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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dracula (Penguin Popular Classics) (Taschenbuch)
Also irgendwie...ich weiß nicht, es liegt jedenfalls nicht daran, dass das Buch in englisch geschrieben ist, damit habe ich kein Problem. Allerdings musste ich mich verdammt durch das Buch kämpfen. Es ist langatmig und langweilig. Ich hatte mir mehr erwartet.Der Film von Francis Ford Coppola hat wirklich alles aus diesem Buch herausgeholt. Und mehr dazugedichtet als drin war. Vielleicht bin ich auch deshalb so angefressen. Da denkt man, man liest mal Weltliteratur in Originalsprache...tut was für seine Allgemeinbildung... nuja, ich bereue trotzdem nicht, es getan zu haben. Minuspunkte gibt es wirklich nur bei der Handlung, heißt, handwerklich ist das ein tolles Buch, mit tollen Formulierungen und durchaus tief ausgereiften Charakteren. Nur, dass diese teilweise sehr seltsam sind. Vielleicht waren ja die Engländer damals so seltsam, aber mir persönlich ging es heftigst auf den Wecker, dass Mina Harker so ein ausgesprochen treues, höriges, liebevolles, liebreizendes, unfehlbares, schlaues, ergebenes, mutiges, wohlerzogenes Mädelchen ist...und entgegen der allgemeinen Meinung (durch diverse Filme etc) NICHTS MIT DRACULA HAT, gar nichts. Sie heiratet lange bevor sie Dracula kennenlernt, was erst auf den letzten paar Seiten der Fall ist. Die Männer sind auch alle Kavaliere, sie mögen sich, trotzdem sie (zumindest Quincey, Arthur und Seward) alle die liebe Lucy lieben. Nein nein, wir sind nicht eifersüchtig. Nachdem Lucy tot ist, ist Mina plötzlich die, die ihnen allen Kraft gibt, weil ja Frauen allgemein die Wesen sind, die dazu da sind, Männer zu unterstützen. Lucy's Name taucht dann irgendwann fast gar nicht mehr auf, man könnte denken, alle hätten sie vergessen, warum auch nicht, sie ist ja halt mal tot, gell? Die Handlung wirft keinerlei wirkungsvolle Probleme auf. Alle sind rechtschaffene Menschen, einander in Freundschaft ergeben, und alle jagen sie diesen bösen bösen Grafen. Man sieht ihn tatsächlich nur als das Monster, das die arme Lucy getötet hat. Im Film wird er als verletzter Mensch dargestellt, der eigentlich nichts weiter möchte als seinen Frieden mit der Liebe seines Lebens, Elisabetha, zu finden. Und da Mina ihr so ähnlich ist, verliebt er sich in sie. Er jagt eben, von seinem Leben verletzt, dem Glück nach, und man kann ihn eigentlich nur bemitleiden und ihm Glück wünschen. Im Buch ist von Verständnis nichts zu spüren. Er muss zu Tode gehetzt werden, damit die Menschen endlich vor ihm sicher sind, seelenloses Ungeheuer das er ist. Natürlich ist es eine moderne Masche, Vampire zu romantisieren, dessen sollte man sich dabei klar sein. Trotzdem fehlt mir ganz einfach die "andere Seite der Dinge". Der zweite Teil des Buchs besteht eigentlich nur daraus, wie sie sich alle darauf vorbereiten, Dracula gegenüberzutreten. Wie sie reden und planen und reden und planen und einander die Freundschaft versichern und planen und Mina und Jonathan betonen, wie sehr sie sich lieben und reden und planen.... es ist, kurz gesagt, ermüdend und man denkt sich am Ende nur noch (Fazit:) "Um Himmels Willen, ICH hab nicht das ewige Leben, werdet fertig!" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
22.12.2011 16:04:54 GMT+01:00
Robyn meint:
Kann dir da gar nicht mehr zustimmen. Genau wa sich gedacht hab, als ich das Buch gelesen habe.
Veröffentlicht am
03.07.2012 14:44:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.07.2012 14:45:23 GMT+02:00
maddis meint:
"die andere Seite der Dinge"
Vielleicht hätte man Dracula ja mal den Vorschlag machen sollen, sich in Therapie zu begeben und in Gesprächen mehr über seine Beweggründe zu erfahren, anstelle ihn zu vernichten. Diesen Vorschlag hätte er ganz sicher angenommen. Vernünftig wie er ist, kann man mit ihm ja über alles reden und er ist guten Argumenten zugänglich. Ganz sicher ist Dracula nicht von Grund auf schlecht und es ist noch nicht zu spät, um ihn auf den rechten Weg zu bringen. Anstelle ihn zu bekämpfen, hätte ein Gesprächstermin vereinbart werden sollen, an dem Dracula davon überzeugt wird, nicht mehr sein Unwesen zu treiben und sich stattdessen künftig von Tomatensaft zu ernähren. Er hätte vielleicht eine große Zukunft als Kindergärtner vor sich gehabt, aber die bösen Menschen haben leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und ihn getötet. Mal ganz ehrlich: Mir ist die Originalgeschichte viel lieber, als jeder andere Verlauf.
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