Kundenrezension

284 von 332 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmgewordene Magie, 9. Dezember 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Cloud Atlas [Blu-ray] (Blu-ray)
Es war einer dieser Trailer, den man nicht vergisst ! Für 5 Minuten verschwand die Realität und man konnte in eine Welt eintauchen, die faszinierender nicht sein kann. Die Rede ist von Deutschlands teuerster Kinoproduktion "Cloud Atlas", die sowohl von den Wachowski-Geschwistern (Matrix-Trilogie), als auch vom deutschen Kinomeister Tom Tykwer sowohl produziert, als auch dirigiert wurde. Das Ergebnis ist das Meisterwerk, das man schon seit so langer Zeit vergeblich im Kino gesucht hat. Um dem Film gerecht zu werden, wird im Folgenden jede einzelne der sechs Episoden ausführlich besprochen, um dann ein Fazit zu ziehen. Eins kann ich aber jetzt schon verraten : "Cloud Atlas" ist so anders, so erfrischend und so magisch, dass sich der Film schon jetzt den ersten Platz in meiner persönlichen Rankingliste geschnappt hat.

Episode 1 : "1849" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik, wo er mit der Unterdrückung der Maori und der Moriori konfrontiert wird. Auf einer seiner Erkundungstouren freundet er sich mit dem Arzt Henry Goose an. Während der Rückreise rettet der erkrankte Ewing den Moriori Autua, der sich in seiner Kabine versteckt hat, vor der Mannschaft. Sein Zustand allerdings verschlechtert sich zusehends....

Bereits in dieser Episode, die dem Genre des Abenteuerfilms zuzuordnen ist, findet sich das Motiv, das sich durch den kompletten Film zieht. Die Verbeugung vor der Menschlichkeit und die Wichtigkeit des gerechten Handels spiegeln sich in der Figur des Anwalts Adam Ewing wider und ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Episoden. Inszenatorisch allerdings bietet diese Episode wenig Neues. Die Kulissen, Kostüme usw. sind zwar mehr als gelungen, aber wirkliche Innovation sucht man vergebens. Aber wer braucht die schon, wenn das Ganze so perfekt umgesetzt wurde ?

Episode 2 : "1936" (Regie : Tom Tykwer)

Der junge, unerfahrene Komponist Robert Frobisher schreibt seinem Freund Rufus Sixsmith, wie er eine Anstellung als künstlerischer Gehilfe für den alten Komponisten Vyvyan Ayrs findet. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine künstlerische Symbiose zwischen den beiden. In Ayrs' Villa findet Frobisher Ewings Tagebuch; ab Seite 57 fehlen jedoch die Seiten. Er beauftragt Sixsmith, den fehlenden Teil zu finden. Der homosexuelle Frobisher kommt auch Ayrs Frau Jocasta näher, wobei er dies gegenüber Sixsmith als rein „physischen“ Akt ohne Liebe entschuldigt. Das Verhältnis zwischen Ayrs und Frobisher leidet jedoch bald, da der alte Komponist eine geniale Schöpfung seines Schülers, das „Wolkenatlas-Sextett“, für sich selbst beansprucht. Mit fatalen Folgen.......

Tom Tykwer hatte schon immer ein Händchen für berührende Dramen. Nach seinem Beziehungsdrama "Drei" leistet Tykwer auch hier wieder ausgezeichnete Arbeit. Die Ausweglosigkeit seines homosexuellen und weltoffenen Hauptcharakters berührt und man folgt diesem tragischen Liebesdrama mit Spannung und Berührtheit. Mit seiner ruhigen und dezenten Inszenierung unterstreicht Tykwer die Tragik des Geschehens und liefert ebenfalls eine gelungene Episode. Wer bis jetzt gelesen hat, der wird sich sicher die Frage stellen, ob denn "Cloud Atlas" überhaupt auch nur irgendwie zusammenhängt. Diese Frage muss man eindeutig mit ja beantworten, denn die Frage, was nach unserem Ableben bleibt und welche Taten unser Leben und auch das Anderer späterer Generationen bestimmen sind das zentrale Thema des Bestsellers von David Mitchell. Die Verfilmung bleibt diesem Thema ebenfalls treu und realisiert diese Verbundenheit durch eine Mehrfachbesetzung der Schauspieler und durch die Verknüpfungen einzelner Episoden durch gewisse Gegenstände bzw. Taten von vorherigen Episoden, die in den anderen grundlegende Veränderungen bewirken. So z.B. ist das "Wolkenatlas-Sextett" auch in der nächsten Episode "1973" vorzufinden. Skurill : Durch die Mehrfachbesetzung der Schauspieler kommt es vor, dass weibliche Darsteller männliche Rollen übernehmen und vice versa. Wenn beim Abspann dann letztlich die einzelnen Rollen vorgestellt werden, muss man dadurch nicht nur selten schmunzeln, sondern auch zugeben, dass die Kostümbildner großartige Arbeit geleistet haben.

