Kundenrezension

212 von 238 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was ist ein wirklich gut gelebtes Leben??, 4. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Seelengevögelt - Manifest für das Leben. Ein Plädoyer für ein freies, waches, authentisches Leben. (Broschiert)
Er schreibt umgangssprachlich, provoziert, benutzt das Wort F*** am laufenden Band, und hat nur eine Absicht, seine Leser aufzuwecken, aufzurütteln, wachzurütteln, um zu mehr Wahrhaftigkeit dem Leben gegenüber zu kommen. Den Grundansatz dafür finde ich persönlich phänomenal. Die Umsetzung dagegen z.T. eher fragwürdig, persönlich eingefärbt und grottenschlecht. Ein Buch, wo man kostbare Sätze zum eigenen Reflektieren genauso finden kann, wie unklare und unbedeutende ja gar abstossende Sätze wie.."Leck mich doch am A*sch* finde ich dann doch in so einem Buch deplatziert.
Eine auf Verkauf ausgerichtete Provokation, die den Geschmack des Geschäftemachens, dann doch nicht ganz los wird. ("Ich bin ein Busines-Punk".) Eine Note "Charlotte Roche-Stil", nur hier mit spiritueller Ausrichtung. (Was dort funktioniert, könnte ja hier auch funktionieren.)

Jedoch mit einem "differenzierten Blick" kann es sich lohnen (zumindest teilweise), sich auf jene Lebensprovokation einzulassen, auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, dass der Autor, dessen Name sogar auf der Frontseite fehlt (!) dann doch häppchenweise den Leser zu moralisieren. Ich glaube kaum, dass sämtliche Leser mit der Meinung des Autor konform gehen oder mit allem grosszügig einverstanden sind. Lindau will den Leser aus der Komfortzone, raus aus dem Mittelmass hinein ins eigene Leben führen. Sein Credo:" Das Schöne, das Wahre, das Gute!" Manches bleibt unklar: "Erinnere dich an das Versprechen!" fragt sich nur welches. Manchmal dachte ich: Also schreiben kann er nicht! Lindau schreibt einfach 'mal drauf los, frisch, frech, salopp! Manches klingt dabei allzu profan oder auch zu undifferenziert ("Ich weiss nicht was das bedeutet"). Da der Autor das Wort "seelengev*gelt" (was ist das eigentlich?) in verschiedenen Kontexten verwendet, habe ich es irgendwann für mich als "durchdrungen" übersetzt, dass für mich stimmiger ist. Sein Schreibstil klingt manchmal vor allem anfangs wie ein Briefstil.

"Das Leben will lieben,will leben, und sich erkennen...Wofür bist heute aufgestanden?" können Inspirationen für den geneigten Leser sein, der sich nicht von der z.T. doch etwas groben und herben Konfrontations- und Schreibart eines Veit Lindau's nicht irritieren lässt. Sensible Leser dürften damit gehörig ihre Mühe haben. Man bekommt das Gefühl, dass hier jemand einfach wild zusammen getragene Gedanken über das Leben zusammengetragen hat. So wahr ich Manches empfunden habe, so habe ich gleichzeitig auch so manches abgehoben gefunden:"Du hast Eiszeiten überlebt, Säbelzahntiger erlegt, das Feuer entdeckt, die Dampfmaschine entwickelt und bist zum Mond geflogen...Du bist ein Titan der Evolution...Bescheidenheit bescheidet...Weisheit bedeutet, nicht mehr von Problemen sondern einfach vom Leben zu sprechen." Wow, ich bekomme gleich Höhenflüge...Ob wohl jeder Leser mit solchen Sätzen einverstanden ist, ich glaube kaum. Spätestens hier dürfte so mancher Leseinteressierte langsam abwinken..

