Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Scheinbild der Wüste, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Mirage (Audio CD)
MIRAGE ist das zweite Album der Briten Camel, welche mit ihrem selbstbetitelten Debüt zu Zeiten der Veröffentlichung einen Geheimtipp ablieferten, der sich erst später zu einem eigenbrödlerischen Phänomen entwickelte. Diesem Schema ist auch MIRAGE zuzuordnen, welches sich in seiner Komplexität voller Klangspielereien und filigraner Virtuosität jeglicher Beschreibungsversuche enzieht. Stilistisch verweben sich Progressive Rock mit feinen Klängen zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk, das die erste Schaffensphase der Briten in den Siebziger am eloquentesten widerspiegelt. Daher ist MIRAGE für die gesamte Camel Diskografie als repräsentativstes Werk anzusehen, wobei sich die Songs nicht an die stilistischen Vorgänger ihrer Parallelgruppen anlehnen, sondern eine eigene Noten zeigen. Die Stücke bewegen sich auf einem derart hohen Komplexitätsgrad, dass damals wohl viele Anhänger des Progs Schwierigkeiten mit dem Album hatten, obwohl man Ideenoverkills größeren Ausmaßes als eingefleischter Fan ja schon von Van Der Graaf Generator oder Jethro Tull gewohnt war. Irgendwo zwischen diesen beiden Legenden der progressiven Rockmusik, scheinen auch die sechs Songs der Originalpressung zu stehen, welche ihren verdienten Ehrenplatz in jeder Rocksammlung haben sollten. Die bedeutsamsten Songs des Albums sind FREEFALL mit seinen abwechselnd rockigen und feinen Klangspielereien, die gescickt ineinander greifen, so dass hier eine sechsminütige Minisinfonie entsteht. Die dreiteilige Suite NIMRODEL/THE PROCESSION/THE WHITE RIDER ist dahingegen eine Achterbahn der Gefühle, mit expressionistischem Gesang, gedämpfter Gitarre, dezenten Keyboards und harmonischer Atmosphäre. Auf den bizarr anmutenden, durch Parallelwelten und Raum-Zeit-Kontinuum transportierenden, konträren Sound des Songs muss sich der Hörer einlassen. Einen ähnlich imposanten Song kenne ich kaum, mit Ausnahme von THE MUSICAL BOX (Genesis). Ein weiterer Ausnahmesong ähnlichen epischen Ausmaßes ist LADY FANTASY, welches leicht-beschwinglich durch die furiose Welt des Progressive Rock trottet, um den Hörer mit einer außergewöhnlichen Konfrotation mit den Tiefen der progressiven Schlagseite zu vertrauen, um dann wie eine Luftspiegelung nach fast dreizehn Minuten zu verschwinden. Ein Song, der dem Prädikat "episch" gerecht wird, aber doch nur wie ein Fantasiegebilde der Wüste erscheint. Fassungslos wird der Hörer nach diesen sich ständig abwechselnden Rythmen wieder zurück auf den Boden geholt. Die anderen Komposition SUPER TWISTER und EARTHRISE weisen zwar ähnliche Qualitäten auf, wirken aber eigenständiger, wohingegen die oben erwähnten Stücke wie eine monolitische Einheit klingen, welche wie Zahnräder eineinander greift und das Album durchstreift. Beim Remaster liegen zudem noch einige Live-Fassungen zu SUPERTWISTER, MYSTIC QUEEN und ARABULUBA vor, die 1974 im Marquee Club aufgenommen wurden. Weiters ist auch ein "Basing Street Studios Mix" von 1973 zu LADY FANTASY zu finden. Pflichtkauf für Proggies!
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.07.2014 07:38:29 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Von ihnen habe ich so gut wie alles, letztes Jahr habe ich sie wieder live sehen
können. Von mir "Standing Ovations" für Andy Latimer, der Gott sei Dank, wieder
gesund ist und zur alten Form zurückgefunden hat.
Es soll bald ein neues Album erscheinen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.07.2014 14:27:31 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.07.2014 14:30:42 GMT+02:00
Hi Uwe, war das Konzert im Oktober in Bochum? Respekt für die "Standing Ovations", denn Andy Latimer war ja schwer erkrankt. Mir war gar nicht bekannt, dass er wieder gesund wurde. Ein neues Album? Hört sich toll an, aber was aus anderen Prog-Legenden wurde, sieht man leider bei Nektar. Da habe ich mit der "Time Machine" immer noch meine Probleme.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2014 06:59:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.07.2014 07:06:26 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Ja, war in Bochum und superklasse (wie immer). Das erste Mal habe
ich sie in Originalbesetzung 1976 bei uns in Dortmund gesehen.
An der Nektar scheiden sich die Geister aber gut hörbar ist sie
trotzdem noch, klar wird da nie wieder ein "Remember The Future"
kommen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2014 13:38:54 GMT+02:00
"Remember the Future" - ein absolutes Klasse Album. 'Take a trip, back in time' :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2014 13:51:34 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Meine Lieblingsscheibe von Nektar mit "A Tab In The Ocean"..:-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2014 15:08:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.07.2014 15:18:44 GMT+02:00
Oh, ja, "A Tab in the Ocean". Simpel ausgedrückt: WOW!
Das Intro mit dem rauschenden Meer zu Beginn, dann Orgelpassagen, dann Gitarre und Schlagzeug; ein klasse Anfang. Und über den Rest brauchen wir uns als "Proggies" nicht unterhalten. Ebenbürtig!
Obwohl "Remember...." vielleicht leichter zugänglich ist. War mein Anfang mit "Nektar".
Ich habe die Band dann irgendwann 1973/1974 kennen gelernt. Für den Prog-Rock ist das Soundgewand bei "Remember..." ungewöhnlich stringent und "einfach" in weitestem Sinne, während bei "A Tab in the Ocean" und "Journey..." die Komplexität der Stücke hervorsticht, die bei "Remember..." auch noch recht dominant ist, für die Musik aber nicht "essentiell" wirkt. An diese Zeit denke ich heute noch gerne zurück. Schade, dass man nur einmal jung ist! :-)
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