Episode 3 : "1973" (Regie : Tom Tykwer)

Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey steckt in San Francisco in einem Fahrstuhl zusammen mit Rufus Sixsmith fest, der inzwischen Atomphysiker geworden ist. Im Gespräch mit ihm erhält sie Hinweise auf eine Top-Story über einen fehlerhaften Atommeiler.

Viel mehr soll hier nicht verraten werden, denn Episode Nummer 3 überzeugt als klassischer Verschwörungsthriller, mit der durchaus ein oder anderen Wendung. Und auch hier findet man wieder Motive bzw. Thematiken, die sich durch den ganzen Film ziehen : Der Kampf gegen das Unrecht wird nicht nur bei Luisa Rey verwendet. All diese Motive verbinden sich zu einer humanistischen, fast ethischen Weltansicht, denn gutes und aufopferungsvolles Handeln führt zur Gerechtigkeit bzw. zur Veränderung der nächsten Episode. Wir Menschen bzw. die Figuren im "Wolkenatlas" definieren uns somit über ethisch gerechtfertigtes Handeln, wohingegen diejenigen die gegen diesen ethischen Kodex Handeln zum Scheitern verurteilt sind. Das ist wahrlich interessanter Stoff, dem die drei Regisseure nur zu oft gerecht werden.
Zwar überzeugt diese Episode mal wieder nicht unbedingt durch Innovation, dafür aber mit einem gelungenen Spannungsbogen und einer hervorragenden Halle Berry.

Episode 4 : "2012" (Regie : Tom Tykwer)

Wer sich jetzt fragt, warum die Inhaltsangabe fehlt, dem kann ich nur antworten, dass ich eigentlich nicht viel mehr über die Handlung verraten möchte, da das Kinoerlebnis sonst darunter leiden könnte. Fest steht aber, dass Episode 4, um eine Rebellion der Rentner, die ihren zweiten Frühling erleben, eine der besten des Films ist. Die komödiantische Auflockerung des Geschehens und eine clever witzige Rollenbesetzung machen aus Tykwers dritter und letzter Regiearbeit zum Thema "Cloud Atlas" eine mehr als gelungene Komödie. Und auch hier glänzen, wie im kompletten Film, die Schauspieler : "Tom Hanks", "Hugh Grant" und "Jim Broadbent" sah man selten mit so viel Herzblut im Kino.

Episode 5 : "2144" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Nachdem Vergangenheit und Gegenwart ihren Abschluss gefunden haben, geht es auf zu den wohl experimentellsten Episoden des Gesamtwerks. Episode Nummer 5 spielt in Neu-Seoul, das vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist und in dem große Ungerechtigkeit herrscht. Man folgt einem Klon bzw. "Halbblut" namens Sun-Mi (Doona Bae) und erlebt mit ihr und ihrem Befreier so einige verstörende Momente. Mit an "Matrix" erinnernden Special-Effects und einem packenden Handlungsstrang, kommt ordentlich Action in das ansonsten eher starre Filmgeschehen. Die "Matrix" - Macher liefern hier definitiv die schockierendste Episode und bleiben dem Genre des Science-Fiction Films treu. Unterstützt von zwei herausragenden Hauptdarstellern machen im Großen und Ganzen alle Beteiligten das Beste aus einem faszinierenden Stück Film.