Fazit: Ein Buch das Positives, Inspirierendes und Berührendes genauso bietet, wie so manches das auch völlig abtörnen kann, oder den Eindruck erweckt, von Persönlichem eingefärbt zu sein. Bei 'all den gev*gelten und F***-Ausdrücken, in dem es in diesem Buch nur so wimmelt, meine Güte muss das sein? Für mich hatte es dann doch manches Mal eine Note des Lieblosen und Groben, was auch etwas Abstossendes an sich hat. Aber der Autor will ja auch nicht nett sein, vielleicht passt das ja dann dazu. Lässt man mal die Umsetzung beiseite (die ich teilweise wirklich grauenhaft finde), kann die Aufforderung, sein eigenes Leben zu überdenken trotz alledem inspirierend und auch aufweckend sein, was wohl oder sicherlich das Ziel des Autors ist. Ich meine, wenn man das schon mal hinbekommt, lohnt es ich alle Mal auf das Gedankengut eines Veit Lindau sich einzulassen, grobe Sprache mit Derbheit abgeschmeckt inklusive. Man kann sich auch die Frage stellen: "Brauchen wir WIRKLICH solche Bücher?" Ich meine, solange Menschen nicht aus ihrem Leben das machen, was sie wollen, leider ja. Veit Lindau versteht sich als ein "Rebel des Lebens", der nichts anderes will, als Menschen dazu zu bewegen, über sich nachzudenken, mit der Frage: Wer bist du wirklich?" So manche zugetragene Lebensweisheit, bedarf dabei wohl der eigenen Überprüfung, trotzalledem, kann es (zumindest teilweise) eine erweiternde Leseerfahrung sein, profane, grobe, lieblose, vulgäre, konfrontierende, abstossende Sprache hin oder her.

Hier mein Lieblingssatz: (45)
"F*** the Opferitis Humana!"

Nachtrag vom 7.1.2012

Anfangs noch begeistert, habe ich mir schon überlegt, wem ich diese Buchneuheit schenken könnte! Doch je tiefer ich hineinlas, desto mehr hat mich die Grobheit, die abstossende Schreibart zurückweichen lassen. Will man Bücher verschenken, die abstossend empfunden werden könnten? Wohl kaum. Wie ich zu meiner Bewertung komme? Ganz einfach: Idee=5* und Art und Umsetzung leider nur 1*, die Kombination beider ergibt die obige Bewertung. Klar dürfte sein, dass so ein Buch, das Lager in 2 Fronten einteilt, der der Begeisterten, die wohl keine Mühe mit der fast lieblosen Derbheit zu haben scheinen (was mich erstaunt) und denen, die einfach die fast schon profan-primitive Art den vollen Ablöscher verabreichen, was die 1*-Bewertungen verstehen lässt. (Die ich gut verstehen kann) Ich meine, man hätte viel mehr, aus diesem Buch machen können, schade drum. Ausserdem wird man den Geschmack nicht los, das all' die vielen 5*-Bewertungen von Seminarteilnehmern eines Veit Lindau stammen, ob das noch den Anspruch an eine "neutrale Lesermeinung" hat? Mich erreichen diese Lobeshymnen leider nicht, genauso wenig, wie auch das Buch mich nur partiell erreicht hat. Bücher können nur so gut sein, entsprechend der Reife und Bewusstseinshorizontes eines Autors, der hier dann doch überdeutlich und offensichtlich eines Veit Lindau enttäuschend deutlich wird...

21.2.2012:
Und: Der Autor lanciert bereits sein zweites Buch, das auf den kommenden September angekündigt ist, (die gute Geschäftemacherei mit provokativem Stil geht also weiter) mit dem Titel: "Heirate Dich selbst", mit dem Untertitel: Manifest für radikale Selbstliebe.
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Kommentare

Von 5 Kunden verfolgt

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1-10 von 17 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.01.2012 11:34:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2012 11:41:18 GMT+01:00
Die Rezension deckt sich so perfekt mit meinen Empfindungen zum Buch, dass ich kaum mehr was neues hinzufügen brauche! Super gelungen finde ich allerdings den Titel. Klar auch in diesem verbindet sich die im ganzen Titel durchgehaltene etwas derbe, grobe Ausdrucksweise, mit der spirituellen Einstellung von Veit Lindau, die im Kern auch die Meine ist. Sprachlicher Ausdruck ist natürlich auch immer subjektiv und wird nie jeden gleich ansprechen. Was für mich zählt, ist der Grundgedanke dahinter, der ist meiner Ansicht nach sehr wahr und beherzigenswert Das ist es wohl, was der Autor mit dem Titel erreichen möchte: Diesen Grundgedanken möglichst weit zu verbreiten und so denjenigen in seiner Lebensaufgabe zu unterstützen, der sich davon ansprechen und inspirieren lässt. Auch ich wollte das Buch verschenken und habe genau wie die Rezensentin davon abgesehen, weil ich ebenfalls die Ausdrucksweise nicht so grob mag.

