Von der Säuglingsstation, auf der auch die gerade geborene Tochter von Peter Decker und Rina Lazarus liegt, verschwinden ein Säugling und eine Krankenschwester, die als sehr zuverlässig galt. Angetrieben von seiner persönlichen Betroffenheit verbeißt sich Peter in den Fall, und auch seine Tochter aus erster Ehe, Cindy, mischt kräftig mit.
Zunächst einmal braucht das Buch 100 Seiten ehe es ein Krimi wird. Vorher geht es um die Geburt von Peter und Rinas Tochter, die Komplikationen nach der Geburt und vor allem darum, wie lieb sich die ganze Familie hat, und wie besorgt man umeinander ist. Dass Kellermans Decker-Krimis auf dem Hintergrund einer Heile-Welt-Familie spielen, weiss man, aber in diesem Buch hat die Autorin furchtbar dick aufgetragen.
Nachdem die Ereignisse im Krankenhaus ihren Lauf genommen haben, baut sich zwar eine Spannung auf, weil zunächst jedes Motiv und jede Erklärung fehlen, auch als ein ausgebranntes Auto mit einer verkohlten Leiche gefunden wird. Aber dann verheddern sich die Ermittlungsfäden immer mehr bis am Ende ein Knäuel aus abstrus verwickelten Familienverhältnissen entstanden ist samt einem nicht nachvollziehbaren Motiv.
Kopfschüttelnd liest man vor allem die Handlungen der Decker-Tochter Cindy, die sich schon auf der Säuglingsstation als unersetzliche Pflegerin ihrer Schwester aufspielt und später undercover in die Ermittlungen einmischt, wobei sie vom Vater - wenn auch mit strafendem Blick - und dessen Kollegin Marge gedeckt wird.
Leider ein Schwachpunkt einer Krimi-Reihe, die schon spannende und interessante Bücher hervorgebracht hat.