Episode 6 . "2346" (Regie : Wachowski-Geschwister)

Die sechste und letzte Episode gefällt als gelungene Mischung aus Abenteuer und postapokalyptischer Science-Fiction. Hier folgt man dem Ziegenhirten Zachary (Tom Hanks) , wie er die "Presciant" Meronym (Halle Berry) auf einen alten Berg führt, der so einige Geheimnisse birgt. Begleitet wird Zachary dabei vom Teufel höchstpersönlich, der ihn immer wieder in Versuchung führt, anders zu handeln als er für richtig hält. Dieser Teufel stellt nach meiner Interpretation das Dilemma des Menschen dar, die richtige Entscheidung zu finden. Soll ich jetzt derart handeln, dass alle davon profitieren oder denke ich doch eher an meine Vorteile ? Schade ich damit aber nicht Anderen ? Solche Fragen hat sich bestimmt jeder schonmal gestellt und somit auch Zachary, der letztendlich selber nach seinen Werten entscheidet und sich von seiner negativen Seite (Teufel) loslöst und sozusagen diese Schizophrenie aus "guten" und "schlechten" Entscheidungen überwindet. Ebenfalls interessant ist, dass Zachary anfangs nach einer Prophezeiung handelt, die ihm verspricht gegen den Teufel zu bestehen, gegen Ende aber gegen diese verstößt und dennoch zur "Erlösung" kommt. Dies zeigt auch das jede Entscheidung positive Folgen haben kann, auch wenn sie anfangs falsch erscheint. Diese Interpretation muss nicht richtig sein, entspricht aber meiner persönlichen Ansicht und beschreibt das Ganze als eher ethische Angelegenheit. Abgesehen davon ist den Wachowski-Geschwistern aber eine interessant inszenierte Episode gelungen, die vor allem von der Harmonie zwischen Halle Berry und Tom Hanks lebt.
Ein mehr als würdiger Abschluss !

Fazit : Für derartige Filme ist das Kino gemacht. Die Harmonie, die Magie und die Botschaft, die "Cloud Atlas" vermittelt ist gigantisch und wirken wie ein Sog auf den Zuschauer. Das faszinierende Experiment unter der Regie von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski ist ein Mammutwerk, an das man sich noch viele Jahre erinnern sollte. Die perfekte Symbiose aus sechs verschiedenen Genres und das perfekte Zusammenspiel der unterschiedlichsten Schauspieler üben eine Faszination aus, die man so noch nie erlebt hat, trotz kleineren Startschwierigkeiten, die sich aber im späteren Verlauf des Films im Nichts auflösen. "Cloud Atlas" ist ein Sieg der Menschlichkeit, ein grandios bebildertes Epos über gerechtes Handeln und der Natur des Menschen.
Kurz : Ein epochales Meisterwerk, das trotz seiner Länge von kolossalen 3 Stunden nie langweilig wird.

(Wie alle meine Kritiken, lassen sich diese auch auf meinem Kritikerblog nachlesen : mov-critics.blogspot.de)
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 24 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.12.2012 22:04:44 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.12.2012 22:05:12 GMT+01:00
EMPIR3FAN meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.12.2012 22:26:32 GMT+01:00
Chriss meint:
Nach 30 Minuten ein komplettes Fazit abgeben zu können halte ich dann doch für gewagt. Ihre Meinung in allen Ehren......

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2012 09:12:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.12.2012 11:57:24 GMT+01:00
EMPIR3FAN meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2012 17:42:35 GMT+01:00
Chriss meint:
Da mich der Film von Anfang an zu keinem Zeitpunkt gelangweilt hat und mich nachdenklich im Kino sitzen hat lassen, verdient er nach meiner Meinung 5 Sterne.

Zur Erzählweise : gerade die macht es doch interessant ?! Es gibt unzählige Episodenfilme, die ähnlich aufgebaut sind und trotzdem funktionieren bzw. Faszinieren. Nehmen wir als Beispiel Robert Rodriguez' "Sin City". Das sind vier Episoden, die durch bestimmte Charaktere und das Stadtmoloch verbunden sind. Ein richtiger Zusammenhang wird nur in der Thematk der Gewalt aufgebaut doch nicht in der Geschichte. Meines Erachtens nach ist der Film recht für und funktioniert , rein subjektiv natürlich, hervorragend. Bei "Cloud Atlas" ist es ähnlich, nur das jede Episode ein eigenes Genre darstellt, was nochmal Spannung liefert.