Veröffentlicht am 12.01.2012 12:36:35 GMT+01:00
Sandra meint:
Ich empfinde das genauso wie Du. Gerade der Nachtrag den Du geschrieben hast. Mir kommt das ganze vor wie zusammengewürfelt vom grossen Ganzen, damit meine ich das die ganzen "Weisheiten" Robert Betz und Co. sehr ähneln....bis auf die Ausdrucksweise. Das das Marketing hier an erster Stelle steht ist für mich keine Frage. Auf der anderen Seite verkauft sich der Herr gut, das kann auch nicht jeder.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.01.2012 00:32:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.01.2012 23:07:43 GMT+01:00
A. Zanker meint:
2. Nachtrag vom 23.1.2012

Dass der Autor unter dem Pseudonym "Rezendent" unter der Rezension "Lucik Kristina" sich als Autor outet und gleichzeitig sich selbst mit 5* mit folgendem Text beweihräuchert: "Dieses Stück v*gelt meine Seele. Es erregt mich. Es weckt mich. Es stillt mich. Wie das Leben. Veit ist es gelungen, der modernen Mystik eine angemessene Sprache zu verleihen." Gibt mir dann doch zu denken!
(37 Rezensionen mit 5*? Wenn das nicht gefaket ist..)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.01.2012 15:17:48 GMT+01:00
Mario meint:
Veil Lindau ist ein typischer Motivationsguru. Er reißt die Leute kurz mit und motiviert sie an der Oberfläche, aber nach 2 Tagen fällt alles wieder zusammen, weil er einfach nur oberflächlichen Instinkte getroffen hat, aber nicht die Seele erleuchtet hat (wie z. B. Eckhart Tolle)

Veröffentlicht am 28.01.2012 21:49:22 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.10.2013 11:12:46 GMT+02:00
Sonnengruss meint:
Danke für diese Rezension... genau dieses Bild hatte ich vom Autor, der äußerst aktiv das Buch bei Facebook beworben hat... ich empfand dies für einen auch nur halbwegs in sich ruhenden Menschen einfach nur belästigend. Er hatte mich auf die Schnelle befreundet und fortan sah ich mich einer Vielzahl von Werbepostings ausgesetzt. Ich feng shui-te schnell, denn solche Menschen möchte ich nicht in meiner Freundesliste wissen. Da geht es einzig um Kommerz und sonst nichts. Das Buch zu kaufen habe ich mir erspart, aber die Rezensionen interessierten mich. Scheinbar sind hier viele 5* Rezensionen aus seiner Anhängerschaft von Facebook... aber ob sie das Buch tatsächlich gelesen haben?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.05.2012 23:15:11 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 21.05.2012 18:46:03 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 29.06.2012 17:11:59 GMT+02:00
S. Zettl meint:
also, ich muss sagen, fuer jemanden, der ein Buch so empfindet, was ja als solches weder gut noch schlecht ist, sondern einfach so ist , schreiben Sie doch eine wahrlich ausfuehrliche Rezession, warum eigentlich? Wenn mir ein Buch nicht gefaellt, mache ich mir diese Muehe nicht, vielleicht hat es doch was angeregt ?

Veröffentlicht am 21.10.2012 23:27:56 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 01.11.2012 15:48:58 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.10.2013 23:57:29 GMT+02:00
Chris meint:
Sehr geehrter/e S.Zettl,
wenn ich mir erlauben darf auf Ihre Frage zu antworten:...
Vielleicht schreibt jemand so eine ausführliche Rezession, weil er gründlich vom Schreibstil endtäuscht worden ist und es ihm um die vertane Zeit beim Lesen leid tut... und er damit andere vor seinem Fehler - das Buch zu lesen - verschohnen möchte.
Gute Nacht - Chris

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.10.2013 07:22:48 GMT+02:00
A. Zanker meint:
@ Chris:

DANKE!!!! WUAAAAH tut das gut..
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A. Zanker
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