Kurzbeschreibung
Viele Kirchen sind leer und die Einstellung der meisten Menschen gegenüber religiösen Fragen ist durch Halbherzigkeit oder sogar Gleichgültigkeit bestimmt. Alaisdair MacIntyre fragt nach den Ursachen und zeigt, dass die Kirchen ihre Stellung selbst geschwächt haben, indem sie den aktiven Atheisten immer weniger gegeben haben, woran sie nicht glauben können. Dadurch ist der Widerstreit zwischen Theisten und Atheisten in eine gesellschaftliche Randstellung geraten, und der passive, gleichgültige Atheismus konnte sich ausbreiten. Paul Ricoeur hingegen weist auf die Ursprünge der archaischen Religion hin: Tabu und die Sehnsucht nach Schutz, Obdach, Sicherheit. Genau das aber sind die faulen Stellen der neuzeitlichen Religion. Statt sich davon weiter bestimmen zu lassen, gilt es die atheistischen Impulse von Marx, Nietzsche und Freud als konstruktive Kritik zu verstehen. Das ist die Voraussetzung für einen neuen Glauben in postreligiöser Zeit.
Über den Autor
Alasdair MacIntyre, geboren 1929 in Glasgow, ist Senior Research Professor für Philosophie an der University of Notre Dame, Indiana, USA.Paul Ricoeur, 19132005, französischer Philosoph, war zuletzt Professor an der Universität Paris-Nanterre und Lehrstuhlnachfolger von Paul Tillich an der University of Chicago. Neben existenz- und geschichtsphilosophischen Forschungen widmete er sich intensiv dem Problem der Sprache.