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Friede, Freude, Abtanzen,
12. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Peace Love Death Metal (Audio CD)
Josh Homme - Sideprojekt Nr. 143: Die Eagles Of Death Metal. Die Gründungsgeschichte ist bekannt: Der Bandname entsteht aus einem Saufgelage, danach folgen T-Shirts und nun auch mal endlich ein Album. Entgegen aller Prophezeiungen halten sich Joshs Aktivitäten bei diesen Songs weitestgehend im Hintergrund. Er bedient die Drums, Tim Vanhamel (Millionaire) zupf zeitweilen den Bass, während der eigentliche Sänger, Songschreiber, Gitarrist und Frontmann Jesse Hughes im Vordergrund steht. Klar sein sollte jedenfalls eines: Die Eagles Of Death Metal haben mit Death Metal ungefähr so viel am Hut wie DJ Ötzi mit Wacken.
Dafür erwarten einen 50 Minuten Rock'n'Roll, der in schönster LowFi-Qualität aus dem Boxen knarzt. Das vorab schon veröffentlichte "I Only Want You" zeigt die Richtung an: ein bisschen von Josh Hommes Hauptband Queens Of The Stone Age, dazu eine kräftige Prise Garage und nicht zuletzt ein ordentlicher Schuss Selbstironie. So macht das ganze Spaß. Freilich fragen sich da viele: Wer braucht denn sowas? Genaugenommen brauchts keiner. Aber die Sinnlosigkeit löst sich nach ein paar Durchgängen in Beinewackeln auf.
Dennoch: an andere Bands aus dem Queens-Kosmos kommen die Eagles nicht heran. Dazu fehen einfach große Songs und eine gewisse Vielfalt. Aber darauf kommt es ihnen gar nicht an: Das Ding soll unterhalten und fertig. Und diesen Job erledigt es auch ordentlich. Auch wenn in der ersten Hälfte aufgrund der vielen Songs im Schema F eine kleine Durststrecke zu verzeichnen ist, macht das die zweite Hälfte garantiert wieder weg. "Stuck In The Middle With You", eine Coverversion von Stealers Wheel, leitet diese grandios ein. Wer hier noch stillsitzt, dem ist eh nicht zu helfen. Dass gerade die etwas anderen Songs wie das düstere "Already Died" (mit Nick Oliveri am Bass), dass verrückte "Kiss The Devil" oder das flotte "Wastin' My Time" am meisten überzeugen können, spricht dabei eine deutliche Sprache. Die Lyrics (auch im Booklet) zeigen außerdem, dass Jesse auch sehr unterhaltsame Texte schreiben kann.
"Peace Love Death Metal" sollte nicht gleich nach dem ersten Hördurchgang in der Ecke landen, es braucht ein wenig, bis man einen Sinn in dem Ganzen sieht. Dann jedoch kann man sich über ein gelungenes Rock'n'Roll-Album freuen, dass sich zur Beschallung kommender Sommerpartys bestimmt gut macht.
Highlights: So Easy | Stuck In The Middle With You | Already Died | Kiss The Devil
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