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Kundenrezension

9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen NOISE NOISE NOISE NOISE, 30. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Metal Machine Music (Audio CD)
Kürzlich erschien eine Sonderausgabe des "Rolling Stone", in der die besten Platten in 50 Jahren Rockgeschichte gekürt wurden. Nebenbei wird da erwähnt, dass die meisten Nennungen für die schlechtesten Platten aller Zeiten Phil Collins, Backstreet Boys und Lou Reed aufzuweisen hatten. Es wurde nicht erwähnt, welche Platten genau gemeint waren. Bei Phil Collins hat mich das etwas gewundert, weil der doch mal Everybody's Darling war. Bei den Backstreet Boys ist mir das eigentlich egal, weil ich deren Platten (und der diverser anderen blöden Boys- und Girlgroups) sowieso zum oral entleeren finde. Bei Lou Reed ist mir auf Anhieb "Metal Machine Music" eingefallen.

Wenn man dem Album gut will, kann man es bestenfalls als Kuriosum bezeichnen. Eine Doppel-LP, auf jeder Seite ein Song, der laut Hülle immer 16:01 Minuten lang ist (Stimmt nicht ganz, ist aber egal). Das Ganze klingt, als hätte man eine japanische Gebrauchsanweisung für einen Mixer übers Tasmanische ins Etruskische und wieder zurück übersetzt und das dann (ohne Text) vertont. Soll heißen: Song 1: Krach, Song 2 : Krach, Song 3: Krach, Song 4 - man ahnt es - Krach.

Jetzt haben die Stooges mit ihrem "L.A. Blues" vier Minuten lang einen ähnlichen Krach gemacht und wurden dafür sogar aus Jazzkreisen gelobt. Warum wird dann der arme Lou Reed so niedergemacht? "L.A. Blues" konnte man durchaus als interessantes (aber gescheitertes) Experiment und als Vorläufer des Industrial Rock betrachten, aber vier Plattenseiten und über eine Stunde lang? Ich bitte Sie.

Erklärbar ist das alles, weil Lou Reed aus seinem Plattenvertrag bei RCA herauskommen wollte, aber hat man als Musiker nicht auch die Minimalverantwortung, an seine Fans zu denken, bevor man ihnen so etwas anbietet? Jetzt lasse ich bei Lou noch die Tatsache gelten, dass er zu dieser Zeit so mit Heroin voll war, dass er sein Werk auch noch als Kunst gesehen hat. Joseph Beuys hat immerhin vergammelte Würste auch als Kunst verkauft.

Was aber hat RCA geritten, das Ding dann noch verkaufen zu wollen? Waren die auch alle auf H?. Hätte man nicht - wie Decca es in einer ähnlichen Situation mit dem berühmt-berüchtigten "Cocksucker Blues" der Rolling Stones gemacht hat (der gegen MMM fast ein Meisterwerk ist) - sich und der Öffentlichkeit diese Peinlichkeit ersparen können?

So kommt Lou Reed (den ich ansonsten ganz gern mag, vor allem natürlich die Velvet-Underground-Zeit) die zweifelhafte Ehre zuteil, die wahrscheinlich schlechteste Rockplatte aller Zeiten aufgenommen zu haben.

RCA konnte übrigens nach kurzer Zeit den größten Teil der Auflage in den Müll verabschieden. Ätsch!
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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.08.2010 12:19:11 GMT+02:00
W. Stasch meint:
Einspruch: MMM kann gar nicht die schlechteste Rockplatte aller Zeiten sein, da es keine Rockplatte ist. Avantgarde und Noise sind Begriffe die auf Reeds "Feedback Symphonie" eher zutreffen. Es handelt sich hierbei auch nicht um Schrott, sondern um ein mutiges, faszinierendes Album, das viele Musiker und Bands beeinflusst hat (Sonic Youth, ...). MMM ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber aufregender und kompromissloser als viele von Reeds späteren, langweiligen Arbeiten, von denen einige tatsächlich das Prädikat "Schrott verdient haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.09.2010 18:08:49 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Ich will nicht darüber streiten, ob MMM eine Rockplatte ist oder nicht. Die Zeitschrift "Rolling Stone" hat sie jedenfalls seinerzeit zum schlechtesten Rockalbum des Jahres gewählt. Dass Bands wie Sonic Youth davon beeinflusst worden sind, kann man hören. Außerdem haben Sonic Youth immerhin zugegeben, von Velvet Underground beeinflusst zu sein, die z. B. bei "European Son" einen ähnlichen Lärm gemacht haben. Das ist ja auch an sich nicht schlimm. Was mich stört, ist die Länge. Lou selbst hat erklärt, die Platte sei ein riesiges "LmaA" und freute sich, dass Leute sogar dafür Geld ausgaben. Das sagt viel über Lous damaliger Einstellung zu seinen Fans aus.

