Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen MoH:W – Mal fair bleiben…, 17. Dezember 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Medal of Honor: Warfighter - Limited Edition (inkl. Zugang zur Battlefield 4-Beta) (Computerspiel)
Ich habe MoH:W nun fast 70 Stunden online und offline gespielt und bilde mir ein bisschen was über das Spiel sagen zu können. Es hat seine Schwächen, aber eben auch seine Stärken und auf eben jene möchte ich nun eingehen.

Der Vorteil beim Vorgänger war, dass der Singleplayer eine spezielle und einigermaßen realistische Geschichte erzählen wollte, es ging um eine (!) Operation in Afghanistan. Das war mal löblich da es CoD und Konsorten deutlich übertrieben in dem der Spieler von Hamburg nach Pakistan und dann nach Washington geschickt wurde. MoH (2010) wählte einen anderen Ansatz und dieser war eine der Stärken des alten Spiels. Nun komm Anno 2012 der Nachfolger und schmeißt diesen Gedanken grandios über Bord: Stattdessen gibt es CoD-typisches Schauplatz-hoping ohne Sinn und Verstand. Die Story ist dabei recht belanglos und hat nur wenige wirklich eindrucksvolle Momente am Start. Irgendwie hat man alles schon einmal gesehen. Die Charaktere bekommen dabei etwas mehr Tiefe als bei anderen Spielen, was die Macher aber nicht nutzen und so bleibt ein gut aussehender Singleplayer der an einem Abend durchgespielt ist und obendrein stark verbuggt ist, oftmals kann man Missionen nicht abschließen weil Skriptereignisse nicht stattfinden. Sehr bitter. Die Vertonung hingegen lässt keine Wünsche offen, die englische Sprachausgabe ist ein Hochgenuss, die deutsche absolut in Ordnung und die Soundeffekte (vor allem die Waffensounds und Explosionen) sind absolut grandios. Ganz großes Sound-Kino.

Groß beworben wurde MoH:W mit seinem Realismus und seiner Authentizität. Zu finden ist im Spiel davon leider kaum etwas. Im SP beschränkt es sich darauf, auszuwählen auf welche Art und Weise man eine Tür „öffnen“ (eintreten, sprengen etc) kann. Ausrüstung, sein Kit, sein Gear auswählen und dem Einsatz nach anzupassen? Keine Chance. Was wirklich ärgerlich ist, da dies ein spannender Aspekt der Spezialkräfte ist. Natürlich hat man original Lizenzen von Trijicon, H&K, und anderen Herstellern – aber leider bleibt auch das insgesamt eher blass. Was nützt einem der tolle Technikkram wenn man ihn nicht selbst auswählen kann?

