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5.0 von 5 Sternen
Ein- und Ausblicke, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Baum trägt reiche Frucht. Dimensionen und Weiterentwicklungen des Familienstellens (Broschiert)
EIN- UND AUSBLICKE
Die Lektüre entpuppt sich als faszinierendes Mosaik des-sen, was Familienstellen ausmacht und bewirken kann. So ist das Buch gewissermaßen eine Art Standortbestimmung - oder besser ein Zwischenbericht -, ebenso aber auch ein ahnender Ausblick auf das, was noch alles möglich scheint.
Damit würdigt der Sammelband vor allem die Arbeit Bert Hellingers (als Festschrift zu seinem 80. Geburtstag), indem es dokumentiert, wie sehr dessen Erkenntnisprozesse die Weiterentwicklung des Familienstellens in den vergan-genen Jahren befruchteten und in den verschiedensten Anwendungen zu eigenständigen Lösungen wie auch zu ganz neuen Fragen geführt haben. Dies fünfdimensional: unter soziologisch-psychologischen Gesichtspunkten, psy-chotherapeutisch, politisch-psychologisch, pädagogisch und schließlich philosophisch-spirituell.
Die Palette der Autoren reicht von Jakob Robert Schneider (der im Beitrag Bindung und Ordnung die Kernpunkte des Familienstellens darlegt), Eva Madelung und Hunter Beaumont über Wilfried Nelles und Bertold Ulsamer bis hin zu Klaus P. Horn, Dietrich Weth, Siegfried Essen und Haim Dasberg.
Gerade der Text des jüdischen Psychiaters Haim Dasberg bewegt in besonderem Maße. Er zeigt in verletzlicher Offenheit, wie schwer es für die Überlebenden der Schoah ist, wieder ihren richtigen Platz zu finden. Und er bezeugt dies durch Beispiele aus seiner Arbeit über Opfer, Wahnsinn und Krebs, die einen nahezu fassungslos machen.
Kaum weniger berührt die Wiedergabe von Gesprächen, die Heinrich Breuer mit Bert Hellinger führte. Denn was der Mentor des Familienstellens über seine Herkunft und Heimat erzählt, über Tod und Sterben während seiner Zeit als Soldat, sein Theologiestudium und die Priesterweihe, sein Leben und Lehren in Südafrika, die Rückkehr nach Deutschland, die Begegnungen mit Psychoanalyse, Gestalttherapie, Transaktionsanalyse, Hypnotherapie, NLP und Familientherapie (in den USA), schließlich sein Erstaunen über den Erfolg seiner Arbeit das macht ihn sympathisch und überaus menschlich. ...
Die meisten der 18 hier versammelten Texte wurden zuerst als Vorträge gehalten (5. Internationaler Kongress für Systemaufstellungen, Mai 2005 in Köln). Sie reflektieren auf ihre jeweils einzigartige Weise, wo das Familienstellen heute steht wie auch die Perspektiven und Handlungsspielräume, die noch gestaltbar sind. Wobei deutlich wird, dass sich die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser wertvollen Seelenarbeit derzeit noch nicht einmal erahnen lassen.
F. Maier
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5.0 von 5 Sternen
Immer wieder gern genommen: Das Kind mit dem Bade ausschütten, 7. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Baum trägt reiche Frucht. Dimensionen und Weiterentwicklungen des Familienstellens (Broschiert)
Eine Abwertung sowohl von Literatur als auch der Methode des Familienstellens beruhend auf der seit einiger Zeit stattfindenden Kontroverse rund um die Person Bert Hellingers halte ich für unzulässig. Man kann über Hellinger denken, was man möchte, man sollte aber unterscheiden zwischen einem Urteil über seine Person und dem, was er geleistet hat bzw. dem, was aus seinen Leistungen entstanden ist. Und vor allem: an Gutem entstanden ist. Jede Methode, egal in welchem Fachbereich, lässt sich aus dem Kontext reißen und auf, sagen wir mal: supoptimale Weise nutzen bzw. sogar missbrauchen. Davon zurück zu schließen auf die Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit einer Methode ist kurzsichtig, ebenso wie die Beurteilung einer Person aufgrund von aus dem jeweiligen Kontext gerissenen Aussagen kurzsichtig ist.
Das Buch, die Methode und die Person Hellinger haben eine solche unreflektierte Abwertung nicht verdient. Ich denke, ich kann das beurteilen, da ich selbst Aufstellerin bin.
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