Zugegeben. Der Anfang ist gewöhnungsbedürftig, was aber nicht an der schlechten Produktion liegt, sondern vielmehr am Bruch mit den Sehgewohnheiten und gerade deshalb ist es wichtig den ganzen Film zu sehen, denn wie jeder Film hat auch Cloud Atlas einen Höhepunkt bzw. Sechs, da jede Episode dem normalen Filmaufbau entspricht.

Zu den Effekten : wenn sie nach 30 Minuten die wenig gezeigten Effekte für schlecht halten, dann entgeht ihnen der komplette Rest und damit auch viele atemberaubende Szenen, gerade die in der Zukunft. Wenn sie mir erklären können, was genau an den Effekten schlecht ist, dann würde mir das sehr helfen (schlechte Texturen, Unschärfen).

Zu den Masken : ich persönlich fand die Masken auf hohem Niveau, nur manchmal war es beabsichtigt die eigentliche Person unter der Maske zu erhalten, um Komik zu erzeugen ("Rentner Episode"). Bei den Masken in den beiden Zukunftsvisionen handelt es sich dagegen um ungewohnte Gedichtsformen, die die Surrealität des Geschehens verstärken. Somit hat alles seine Richtigkeit.

Zu den verschiedenen Auffassungen : das kann ich auch nur bestätigen, den im Gegensatz zu ihrem Kinobesuch, gab es bei uns Applaus und das von der Mehrheit der Besucher (140 Plätze, Hälfte ca. Besetzt). Hab mich also sehr gewundert, als ich das gelesen habe.

Ich möchte ihre Meinung natürlich nicht schlechtreden, sondern ich wollte ihnen erklären, warum der Film mich zu 5 Sternen verleitet hat und warum ich das als richtig erachte. Ich gebe zu, dass "Cloud Atlas " keine leichte Kost für zwischendurch ist , sondern ein gewisses Maß an Akzeptanz braucht. Kann man diese allerdings entbehren, so hat man wundervolle und zum Nachdenken erregende Stunden erlebt.

Frohe Weihnachten wünscht
Chriss

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.12.2012 23:10:04 GMT+01:00
EMPIR3FAN meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 18.12.2012 20:29:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.12.2012 20:31:11 GMT+01:00
B. Heintze meint:
Möchte mich hiermit dem Urteil von Chriss anschließen. Der Film ist superklasse...

Im Gegensatz zu typisch amerikanischen Produktionen - welche Einen durch ihr durchgestyltes Äußeres zu beeindrucken suchen und eher als "seichte" Kost anzusehen sind - ist der episoden- und zeitversetzte Ansatz von "Cloud Atlas" wirklich ungewöhnlich und beim ersten Anschauen auch nicht unbedingt sofort zugänglich.

Natürlich braucht jede gute Geschichte ein wenig Zeit um Fahrt aufzunehmen - hier sind es sogar sechs Geschichten, die erzählt werden wollen/müssen - was schlußendlich in einem der besten Finals mündet die ich je gesehen habe. Ein Gesamtkunstwerk mit "Message". Wem bei diesem Ende nicht das Herz aufgeht, der hat wohl keines...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2012 20:52:03 GMT+01:00
Chriss meint:
Sin City wurde chronologisch erzählt, was natürlich zum Film passt.
Doch "Cloud Atlas" mischt die einzelnen Szenarien, was durch die Thematik bedingt ist.
Alles ist verbunden und dadurch auch die sechs verschiedenen Geschichten und falls ihnen aufgefallen ist, dass die Episoden immer wechseln, wenn gerade ein Schlüsselmoment geschieht (Wolkenatlas-Sixtett wird mit dem Klavier komponiert - Wechsel - Luisa Rey hört im Plattenladen das Wolkenatlas-Sextett) dann ergibt das alles Sinn.

"Einige Zukunftsszenen mit CGIs habe ich in der Tat sogar noch gesehen (die Schießerei bei der Festnahme der Kellnerin), aber die waren bestenfalls Durchschnitt, vergleicht man mit anderen zeitgenössischen Produktionen."

