wintersale15_70off Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Bauknecht TK EcoStar 8 A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV
Kundenrezension

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schade..., 21. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach: Psychologische Einblicke (Gebundene Ausgabe)
Ich war drauf und dran, dieses Buch zu kaufen, weil mich der Titel ansprach.
Empfinde ich doch - ob spielend oder hörend - in seiner Musik "Grenzgänge"...
Bach geht immer ans Limit und reizt alle Möglichkeiten aus - was ihn als "schwierig" gefürchtet sein lässt..
Deshalb interessierte mich der psychologische Aspekt, über den ich mir schon selbst Gedanken gemacht hatte.
Zum Teil ganz Ähnliche wie der Autor dieses Buches. Doch damit hört es schon auf.
Beim Lesen der - wirklich umfangreichen - Leseprobe wuchs mein Ärger immer mehr.
Die Tatsache, dass Bach mit seiner Musik psychische Belastungen kompensierte, könnte in wesentlich weniger Worten dargestellt werden. Immerhin ist das menschlich und nicht ungewöhnlich.
Habe jedoch heute bemerkt, dass der lesbare Text zwischenzeitlich gekürzt worden ist.
So muss ich aus dem Gedächtnis schreiben.
Ich stimme dem voll zu, was der Autor über die Chromatische Fantasie sagt. Aus eigener Erfahrung. Erinnert mich stark an die eigene "Höllenmusik", die ich manchesmal produziere, um Frust abzubauen...
Bach tut dies nur auf wesentlich höherem Niveau. Damit ist ihm ein erstaunlicher Sprung in die Zukunft gelungen.
Typisch auch der befreiende Schlussakkord. Am Schluss ist man wieder im Reinen mit sich selbst...
Es wird auch die Frage nach der Wirkung von Bachs Musik auf seine Hörer gestellt: Das Zitat zeigt es doch klar: Wie in der "comedie"! Keinesfalls kirchlich also..
Warum muss dann immer darauf herumgeritten werden? Der Großteil von Bachs Orgelkompositionen war für die Messe doch überhaupt nicht geeignet. Aber er wollte ja unbedingt mit seiner Musik "ein Glaubenszeichen" setzen..!
Und die "göttliche Ordnung" verwirklichen.
Ich denke, er wollte einfach seine Musik optimal verwirklichen. Dass die etwas mit göttlicher Ordnung zu tun hat, will ich deshalb nicht abstreiten. Doch hier steht Bach neben allen anderen, die versuchen, SICH in ihrem Leben zu verwirklichen...
Dann wird seine Bewerbung als Thomaskantor als Beweis seiner Sehnsucht nach frommer Musikausübung herangezogen.
In Wirklichkeit wollte er woanders hin - was jedoch nicht klappte. Und Leipzig wollte nicht ihn, sondern Telemann.
Er musste aber von etwas leben.
Aus dem in ganzer Länge zitierten Brief Bachs an seinen Freund Erdmann ist doch klar zu ersehen, dass Leipzig für ihn ein Ärgernis war: Schlechte Arbeitsbedingungen, ständiger Ärger mit der Kirche und den Stadtschranzen, zu teuer etc.etc...
Und dann fragt man sich, warum er zur Beerdigung des ersten Gesner eine so fröhliche Motette schrieb ?
Weil er froh war, diesen ignoranten, sich auf seinem Posten ausruhenden und alles andere als hilfreichen Menschen unter der Erde zu wissen... Da liegt schon der Gedanke nahe, dass "Der Geist unserer Schwachheit" aufhilft..
Der zweite sollte allerdings noch viel schlimmer sein.
Ja, da braucht man schon eine gehörige Portion Gottvertrauen !
Was Bach natürlich nicht hinderte, weiter zu komponieren. Warum auch - es war ja seine Leidenschaft! Ob in der Jugend oder im Alter... Was ist so Besonderes dran, sich bis ins hohe Alter (musikalisch) weiter zu entwickeln ?
Ich selbst habe im fortgeschrittenen Alter mit dem Orgelspielen angefangen (bin ich jetzt "gerotranszendent" ??) - und die Ideen prasseln nur so auf mich ein... Meine Begeisterung wächst mit meinem Können...
Kreativität ist zu allen Zeiten ein Thema!
Kurz und gut: Hier werden ganz simple Lebensweisheiten zu tiefgründigen Geheimnissen aufgebauscht, die nur der "Fachmann"
erklären kann...! Niemand eignet sich als Objekt besser als unser Bach, der (aus gutem Grund?!) sein Gefühlsleben hinterm Berg gehalten hat - und nun alles angehängt bekommt, was man in ihn hineinprojizieren möchte!
Er kann sich ja nicht mehr wehren.
