Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Inspiration Shop Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Kundenrezension

115 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es ist ein Riss in allen Dingen; so kommt das Licht herein.", 28. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Mr. Morgan's Last Love (DVD)
Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht Michael Caine vor der Kamera und dürfte mit nach wie vor mehreren Filmen pro Jahr einer der meistbeschäftigten Schauspieler seiner Generation sein.
Da er in den letzten Jahren jedoch nur noch selten in Hauptrollen zu sehen war, ist Sandra Nettelbecks Film "Mr. Morgan's Last Love" nach dem Roman "La douceur assassine" ("Die letzte Liebe des Monsieur Armand") von Françoise Dorner für Fans natürlich Pflichtprogramm.

Als Matthew Morgan verkörpert Caine einen seit dem Tod seiner Frau vor über drei Jahren vollkommen isoliert in Paris lebenden Amerikaner.
Bereits in den ersten Szenen des Filmes schafft es Nettelbeck, die Einsamkeit des Witwers ganz ohne Worte greifbar zu machen:
Im Flur stapeln sich die offenbar ungelesenen Zeitungen von Monaten, wenn nicht gar Jahren, im Ehebett schläft Matthew nach wie vor nur auf seiner Seite, wir sehen seinen halbherzigen Versuch, eine Handvoll Tabletten zu schlucken, die er jedoch sofort wieder ausspuckt und wenn Matthew alleine durch die Straßen geht oder auf einer Parkbank sitzt und dabei an seine verstorbene Frau Joan (Jane Alexander) denkt, visualisiert die Kamera gelegentlich seine Erinnerungen:
Da sitzt Joan auf einmal neben Matthew auf der Parkbank oder - noch rührender - wir sehen, wie sich auf einmal eine Hand in die des einsam durch die Straßen gehenden Matthew schiebt - herzzerreißend.
Zu seinen beiden in den USA lebenden Kindern hat er keinen besonders engen Kontakt, mit seiner einmal wöchentlich erscheinenden Putzfrau spricht er nur das nötigste und auch seine regelmäßigen Treffen zum Mittagessen mit einer Bekannten haben einen eher distanzierten Charakter.
Die Tatsache, daß er nach all den Jahren in Paris noch immer fast kein Wort Französisch spricht und sogar beim regelmäßigen Baguettekauf darauf angewiesen ist, auf die eine Verkäuferin zu warten, die Englisch versteht, macht die Sache dabei nicht einfacher.
Als er jedoch eines Tages im Bus die junge Pauline (Clémence Poésy) kennenlernt, scheint sich für Matthew alles zum Positiven zu verändern.
Schnell stellen die beiden fest, daß sie denselben Beruf, nämlich Lehrer, haben - um bereits beim nächsten Satz feststellen zu müssen, daß ein Philosophie-Professor doch etwas anderes ist als eine Cha-Cha-Cha-Lehrerin.
Dennoch freunden sich die hartnäckig hilfsbereite junge Frau und der alternde Eigenbrötler an und unterhalten sich bei Hotdogs im Park, Champagner im Edelrestaurant und Ausflügen aufs Land über Gott und die Welt, das Leben, die Liebe, Freundschaft und Familienbande.
Dabei enthalten ihre Gespräche zwar einige altbekannte Weisheiten wie "Es ist nie zu spät, um etwas zu lernen", überraschen aber oftmals auch mit wunderbaren Erkenntnissen und Sätzen wie dem aus Leonard Cohens "Anthem", den ich als Rezensionsüberschrift gewählt habe und wenn Matthew später einmal unter Bezugnahme darauf zu Pauline sagen wird "Du bist der Riss in meiner Welt", dann ist das eine der schönsten Liebeserklärungen, die ich seit langem auf der Leinwand gesehen beziehungsweise gehört habe.
Der große Altersunterschied zwischen den beiden, der ihrer Beziehung aber zu keinem Zeitpunkt im Wege steht, wird dabei nie verbal thematisiert, sondern offenbart sich ganz nebenbei in unterschiedlichsten Kleinigkeiten; so muss Matthew erst überredet werden, sich von einer Frau rudern zu lassen und staunt darüber, daß Pauline noch nie von George Hamilton gehört hat.
Neben aller leisen Melancholie kommen jedoch auch die heiteren Momente nicht zu kurz, wobei vor allem Matthew alias Michael Caine einen sehr feinen, trockenen Humor beweist:
"Wollen Sie auf Französisch bestellen, um ein wenig zu üben?" -
"Nicht, wenn Sie Hunger haben."

Daß der wunderbare, inzwischen 80-jährige Michael Caine, der zwar nie wirklich weg von Fenster war, sondern noch immer regelmäßig filmt, in den letzten Jahren jedoch überwiegend in mehr oder weniger großen Nebenrollen zu sehen war, noch immer problemlos einen ganzen Film tragen kann, daran hatte ich von vornherein keinerlei Zweifel.
Sehr positiv überrascht hat mich jedoch die mir zuvor gar nicht so bewusst bekannte Clémence Poésy, die nicht nur sehr charmant und natürlich spielt, sondern ihrem berühmten Partner auch in puncto Ausstrahlung in nichts nachsteht, so daß die beiden ein wirklich rundum stimmiges Pärchen abgeben.
Dazu gibt es einige sehr schöne Außenaufnahmen von Paris und Umgebung und einen sparsamen, aber sorgfältig ausgewählten Soundtrack.

