemporocker mit Piano der das wirklich gelungene Album abschließt!

Fazit: Ich bin positiv überrascht. Das hätte ich ihm ganz ehrlich nicht mehr zugetraut! Eine echte Frischzellenkur und volle 4 Sterne für diesen Befreiungsschlag aus den "Fängen" von Steinman und Steinmankopien. Es bleibt Meat, aber "er" hat alles versucht um nicht zu kopieren und dabei was frisches eigenes zu fabrizieren! Respekt! Jetzt habe ich deutlich mehr geschrieben als ich wollte und werte das auch mal zugunsten des Albums!

UNd warum nur 4 Sterne? Weil Bat immer noch einen besonderen Stellenwert genießt und ich kein Fanboy bin!
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Kommentare


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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.04.2010 18:19:49 GMT+02:00
Metaljunkie meint:
Da das Album erst am 23.04.2010 veröffentlicht wird, wüßte ich mal gerne, wie man jetzt bereits eine Rezension erstellen kann.

Veröffentlicht am 19.04.2010 18:22:29 GMT+02:00
In Großbritannien gibts das Album schon!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.04.2010 20:48:11 GMT+02:00
Jepp, habe es auch schon aus UK. War sogar billiger als hier.

Tolle Rezi, kann ich nach erstem Durchhören alles so unterstreichen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2010 07:27:34 GMT+02:00
jep aber ich würde sogar 5 Sterne geben, klasse Teil...

Veröffentlicht am 20.04.2010 18:10:15 GMT+02:00
Dennis Meyer meint:
Soweit ich weiß, ist bei "Song Of Madness" nicht Brian May, sondern Steve Vai an der Klampfe...
"If I Can't Have You" beginnt ebenfalls mit einem Pianointro, das von keinem geringerem als Dr. House-Darsteller Hugh Laurie gespielt wird.
"Couldn't Have Said It Better" als "Banalität" zu bezeichnen, finde ich etwas unangebracht. Immerhin wird es von vielen Fans als eines der besten, wenn nicht gar das beste Nicht-Steinmann-Stück bezeichnet. Man kann zu den Liedern, die nicht von ihm sind, stehen, wie man will - auch ich bevorzuge selbstredend seine Werke. Aber rein objektiv ist jawohl nicht abzustreiten, dass das Lied musikalische Klasse hat, wunderbar episch gestrickt und ein Wahnsinnsohrwurm ist. Das finde ich alles andere als banal.
"Elvis In Vegas" ist eines der besten Stücke auf der Platte. Das geht in dieser Rezension irgendwie unter.
Ansonsten stimme ich aber im Großem und Ganzem zu.

Veröffentlicht am 21.04.2010 11:12:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.04.2010 11:12:51 GMT+02:00
H.Schwoch meint:
Obwohl ich kein großer Meat-Loaf-Fan bin, hätte ich nach dieser sehr ausführlichen und trotzdem stets themenbezogenen Rezension tatsächlich fast Lust, mir die CD zu kaufen. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.04.2010 20:43:51 GMT+02:00
Erklärungsversuch...:

Steve Vai würde ertklären, warunm das May'sche Gitarrenspiel nicht gleich auffällig ist... wobei ich dennoch rein stilistisch eher auf May und nicht auf Vai tippen würde, mal sehn was stimmt, "Couldn't have said..." ist definitiv für sich alleine ein geiler Song, wenn ich aber "I'd lie for you" daneben laufen lasse, ist das für mich einfach nur ein weiteres Plagiat des Steinman-Erfolgsrezeptes und klingt wirklich eins zu eins danach. Deshalb ist es für mich banal. Wäre es das erste Stück von Meat was mir zu Ohren käme... klar..... aber so....!
"Elvis..." ist definitiv ein geiler Song! :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.04.2010 01:08:04 GMT+02:00
Dennis Meyer meint:
Laut http://en.wikipedia.org/wiki/Hang_Cool_Teddy_Bear#Track_list ist es Steve Vai, aber keine Ahnung, ob der Verfasser da eine verlässliche Quelle hatte... Deswegen habe ich mich nur gewundert, weil ich mich im Vorfeld immer dort informiert habe.
Okay, deine Argumentation leuchtet ein. So gesehen ist es sicherlich ein Plagiat, wovon man halten kann, was man will. Ich für mich blende das beim Hören aus, ebenso wie z. B. bei "Did I Say That" oder "Blind As A Bat", die ja auch beide von James Michael stammen. Ich finde seine Lieder - auch bei Mötley Crüe oder Marion Raven - einfach super, weshalb mir egal ist, woran sie nun angelehnt sind, solange sie rein objektiv für sich alleine stehen und überzeugen können. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Bei "I'd Lie For You" sind die Parallelen zum Steinmann-Riesenhit allerdings auch mir etwas zu offensichtlich und billig - alleine schon, dass beide Lieder mit "I'd" anfangen und in Klammern jeweils eine Art Antithese oder Widerspruch zum Haupttitel folgt...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.04.2010 14:15:58 GMT+02:00
ok ok es ist Vai.... :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.04.2010 14:17:32 GMT+02:00
Auf laut.de ist übrigens ein interessantes Interview mit Meat, in dem er auch aif seine eher durchwachsene letzte Tour eingeht.... sehr interessant. Die Kritik dort gibt 4 von 5 Sternen.
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