Kundenrezension

20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht überragend aber sehr sehr gut., 4. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Sounds Of The Universe (Audio CD)
Nach der extrem schwachen "Exciter" und der saustarken "Playing the Angel", war ich gespannt was mich diesmal erwartet. Eins ist zumindest sicher, "Sounds of the Universe" wird nicht als ihr bestes Album in die Geschichte eingehen, aber wohl als ein wirklich gutes. Ich bin mir aber sicher das es vielen nicht gefallen wird. Hier darf man nur nicht den Fehler begehen, es nach wenigen Durchläufen abzuschreiben. "SFTU" benötigt ein bißchen Zeit um zu reifen. Zeit die der Durchschnittshörer nicht investieren wird. Dem Fan hingegen wird der "Depeche Mode Bonus" weiterhelfen, durch den man sich immer und immer wieder durchs Album kämpfen wird, aber die Mühe lohnt sich definitiv.
Das Album ist bei weitem nicht so düster wie sein Vorgänger, aber die Songs wirken nicht sonderlich eingängig. Schauen wir sie uns mal einzeln an:

In chains:
Die Eröffnung läßt durch die Soundfragmente, auf ein gleich entfesseltes brachiales Gewitter schließen, aber weit gefehlt. Der Song ist eher im Midtempo gehalten und besitzt große Einflüsse aus dem Blues-Sektor. Sehr hypnotisch und treibend, die kurzen Gitarrenriffs haben viel Kraft. Ein Klasse-Opener den ich aber erst nach mehrmaligem Hören wirklich genial fand.

Hole to feed:
Sehr treibend aber nicht so hypnotisch wie der Opener sondern eher von Unruhe geprägt. Dave klingt richtig dreckig und kratzig und der Song wird von Mal zu Mal besser. Technisch perfekt und eine Melodie die einen nicht mehr losläßt. Einer meiner Lieblingstracks auf dem Album.

Wrong:
Die Auskopplung als Vorabsingle ist wie schon bei den letzten Alben ohne jeglichen Aufschluß auf den Longplayer. Zu deutlich ist der Track vom Rest der Platte entfernt. Aber das ist inzwischen ja fast Tradition und ich finde "Wrong" absolut stark. Hier kann ich auf der Maxi den Trentemoeller Remix empfehlen.

Fragile Tension:
Ein ausgesprochenes Wohlfühlstück um auf der Couch zu verweilen. Nicht sonderlich tiefgehend, wenn man es nur nebenbei hört. Auch hier bringt die Zeit den Vorteil, denn beim ersten mal hört es sich etwas belanglos an. Es ist aber trotzdem nicht ganz so stark wie die ersten drei Tracks des Albums.

Little soul:
Ich könnte mir vorstellen das mit diesem Song viele ein Problem haben werden. Klingt es doch oberflächlich betrachtet nach Barmusik mit leicht jazzigem Touch, aber spätestens beim Refrain dringt DeMo durch. Seltsamerweise ein Track der mir auf Anhieb gefallen hat.

In Sympathy:
Ab zurück auf die Couch. Wundervolles Wohlfühlarrangement mit experimentierfreudigen Keyboard-Sounds. Der Track vermittelt ein Gefühl von Sehnsucht und Harmonie. Gehört zu meinen absoluten Lieblingen.

Peace:
Dancelastiger Stampfbeat mit einigen elektronischen Spielereien die äußerst gut ausgearbeitet wurden. Vom instrumentalen Design her könnte das ein Reißer sein, aber irgendwie klingt die Gesangsmelodie ein bißchen lahm. Zumindest im Refrain, während der Rest klasse ist. Besonders das Break-Stakkato kurz vor dem Refrain ist jedesmal begeisternd. Da hätte noch mehr draus werden können.

Come back:
Mein Favorit auf dem Album. Die Version hier ist um einiges stärker als die Studioversion die im Netz zu sehen war. Das klingt dreckig, übersteuert und einfach unglaublich tiefgehend. Mein "Walking in my shoes" der Neuzeit. Das Stück macht einen völlig fertig. Bei den Wiederholungen der Textzeile "Gathering up the fear" zerreißt es mich innerlich jedesmal. Ganz große Komposition.

Spacewalker:
Kurzes schmerzloses Instrumental das wahrscheinlich nur dazu dient sich von "Comeback" zu erholen. Nicht weiter wichtig.

Perfect:
Nette Midtempo Nummer die ein wenig abfällt. Nichts besonderes aber auch kein schlechter Song. Er wird aber wahrscheinlich auch in Zukunft in keiner der persönlichen Bestenlisten zu finden sein. Über Kopfhörer merkt man zwar viele Spielereien aber das Songwriting klingt nicht gerade außergewöhnlich.

Miles away/The truth is:
Damit hatte ich am Anfang arge Probleme. Erstmal die nervigen Fiepgeräusche am Anfang und dann die fast leiernde Gitarre im Hintergrund waren für mich erschreckend. Nicht schön und vor allem nicht gut. Doch halt! Nach dem zehnten oder zwölften Mal entdeckte ich meine Leidenschaft für den Track. Jetzt nervt das Fiepen nicht mehr und die Gitarre muß so sein wie sie ist. Es hat auch wieder etwas hypnotisches wie der Opener und inzwischen mag ich den Song sehr gerne.

Jezebel:
Der Track den Martin als einzigen komplett singt, wird auch nicht zu den ganz großen zählen. Er ist eher nett und auch nicht übel, aber da kamen von ihm schon wesentlich bessere Balladen.

Corrupt:
Als Abschluß hätte ich mir gerne noch einen Knaller gewünscht aber "Corrupt" ist eher Durchschnitt und nichts Besonderes. Auch eher im gemächlichen Tempo und leider ohne Höhepunkte.

Ich bin in jedem Fall auf die Bonussongs in der Box gespannt und hoffe das da noch der ein oder andere Knaller dabei ist. Bis zum Instrumental "Spacewalker" ist es ein hervorragendes Werk das danach ein wenig schwächer wird. Dafür ist allerdings auch kein einziger Ausfall auszumachen. Was auch für das Album spricht ist das kein einziger klarer Singletrack für die Masse drauf ist, die sich auch der normale Konsument ständig um die Ohren haut. Dafür ist "SOTU" zu sperrig. Die Box kann ich jeden Fall kaum noch abwarten.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.04.2009 09:50:26 GMT+02:00
Exciter30 meint:
Kompliment für eine richtig gute Rezension. Vor allem von Jemand der das Album auch kennt und das ist bei vielen hier nicht der Fall.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.04.2009 19:06:58 GMT+02:00
Bryllyant meint:
Vielen Dank! Man kann ein Album auch schlecht nach dem ersten Hören beurteilen. Okay, bei den meisten Bands aus den Charts ist das natürlich durchaus möglich, was aber eher an mangelnder Dichte des Materials liegt. Viele Platten sind ja auf diesen Erstkonsum ausgelegt. Bei etwas hochwertigerer Musik, weiß man sie oftmals erst nach dem X-ten Durchlauf zu schätzen.
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