Das Ende, welches hier natürlich nicht verraten wird, hätte ich mir zugegebenermaßen anders gewünscht, aber rückblickend betrachtet muss man anmerken, daß es von Beginn an konsequent vorbereitet wird und somit nicht nur bewegend, sondern auch absolut stimmig und dazu überraschend mutig daherkommt.

Fazit: Ein wunderbar lebenskluger Film über das Leben, die Liebe, Freundschaft, Familienbande und den Tod, hervorragend gespielt, wunderschön gefilmt und tief bewegend - Taschentücher bereithalten!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen
Von 5 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.09.2013 18:32:35 GMT+02:00
Bingge meint:
Kann es sein, dass es sich bei diesem Spielfilm um die Verfilmung des Romans "Die letzte Liebe des Monsieur Armand" von Françoise Dorner handelt?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.09.2013 19:36:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2013 10:12:22 GMT+02:00
Berlinoise meint:
Hallo Bingge,
ja, das ist richtig, danke für die Ergänzung.
Werde das mal nachtragen.
Im Original heißt der Roman, wie gesagt, "La douceur assassine".
Herzliche Grüße!

Veröffentlicht am 26.09.2013 21:29:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2013 09:04:00 GMT+01:00
Sehr gute Rezension, die den Film schon halb erstehen lässt und die Vorfreude steigert. Wenn Sie sich für Michael Caine noch etwas mehr interessieren ... ich las innerhalb des zurückliegenden Jahres zwei gute Artikel über ihn (Interviews). Der eine ist vom 19.08.2013 aus der FAZ "Warum ich Alfred Hitchcock einen Korb gab" und der andere aus der ZEIT vom 10.11.2012 "Die Kamera ist meine Geliebte". Klar, ist nur ein marginaler Tipp, aber Michael Caine ist immer der Aufmerksamkeit wert.

Beste Grüße
Rolf Blatzheim

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.09.2013 22:50:05 GMT+02:00
Berlinoise meint:
Hallo Herr Blatzheim, danke für den Tip!
Den FAZ-Artikel kenne ich schon, aber den anderen werde ich mal versuchen zu ergoogeln.
Herzliche Grüße aus Berlin!

Veröffentlicht am 08.10.2013 18:02:26 GMT+02:00
Finnegan meint:
der Trailer und eine Rezension haben schon das Interesse in mir geweckt, diesen Film unbedingt bald sehen zu wollen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2013 16:45:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.11.2013 16:46:24 GMT+01:00
@Rolf Blatzheim
Danke für den Hinweis auf die Interviews, das hat mir einen erfreulichen Nachmittag beschert!

Veröffentlicht am 07.01.2014 18:37:05 GMT+01:00
A. M. meint:
Mir auch - vielen Dank!

Hier für alle, die nicht lange googeln wollen:

http://www.zeit.de/2012/45/Schauspieler-Michael-Caine-Viennale-Wien

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/sir-michael-caine-im-gespraech-warum-ich-alfred-hitchcock-einen-korb-gab-12534979.html

Veröffentlicht am 12.01.2014 16:57:47 GMT+01:00
Lilah meint:
Danke für die Rezension! <3 Das hat jetzt so richtig mein Interesse an diesem Film geweckt!!

Veröffentlicht am 30.08.2014 23:51:54 GMT+02:00
A.G. meint:
Großartige Rezension. Grade den Film geschaut und ich kann nur sagen, dass Sie die Seele des Films sehr eindringlich erschlossen haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2014 12:30:54 GMT+02:00
auch ich habe Ihre Rezension mit viel Spaß gelesen, und auch das gefunden:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/sir-michael-caine-im-gespraech-warum-ich-alfred-hitchcock-einen-korb-gab-12534979.html angeschaut ... danke .. super .. und:" Im Dezember geht es dann weiter mit Colin Firth für den Film „The Secret Service“... abgesehen davon eine sehr ausführliche Rezension ... überlege gerade für wen sie das diskutieren "Es ist nie zu spät, um etwas zu lernen" .. denken Sie (jetzt groß geschrieben) dabei den Riss im Herzen?, oder an die Einsamkeit des Witwers Matthew, der die Tabletten nicht einnehmen will, kein Französisch lernen will, weil er, also Matthew, ein Eigenbrötler ist und es natürlich bleiben lässt, sich von einer jüngeren rudern zu lassen? ich kenne zwar das mit "die Kamera ist meine Geliebte" aber Mr. Morgans last Love habe ich nicht gelesen - Sie gaben dafür fünf Sterne ..
‹ Zurück 1 2 Weiter ›