Vielleicht sollte man mal unkonventionellere Psychogramme benutzen, wenn man schon nichts Genaues weiß. Zum Beispiel Bachs Horoskop ? (ich höre schon den Aufschrei..) Bachs Geburtszeit ist in etwa bekannt, auch die von Anna Magdalena.
Da lassen sich schon einige Infos herauslesen. Auch welcher Art ihr Verhältnis war.
Hier wird auch deutlich, warum er persönlich so ungreifbar ist. Neben der widderhaften Schaffer-Mentalität gibt es nämlich noch eine andere Seite in ihm: Das vollbesetzte neptunische 12. Haus (DAS ist transzendent !).
Eine übergroße Empfindsamkeit - und von der Welt nicht verstanden zu werden. Kenne ich aus eigener Erfahrung - habe ich doch selbst eine fast identische Konstellation bis auf eine Ausnahme. Ich war schon mit den absurdesten Interpretationen meiner Person konfrontiert...
Am meisten reden die Leute, wenn sie nichts wissen - das scheint auch hier der Fall zu sein! Und bei Bach fangen die Meisten an zu schwafeln - und zwanghaft ihre Musik-Kompetenz unter Beweis zu stellen...
Anstatt ihn sich einfach anzuhören - zum Zwecke der "Gemüthsergötzung"!
Hier gibt es anderweitig gar Anleitungen, wie man Bach hört !! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
Solange ihn die "Fachleute" weiterhin auf diese Weise okkupieren, wird er beim "Volk" weiterhin "Beerdigungsmusik" bleiben.
Amazon sollte vielleicht die Lesevorschau dieses Buches ganz eliminieren, damit nicht nur die Lobhudeler das Buch kaufen und rezensieren.
Ansonsten gilt: "Wer Augen hat, der Sehe - wer Ohren hat, der Höre" !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.02.2014 06:12:10 GMT+01:00
Lion meint:
Natürlich kann und darf man Musik hören, Bilder betrachten, Bücher lesen ... ohne den Versuch zu unternehmen, das jeweilige Werk vor dem Hintergrund von Lebensereignissen und der (vermeintlichen) Auseinandersetzung mit diesen zu deuten und es ist sicher auch kein Fehler, sich unabhängig von den Einlassungen anderer ein eigenes Urteil zu bilden. Dennoch sind viele Menschen an den Deutungen anderer interessiert und haben den Eindruck, durch deren Kenntnis das ein oder andere anders, vielleicht auch besser zu verstehen. Wer das hier in Frage stehende Buch liest (der Rezensent hat dies ja nur in Auszügen getan, an die er sich mehr oder weniger gut erinnert), wird meines Erachtens eine ganze Reihe wertvoller Gedanken finden, die weit tiefer gehen als diese Rezension nahelegt. Natürlich kann man die These, das Werk Bachs sei wesentlich der Kompensation von biografischen Ereignissen und Entwicklungen geschuldet, kurz und prägnant formulieren. Dafür braucht es in der Tat kein Buch, nicht einmal ein umfangreicheres Kapitel. Wenn man sich mit diesem Buch auseinandersetzt, wird man aber schnell feststellen, dass diese These hier gar nicht vertreten wird. Das, was hier - anschließend an entwicklungspsychologische und gerontologische Entwürfe - zum Beispiel als Resilienz oder als Wachstum in Grenzsituationen angesprochen wird, ist ausdrücklich nicht Kompensation, sondern Ausdruck von Selbst- und Weltgestaltung und das ist etwas anderes. Ähnliches gilt für die in der Rezension eher despektierlich zitierte Gerotranszendenz. Hier handelt es sich um einen international vielfach rezipierten und hoch anerkannten Theorieentwurf des Soziologen Lars Tornstam. Die Tatsache dass dieser hier mit astrologischen Spekulationen verglichen wird, muss man nicht näher kommentieren. Natürlich ist der Rezensent nicht gerotranszendent, vielleicht sollte er einmal nachlesen (vielleicht sogar in diesem Buch), was das denn bedeutet. Schließlich möchte ich mich an dieser Stelle noch dagegen verwahren, dass eine Buchempfehlung pauschal als Lobhudelei diffamiert wird. man sollte anderen sachon ihre Mneinung zugestehen, mann muss Bücher weder kaufen noch empfehlen und man muss da auch nicht drüber reden oder schreiben, wenn man nicht will, sofern man dies möchte, darf und sollte man es allerdings tun.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.02.2014 15:09:57 GMT+01:00
I. Krämer meint:
Danke für die Schnelle Reaktion!
Ich war mir bewusst, da auf Gegenwind zu stoßen. Es konnte gar nicht anders sein.
Ähnlich Denkende würden sich erst gar nicht auf diese Diskussion einlassen - das Ganze als nicht für sie relevant einstufen und den sogenannten Fachleuten überlassen.
Ich bin durchaus an den Deutungen Anderer interessiert - sofern sie Hand und Fuß haben.