Nochmal Rolling Stones: Als sie 1972 die Jamsession "Jamming With Edwards" veröffentlichten, warnten sie die Fans vorher, dass dies keine reguläre Stonesplatte sei und sie nur einen Preis bezahlen sollten, der weit unter dem lag, der damals für LPs üblich war.

Hätte Lou so etwas ähnliches gemacht, wäre mein Zorn über diese Platte sicher nicht so groß. Ob sie tatsächlich mutig oder faszinierend ist, um bei der Musik zu bleiben, dürfte Ansichtssache sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2010 20:01:36 GMT+02:00
W. Stasch meint:
Danke für die sachliche Antwort auf meinen Kommentar, häufig wird man ja gleich beleidigt wenn man einer Rezension wiederspricht. Ich stimme Dir auch voll zu, daß MMM sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Reed selbst macht es einem aber auch schwer: mal behauptet er die Platten "hingeschissen" zu haben, dann ist es plötzlich eine sehr ernsthafte Arbeit. (Letzteres bestätigt übrigens einer der Studioleute, die bei den Aufnahmen dabei waren ausdrücklich.)
Nun, der Rolling Stone ist ja gottlob nicht das Maß aller Dinge. Der hier leider nur wenig bekannte, scharfsinnige Kritiker Lester Bangs hat MMM seinerzeit zu einem Meisterwerk erklärt. Interessierte sollten sich mal im Netz seine(n) Artikel heraussuchen.
Auf alle Fälle ein Album das die Gemüter erhitzt. Die Einen hassen, die Anderen lieben es und das ist gut so.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.09.2010 13:12:27 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Mit dem Verweis auf den "Rolling Stone" wollte ich keine Bestätigung für meine Rezension, es ging mir nur um dem Begriff "Rockplatte".

Um den Begriff "Mut" noch einmal aufzugreifen, Lester Bangs hat in seinen Rezensionen und Ansichten tatsächlich oft Mut bewiesen.

Veröffentlicht am 30.10.2011 19:58:40 GMT+01:00
ralf m. meint:
Dieses Ätsch! ist jawohl völlig daneben, aber egal. 4x Noise/Krach stimmt absolut, oberflächlich betrachtet. Nimmt man sich aber Zeit und einen Kopfhörer, so "kann" das zu einer faszinierenden Reise werden. Was Lou Reed zu dieser "Musik" veranlasst hat, wird jedenfalls sein Geheimnis bleiben, da er Journalisten sowieso nur das erzählt, wozu er gerade Lust hat. Daß er aber eine Verantwortung seinen Fans gegenüber hat, was er veröffentlicht oder nicht, halte ich für vermessen. Diese Einstellung erinnert mich stark an die Reaktionen der Metallica-Fans auf das Lou Reed/Metallica-Projekt "Lulu". Nur weil Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden, ist die noch mildeste Antwort Intolleranz.
Hätte man vor Kauf des Albums "MMM" den Covertext durchgelesen, so wusste man, daß einen keine "normale" Rockmusik erwartet und brauchte sich nicht persönlich angegriffen zu fühlen.
Tja,erst eingestampft und später wiederveröffentlicht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.11.2011 11:01:53 GMT+01:00
Pete Thrope meint:
1. Das Ätsch! bezieht sich auf RCA, die wohl geglaubt haben, alles zu Geld machen zu können, und nicht auf Lou Reed.

2. Erst eingestampft und später wiederveröffentlicht, sagt nichts über Qualität aus.

3. Wo steht eigentlich, dass ich mich persönlich angegriffen fühle?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2011 20:35:52 GMT+01:00
ralf m. meint:
Von Qualität war ja auch bei mir nicht die Rede, das überlasse ich anderen Leuten, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, daß sich dieses Album doch verkaufen lässt.
Ihren "Zorn" über diese Veröffentlichung interpretiere ich als persönlichen Angriff.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2011 09:24:24 GMT+01:00
Pete Thrope meint:
Manchmal ist eine Zigarre eben nur eine Zigarre...

Veröffentlicht am 16.03.2013 19:53:57 GMT+01:00
Josef meint:
(Bayern) "Q Magazine featured Metal Machine Music in its 50 Worst Records of All Time, describing it as "sadistic, blackboard-scraping feedback". What higher recommendation could you possibly need?" (The WIRE List, September 1998). Genau.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2013 09:07:30 GMT+01:00
Pete Thrope meint:
Wenn man sich die ganzen Kommentare hier durchliest und wieviel Personen diese nützlich finden, kann man zumindest feststellen, dass MMM eine höchst umstrittene Platte ist.

Weil ich es gerade mal wieder gelesen habe..."Berlin" war seinerzeit auch ein recht gehasste Platte. Es gab Kritiker, die sie schlicht als "widerlich" bezeichneten. Dieses Album fand ich mit Abstrichen ganz gut. Also, um auf den Beitrag von W. Stasch zurückzukommen. Lou macht es einem schon ab und zu schwer.
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