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Bösewichte sprechen IMMER Deutsch., 23. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Ripley's Game (DVD)
Tom Ripley ist die harmlosere Variante von Hannibal Lecter: hochintelligent, kulturbeflissen und -besessen, bei Bedarf gnadenlos böse und kriminell. Gegenüber Menschen, die er mag, ist er charmant und großzügig. Solche, die er NICHT mag, läßt er das hingegen deutlich spüren - und als ein Bekannter ihn als kulturlosen Snob denunziert, muß er dafür bezahlen. Ripley bringt ihn, den harmlosen, unschuldigen, braven Ehemann Jonathan, durch skrupelloses Intrigieren dazu, zum Auftragskiller zu werden, und im Gefolge seine Ehe, sein Glück, sein Leben zu riskieren. Das ist angenehm zu betrachten, denn John Malkovich spielt Ripley in Hochform - ist lakonisch, sarkastisch, hochcharmant fies. Auch ist der Film sehr routiniert inszeniert: abgesehen von ein, zwei kleineren Continuity-Problemen und ein paar wenigen überflüssigen Sequenzen (oder gar nur Einstellungen) läuft das Geschehen schnörkel- und reibungslos voran, man langweilt sich nicht, man hat fast das Gefühl, einer gut geölten Spieluhr zuzuhören bzw. zuzusehen. Für meinen Geschmack aber ist das alles fast ein wenig ZU stringent inszeniert: von größeren Wendungen in der Handlung, von Überraschungen keine Spur, und von Ripleys SPIEL leider relativ bald auch keine mehr. Ich hatte erwartet, noch viel weitergehende und ausgefeiltere Intrigen und Gemeinheiten zu erleben, aber ab etwa der Mitte des Films hat sich das größtenteils erledigt: aus der schwarzen Komödie wird mehr und mehr ein Drama mit Thriller-Elementen; das Lakonische schwindet, die Ernsthaftigkeit nimmt zu. Kann sein, daß dies in der Romanvorlage schon so angelegt ist - die kenne ich nicht, und auch keine der vorherigen Verfilmungen des Stoffes. Solcherart unbeleckt erlebte ich einen netten Film, der angenehm unterhält und keine größeren Kanten aufzuweisen hat. Geht sehr in Ordnung - ist aber auch absolut nichts besonderes. Darum: knapp 7 von 10 Punkten. PS: Mit am schönsten fand ich die "Bösewichte vom Balkan", die perfektes Deutsch sprechen - und auch sonst gibt es recht viel recht lustigen deutschen Dialog im Film!
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Ripley's Game B00020P80A
John Malkovich
Warner Home Video - DVD
Ripley's Game
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Bösewichte sprechen IMMER Deutsch.
Tom Ripley ist die harmlosere Variante von Hannibal Lecter: hochintelligent, kulturbeflissen und -besessen, bei Bedarf gnadenlos böse und kriminell.
Gegenüber Menschen, die er mag, ist er charmant und großzügig. Solche, die er NICHT mag, läßt er das hingegen deutlich spüren - und als ein Bekannter ihn als kulturlosen Snob denunziert, muß er dafür bezahlen. Ripley bringt ihn, den harmlosen, unschuldigen, braven Ehemann Jonathan, durch skrupelloses Intrigieren dazu, zum Auftragskiller zu werden, und im Gefolge seine Ehe, sein Glück, sein Leben zu riskieren.
Das ist angenehm zu betrachten, denn John Malkovich spielt Ripley in Hochform - ist lakonisch, sarkastisch, hochcharmant fies. Auch ist der Film sehr routiniert inszeniert: abgesehen von ein, zwei kleineren Continuity-Problemen und ein paar wenigen überflüssigen Sequenzen (oder gar nur Einstellungen) läuft das Geschehen schnörkel- und reibungslos voran, man langweilt sich nicht, man hat fast das Gefühl, einer gut geölten Spieluhr zuzuhören bzw. zuzusehen.
Für meinen Geschmack aber ist das alles fast ein wenig ZU stringent inszeniert: von größeren Wendungen in der Handlung, von Überraschungen keine Spur, und von Ripleys SPIEL leider relativ bald auch keine mehr. Ich hatte erwartet, noch viel weitergehende und ausgefeiltere Intrigen und Gemeinheiten zu erleben, aber ab etwa der Mitte des Films hat sich das größtenteils erledigt: aus der schwarzen Komödie wird mehr und mehr ein Drama mit Thriller-Elementen; das Lakonische schwindet, die Ernsthaftigkeit nimmt zu. Kann sein, daß dies in der Romanvorlage schon so angelegt ist - die kenne ich nicht, und auch keine der vorherigen Verfilmungen des Stoffes. Solcherart unbeleckt erlebte ich einen netten Film, der angenehm unterhält und keine größeren Kanten aufzuweisen hat. Geht sehr in Ordnung - ist aber auch absolut nichts besonderes. Darum: knapp 7 von 10 Punkten.
PS: Mit am schönsten fand ich die "Bösewichte vom Balkan", die perfektes Deutsch sprechen - und auch sonst gibt es recht viel recht lustigen deutschen Dialog im Film!
todaystomorrow
23. Dezember 2004
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Frankfurt
Top-Rezensenten Rang: 5.529
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