Hasenfratz liefert hier einen ordentlichen Einstieg in die religiöse Welt der Germanen.
In der Einleitung gibt er sehr schön den kommentierten Orginaltext des Arabers Ibn Fadlans.
Nach einem kurzen Abriss der Geschichte der germanischen Stämme setzt er sich mit der Gesellschaft, den Riten, den Zaubern, den Mächten und dem Weltbild (inklusive Schöpfung und Weltenende) der Germanen auseinander. Die obige Beschreibung ist daher irreführend, da es gerade nicht um Druiden geht. Der Vorwurf, Hasenfratz würde germanisch und keltische Religion vermischen, ist damit hinfällig.
Trotzdem bietet es für den Kenner eher wenig Neues. Das Hauptproblem ist aber, dass er sich zu sehr auf Tacitus und die literaischen Quellen stützt, wie zum Beispiel Sagen, die aber häufig von Christen im Nachhinein geschrieben/aufgezeichnet wurden. Somit sind die Informationen mit Vorsicht zu genießen. Speziell am Ende geht es gar nicht mehr um die religiöse Welt der Germanen, sondern um die germansiche Mythologie.
Ich rate daher eher zu "Götter und Kulte der Germanen" oder "Der Glaube der Germanen", beide von Rudolf Simek.