Und was "tiefer gehende Gedanken" betrifft, fand ich bei diesem Autor eigentlich nur religiös angehauchte Gemeinplätze, die ich im Zusammenhang mit Bach immer wieder gelesen habe.
Man sollte sich daran erinnern, dass dieses Buch den Anspruch hat, Bach und seine Musik in psychologischer Hinsicht zu betrachten.
Aber ich habe das Buch natürlich nicht ganz gelesen - vielleicht verstecken sich diese Inhalte ja noch irgendwo...
Wenn natürlich der (mir unbekannte) hoch anerkannte Soziologe Lars Tornstam den Begriff der "Gerotranszendenz" in die Welt gesetzt hat, muss das ja was Gutes sein.
Ich würde es pauschal als Altersweisheit, bzw. als Nähe zum irdischen Ende verstehen - und die damit verbundene "Vergeistigung".
Wer sich nur einigermaßen mit Philosophie befasst hat, weiß dass über "Transzendenz" eigentlich überhaupt nichts aussagbar ist, da sie sich jenseits unseres Fassungsvermögens befindet.
Wenn Bachs Werk hier als "Ausdruck von Selbst- und Weltgestaltung" erklärt wird, befindet er sich in guter Gesellschaft - nämlich der der gesamten Menschheit.. Er hatte halt das Glück, hier mit besonderen Fähigkeiten glänzen zu können - im Gegensatz zu den "Normalen", die andere Leistungen vollbringen (müssen)...
Manch einer wächst da "in Grenzsituationen" mit seinen Aufgaben...
Ob man darüber ein ganzes Buch schreiben muss, bleibt dahingestellt.
Ich dachte jedenfalls, ich könne hier etwas über Bachs Psyche erfahren - der Probetext jedoch lässt eher etwas über die Psyche seines Autors durchscheinen...
Da gibt ein Horoskop schon konkretere Aussagen her.
Was die "Lobhudelei" betrifft, könnte man dies natürlich in diskretere Worte verpacken - doch der Sinn bliebe der selbe. Ich möchte darauf hinweisen, dass auch "Buchempfehlungen" persönliche Meinungen darstellen - und daher nicht sakrosankt sind!
Wer jedoch seine persönliche Meinung unter Hinweis auf seine fachliche Kompetenz durchdrücken will, geht entschieden zu weit.
Daher gehe ich einig mit meinem Kritiker, dass man "anderen schon ihre Meinung zugestehen" sollte !
Dazu gehört halt auch meine.
Und man "muss" auch nicht drüber reden oder schreiben" - aber man Kann !
"Sofern man dies möchte, darf und sollte man es allerdings tun"...
Das haben wir nun Beide getan.
Und es hat Mich jedenfalls in meiner Ansicht bestätigt.
Es wäre sicherlich interessant, auch noch Andere Meinungen zu hören...

Veröffentlicht am 18.10.2014 10:02:18 GMT+02:00
neufmaisons meint:
Ich fange von hinten an: Das "Volk" - wer auch immer das ist - empfindet Bach nicht als Beerdigungsmusik, sondern als im schlichtesten Fall kirchliche Musik. Bach war orthodoxer Lutheraner und hat seine Arbeit ganz in den Dienst dieser Kirche gestellt. Da ich Musikerin bin, kann ich Bach von seiner Schokoladenseite betrachten, weil ich ihn so kennengelernt habe - als Komponist des Wohltemperierten Klaviers, ein bahnbrechendes Monumentalwerk, eine Arbeit, mit der es möglich wurde, Musik in allen Tonarten zu spielen und zu hören. Zum Postulat, sich Bach einfach nur anhören zu sollen: Das ist, mit Verlaub, schlicht von Unkenntnis geprägt. Je mehr man sich mit Bachs Werk befasst, umso profunder, komplexer und tiefgründiger wird es!!!! Da erschließen sich einem Perspektiven, die einem beim "Nur Anhören" für immer verschlossen bleiben müssen.
Im übrigen hinterlässt jeder Künstler - egal welcher Sparte - in seinem Werk auch immer einen Abdruck seiner Persönlichkeit. Alle Konflikte, alle Empfindungen fließen in die Persönlichkeit mit ein und wirken sich auch auf das Schaffen aus. Warum sollte es bei Bach anders sein? Und wozu heute noch versuchen, ein Psychogramm zu stricken? Wenn Sie, der Rezensent, Parallelen zu Bachs Persönlichkeit bei sich festellen, so ist das lediglich zu Ihrem eigenen Vergnügen. Wir leben in einer vollkommen anderen Zeit unter völlig anderen Einflüssen und Anforderungen - wie man da zuverlässig Parallelen ziehen kann, bleibt sicher Ihr Geheimnis. Versuchen Sie doch einfach, Bach über seine Musik zu verstehen.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 205.969