"Cloud Atlas" ist eine durch und durch deutsche Produktion und wurde z.B. von ARD Degeto gesponsort. Das Budget betrug im Gesamten ca. 100 Mio. Dollar, was gerade in der von Gigantomie beherrschten Blockbuster-Filmindustrie, eher durchschnittlich ist. Daraus Effekte zu zaubern, die auf einem Niveau mit z.B. "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" sind, grenzt an Unmöglichkeit. Außerdem bezeichnen sie die Effekte selber als Durchschnitt, was bedeutet, dass sie nichts besonderes sind. Das heißt ja nicht, dass sie qualitativ minderwertig sind, was den Film objektiv schlecht machen würde.

"Die Masken in der Zukunft (Neo Seoul) sollten glaube ich nicht surreal wirken, sondern asiatisch (kann mich irren), was sie aber auf Sie scheinbar nicht getan haben (nicht asiatisch sondern eben surreal). Scheinbar waren die Masken also doch nicht so gut..."

Sie glauben absolut richtig und meines Erachtens nach wirken sie auch surreal und asiatisch. Surreal, weil wir uns in einer Zukunft befinden, die sich fast komplett unserer Vorstellung der Zukunft entzieht und asiatisch...nun ja...weil sie nun eben asiatisch sind ;).
Ich hatte nicht den Eindruck, das hier schlechte Qualität vorliegt und wenn man mit Filmen, wie den bereits oben genannten Hobbit argumentiert, dann sieht man auch hier die Künstlichkeit der Masken (Man beachte die Orks!).

"Warum waren von 140 Plätzen nur die Hälfte besetzt trotz guter Werbekampagne? Spricht schon nicht für das Buch oder, wenn so wenig Interesse am Film besteht?!"

Ganz einfach : Ich lebe auf dem Land, war in der Nachmittagsvorstellung um 3 (Abendvorstellung war ausverkauft) und habe von dem Buch sehr wohl was gehört, wenn man ab und an mal Bestseller - Listen liest und sich selber gerne Bücher zu Gemüte führt. Und zum Thema Werbekampagne : Hier in Deutschland hat "Cloud Atlas" bereits fast 1 Mio. Zuschauer zu verbuchen, was angesichts der Konkurrenz durch "Skyfall" und dem "Hobbit" ein beachtlicher Erfolg ist. In den USA ist der Film auch noch in den Charts, wenn auch nicht mehr ganz so erfolgreich wie hier.

Im Endeffekt kann man diese Diskussion bis zum Sanktnimmerleinstag führen. Fest steht aber, dass der Film polarisiert, was sich auch an den unterschiedlichen Reaktionen zeigt. In den USA gab es zahlreiche Kritiker, die den Film als absolut unerträglich betrachten. Genauso viele finden ihn aber auch unglaublich gut. Ein anderes Bild zeigt sich in den europäischen Landen, die den Film durchwegs positiv aufnahmen. Dies ist auf die Produktion des Films zurückzuführen, denn deutsche Produktion haben eine weitaus andere Stellung im amerikanischen Kino und werden dort nicht selten aufgrund ihrer Ungewöhnlichkeiten gemieden.

Ach ja : Ich denke nicht, dass ein IMDB-Wert von 8,2/10 auf einen schlechten Film hinweist, aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden ;)

LG
Chriss

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2012 23:57:36 GMT+01:00
EMPIR3FAN meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.12.2012 19:38:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.12.2012 19:40:08 GMT+01:00
B. Heintze meint:
@EMPIR3FAN: Ich habe niemandem unterstellt dumm zu sein. Der Film ist schwerer Tobak und nicht jeder freundet sich damit beim ersten Ansehen an. Habe selber mit etlichen sogenannten Klassikern Probleme, die ich einfach nicht als "gut" betrachten kann (stellvertretend dafür z.B. den Agententhriller "Topas"). Andere betrachten Klassiker wie diesen als Kunstwerke und diese Meinung lasse ich ihnen auch. Jeder kann und darf einen eigenen Geschmack haben und diesen auch öffentlich vertreten - noch leben wir schließlich in einer Demokratie. Kritik in beide Richtungen sei daher auch erlaubt, auch wenn ich das furiose/hoffnungsvolle Finale von "Cloud Atlas" keinesfalls als negativ betrachten kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.12.2012 00:38:57 GMT+01:00
Chriss meint:
Ich hab auch nichts dagegen, wenn jemand den Film schlecht fand, aber ich finde es schwach, wenn jemand einen Film schlecht bewertet, weil er 30 min daraus gesehen hat. Das finde ich schade....
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