Im Multiplayer versucht sich MoH:W an einen schwierigen Spagat zwischen CoD (actionlastig) und BF3 (taktik/teamlastig). Und das würde auch gut funktionieren, wenn das Spiel auch im MPlayer nicht gnadenlos verbuggt und umständlich wäre. Fangen wir aber vorne an: Es gibt 6 Klassen und 12 Nationen aus denen ausgewählt wird. Wirkliche Unterschiede findet man nicht. Einzig die Uniformen sehen unterschiedlich aus und sind in sich nur kombiniert (ein JTF2-Assaulter sieht aus wie eine Mischung aus dem SAS-Assaulter, hat das Gesicht des OGA-SpecOps und den Rucksack des KSK-Pointman – nur halt in CADPAT-Tarnung) was an sich schon bitter ist, da es deutliche qualitative Unterschiede gibt (Die US_Foces sehen fantastisch aus, das KSK sieht verwaschen und matschig aus und lässt jeden Coolness-Faktor vermissen). Hinzu kommen noch die Unterschiede bei den Waffenausstattungen: Das KSK setzt eher auf Fernkampf und hat seine Waffen entsprechend Richtung Präzision gemoddet – auch startet man mit einem G3 (als Assaulter – nur als Beispiel genannt). Wirklich entscheidend ist dies aber nicht: Je mehr man im Rang aufsteigt (es gibt insgesamt 100 Ränge wobei es nach Rang 74 keine neuen Soldaten mehr gibt) desto größer werden die Kombinationsmöglichkeiten. Als KSK’ler kann man statt des G3 auch ein HK416 nehmen und dieses so modifizieren wie man es will: Den Lauf auf Präzision trimmen? Kein Thema. Dazu ein Nahkampf-Scope? Bitte! Die Schulterstütze eingefahren (Agilität) oder ausgefahren (Präzision)? Kein Problem. Durch dieses Modifizieren gewinnt das Spiel sehr an Tiefe und es ist eine Freude immer neue Kombinationen auszuprobieren. Darin liegt der wirkliche Reiz des Online-Spiels und man kann sich seine Knarre der eigenen Spielweise perfekt anpassen.
Ansonsten kann der MPlayer noch mit dem sehr schicken Fireteam-Buddy-System aufwarten, in dem man ein 2-Mann-Team bildet und der Teamaspekt großgeschrieben wird. Danach wird’s leider düster: Das Spiel sieht im MPlayer absolut veraltet aus, die Spielmodi sind bekannt und teilweise nicht zu Ende gedacht und die Killstreaks (es gibt immer eine offensive und eine defensive Variante) verderben auch hier den Spielspaß oftmals da man gegen anfliegende Killerdrohnen, einen JDAM-Schlag oder einen übermächtigen Apache-Angriff einfach nichts ausrichten kann. Das frustriert. Hinzu kommen viele, viele Bugs und Unzugänglichkeiten in der Menüführung. Die Karten machen auch wenig her, sieht man von 1-2 Highlights (für mich: Somalia) ab. Da wäre mehr gegangen. Wo bleibt eine spaßige Kunar-Base-Map? Stattdessen muss man sich oftmals über unausgegorene Details ärgern.

Was bleibt unterm Strich? Ein erschreckend unfertiges Spiel mit vielen Bugs, durchwachsener Grafik (SP: Toll und MP: mies), fantastischem Sound, vielen Fehlern im Detail und dennoch süchtig-machenden Spielmodi. Ich persönlich spiele das Spiel trotz des sehr hohen Frustfaktors sehr gern. Die Mischung aus Battlefield-artigem Teamplay und CoD-artiger Action macht einfach Spaß – wenngleich sie auf nur 20 Spielern beschränkt ist. Aber bahnbrechend oder innovativ ist an diesem Spiel leider gar nichts. Und statt sich auf die Stärken des Vorgängers von 2010 zu berufen und das Spiel dreckiger und düsterer, taktischer und authentischer zu machen, wechselte man zu CoD-artigem Gameplay ohne alles zu Ende zu denken. Es bleibt eine herbe Enttäuschen – sobald diese aber überwunden ist, kann man viel Spaß mit dem Spiel haben, denn die Waffenmodifikationen, die vielen freispielbaren (aber letztlich nicht relevanten) Soldatentypen wissen zu fesseln. Aber nur für jene die sich auf ein zähes und verbuggtes Spiel einlassen wollen. Alle anderen sind mit BF3 oder dem noch sehr viel arcadelastigerem BO2 besser aufgehoben.

Was den Support angeht, so muss man sagen: Eine Katastrophe. Es gab einen Day-1-Patch und einen Patch am 17./18. Dezember. Und das 9.99€ (bzw für Besteller der LE kostenlose) teure DLC beinhaltet 2 Karten und 4 weitere Waffenmods sowie 14 Waffencamos. Viel zu wenig, wenn man sich anschaut was DICE für 4€ mehr in ein DLC packt. Auch hier wird der Käufer bzw. Spieler vor eine hohe Toleranzprobe gestellt. Und ich kann jeden verstehen, der dieses nicht mitmachen möchte. MoH:W ist ein gutes Beispiel dafür was im Spielegenre der Egoshooter falsch läuft. Dennoch hat es auch seine guten Momente und deshalb vergebe ich 3 Sterne.
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Blooshed
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Ort: Im Nirgendwo

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